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Familienleben 8 Arten, die Eltern-Kind-Beziehung zu stärken

Eltern-Kind-Beziehung: Mutter mit Tochter
© Halfpoint / Adobe Stock
Eine gesunde Beziehung zwischen Eltern und Kindern ist wichtig. Doch nicht immer läuft alles glatt. Was die Ursachen hierfür sind und wie die Bindung verbessert und vertieft werden kann, erfahrt ihr hier.

Im Alltag nicht das Kommunizieren vergessen

Im Alltag geht es mal wieder drunter und drüber, überall regiert das Chaos – und ihr seid mittendrin? Kein Wunder, dass es da manchmal schwerfällt, die Ruhe und den Überblick zu bewahren. Manchmal hat man einfach das Gefühl, alles gerät aus den Fugen. Darunter leidet dann auch schnell die Kommunikation zu den geliebten Menschen um uns herum: unseren Partner:innen, Freund:innen und Kindern. Nicht selten reagieren wir schroff, genervt oder wenig verständnisvoll. Doch gerade dann sollte unser Augenmerk besonders auf einer wertschätzenden, mitfühlenden Kommunikation liegen – auch, wenn es in diesem Moment schwer umsetzbar scheint. 

So wichtig ist Mitgefühl

Klar, unsere Kinder können uns manchmal ganz schön auf die Nerven gehen, aber wenn wir ganz ehrlich sind, sind wir doch jeden Tag froh um sie. Um gerade in stressigen Zeiten den Fokus auf eine liebevolle Kommunikation nicht zu verlieren, lohnt es sich immer wieder die Verbindung zu euren Kindern herzustellen, sie ganz bewusst wahrzunehmen und mit ihnen in Ruhe zu sprechen. Denn je häufiger uns das gelingt, umso besser.

8 Wege, wie ihr die Beziehung zu euren Kindern vertiefen könnt

  1. Offene Kommunikation: Was zählt, ist ein Dialog statt endlosen und ausweglosen Machtkämpfen und alleinigem Entscheiden. Ihr wollt eine Beziehung auf Augenhöhe? Dann stellt euch immer die Frage: Hat mein Kind eine Wahl? Bin ich ehrlich und spreche aus, was mir wichtig ist? Nehme ich mein Kind im Gegenzug auch ernst?
  2. Wertschätzender Umgang: Begleitet eure Kinder dabei, das Benennen von Gefühlen zu lernen und tut dies auch selbst. Indem ihr ihre Gefühle respektiert (und erst einmal auch akzeptiert), fühlen sich eure Kinder ernst genommen. 
  3. Zuhören: Klingt banaler, als es in Wirklichkeit ist. Denn wie oft schweifen wir doch ab, wenn unsere Kinder (mal) etwas erzählen? Eben. Ihnen die volle Aufmerksamkeit zu schenken, aktiv und interessiert nachzufragen, ihre Sätze wiederholen und nachfragen, ob man sie richtig verstanden hat – das ist manchmal alles, was sie sich wünschen. 
  4. Quality-Time in den Alltag einbauen: Es muss nicht immer gleich ein ganzer Mama-Sohn-/ Tochter-Tag/ Papa-Sohn-/Tochter-Tag sein. Familienrituale stärken, egal wie klein sie sein mögen, zum Beispiel morgens im Bett zusammen eine Runde kuscheln oder samstags gemeinsam auf den Markt gehen. Dabei ergeben sich nämlich nicht nur schöne, ungeahnte Momente und Nähe, sondern auch Zeitfenster, um ganz ohne Druck und Stress miteinander zu kommunizieren, in einem gelösten Rahmen.
  5. Handys, Laptops weglegen: Wenn ihr Zeit mit den Kindern verbringt, sind die Geräte tabu, es sei denn, ihr schaut zusammen etwas an oder telefoniert mit Video zusammen. Viel zu schnell liegt der Fokus dann nämlich auf etwas anderem. 
  6. Liebe ist an keine Bedingung geknüpft: Liebe und Zuneigung sollten natürlich nie am Funktionieren des Kindes gemessen werden. Denn Kinder können sich dann am besten entfalten, wenn sie uneingeschränkt auf die Liebe ihrer Eltern vertrauen dürfen und diese auch spüren. Gerade in Stresssituationen können wir als Eltern uns deswegen einmal mehr daran erinnern, nicht in ein Strafe vs. Belohnungsmuster zu tappen, sondern uns in Empathie und Verständnis zu üben. Hilal Virit nennt das "von Herz zu Herz" zu kommunizieren.
  7. Fehler und Schwächen zeigen: Entschuldigen, wenn man selbst einen Fehler gemacht hat. So zeigt ihr euren Kindern, dass ihr sie ernst nehmt und auch eigene Schwächen eingestehen könnt. Genauso könnt ihr das bei verschiedenen Stimmungen tun: Kommuniziert nicht nur, wenn es euch gut geht und ihr gut gelaunt seid. Ihr dürft sehr wohl auch vor euren Kindern aussprechen, dass ihr gerade keinen guten Tag habt. Je nach Alter des Kindes ist hier die richtige Wortwahl wichtig, aber Kinder dürfen durchaus wissen, dass nicht immer Friede Freude Eierkuchen-Zeit ist und lernen so viel besser, selbst mit solchen Momenten umzugehen, wenn ihnen das auch ehrlich vorgelebt wird. Außerdem wissen sie dadurch, dass nicht sie etwas falsch gemacht haben (und für die Stimmung verantwortlich sind).
  8. Statt schimpfen: Für diesen Weg braucht man sicherlich mehrere Anläufe. Mal funktioniert es einfacher, mal schwerer: Versucht, auch in Konfliktsituationen mit euren Kindern in Verbindung zu treten und nicht gleich zu schimpfen. Dann zeigt sich das Kind nämlich meist sehr viel einsichtiger, als wenn es gleich mit Unverständnis bombardiert wird. Ist euer Schatz noch im Kleinkindalter, helft ihr ihm: ihr am meisten, indem ihr die Konfliktsituation begleitet (beruhigen, Mitgefühl zeigen, beschreiben, was der Konflikt ist und erfragen, was das Kind an der Situation stört). Hat es sich dann beruhigt, könnt ihr sehr gut auf die Punkte eingehen, die ihr so nicht mehr sehen möchtet und mit dem Kind in Kooperation Lösungen finden.

All diese Wege stärken langfristig eure Beziehungen zu euren Kindern und helfen euch dabei, auch in herausfordernden Situationen einen halbwegs kühlen Kopf zu bewahren. Empathie ist eure Superpower!

Familienleben: 8 Arten, die Eltern-Kind-Beziehung zu stärken
© PR

Viele hilfreichen Ansätze, Anregungen und Tipps findet ihr auch im neuen Buch von Hilal Virit "Miteinander sprechen, miteinander wachsen". Darin geht es um alle Facetten der Kommunikation zwischen Eltern und Kindern – und wie man eine tiefere Verbindung dadurch schaffen kann. Erschienen im Humboldt Verlag und erhältlich für 22 Euro.

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