Sexismus: "Dornröschen gehört verboten!"

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Eine Mutter möchte in England durchsetzen, dass Kinder nicht mehr "Dornröschen" vorgelesen kriegen.

Was ist passiert?

Die Britin Sarah Hall, selbst Mutter von zwei Kindern, findet, dass "Dornröschen" kein gutes Märchen für Kinder ist, und hätte am liebsten, dass es nicht mehr in Schulen und Kindergärten vorgelesen wird.

Warum das denn? Ist doch ein prima Warnhinweis für spitze Nadeln an Spinnrädern.

Ja, mit dem Teil hat sie auch kein Problem. Es geht eher um das große Finale, in dem Dornröschen nach ihrem ewig langen Zauberschlaf durch einen Kuss erlöst wird.

Was hat sie gegen Küssen? Küssen ist prima, das dürfen Kinder ruhig wissen.

Das mag stimmen - aber ist an speziell DIESEM Kuss wirklich alles so prima? Also: Eine Frau liegt bewusstlos herum, und ein fremder Mann beschließt spontan, die Unbekannte einfach mal so richtig herzhaft abzuknutschen? Nur so, weil er sie so irre hübsch findet?

Aha - es geht eigentlich um #metoo und sexuelle Selbstbestimmung?

Genau. Oder, wie Sarah Hall es auf Twitter ausgedrückt hat: Solange wir noch immer solche Geschichten in der Schule sehen, werden wir tief verwurzelte Einstellungen zu sexuellem Verhalten nie ändern können."

Hmm. Sieht sie da nicht vielleicht einen Tick zu viel Politik in der Geschichte? Ist doch nur ein Märchen ...

Genau das ist natürlich Ansichtssache. Natürlich kann man mit "ist doch nur ein Märchen" eine Menge Dinge abkanzeln, die etwas komisch sind. Auf den zweiten Blick sind die Geschichten der Gebrüder Grimm öfters ganz schön fragwürdig (wie etwa die vielen Märchen mit dem "bösen Juden", die in den meisten aktuellen Märchenbüchern aus gutem Grund ausgespart werden). Über die Frage, ob man einen schlafenden oder bewusstlosen Menschen so einfach Küssen darf und sollte, egal ob Märchen oder nicht, sollte man zumindest mal reden.

Genau! Nicht verbieten, reden - das ist doch viel besser!

Das sieht Sarah Hall auch so. Sie findet lediglich, dass manche Kinder noch zu klein sind, um das komplexe Thema angemessen zu besprechen: "Mein Sohn ist erst sechs Jahre alt. Er nimmt noch alles ohne nachzufragen auf. Ich kann noch keine konstruktive Konversation mit ihm darüber führen." 

Aber trotzdem verbieten?

Nein, inzwischen ist Sarah da auch etwas einsichtiger geworden, solange es um Kinder geht, die etwas älter sind: "Ich denke nicht, dass wir alle Dornröschen-Bücher aus dem Lehrplan streichen sollten. Sie sind einfach eher für größere Kinder gedacht, die den Inhalt diskutieren und über die Gefühle von Dornröschen sprechen können." 


heh

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