"Mein Sohn liebt Nagellack und Röckchen - und das werde ich ihm niemals verbieten!"

Ein kleiner Junge liebt sein rosa Glitzerröckchen - und seine Mama erklärt in einem emotionalen Facebook-Posting, warum sie ihn darin sein Leben lang unterstützen wird.

Was "dürfen" Jungs? Alles!

Sexismus funktioniert leider in beide Richtungen. Das kann man unter anderem daran gut sehen, dass klassische Jungs-Hobbys wie Fußball und Skaten Bewunderung ernten - im Gegenzug aber Jungs, die Glitzer, Ponys und Puppen mögen, bestenfalls belächelt, schlimmstenfalls aber gemobbt werden.

Devon Berryann aus Pennsylvania ist Mutter von so einem Sohn, der sich nichts aus klassischen Geschlechtermustern macht. Von anderen Kindern wird er dafür oft unter Druck gesetzt - sodass Devon kurz davor war, ihm einzureden, er müsse doch "normaler" werden.

In letzter Sekunde überlegte sie es sich anders - und erklärte in einem emotionalen Facebook-Posting, warum sie weiter bedingungslos zu ihrem Sohn steht, komme, was wolle:

"Ich liebe ihn so, wie er ist"

"Mein sechsjähriger Sohn trägt gerne Nagellack. Er trägt gerne Mädchensachen und Ballettröcke. Er erzählt mir von den Jungs in der Schule, die er mag. Er sagt, dass er sie heiraten und Kinder mit ihnen adoptieren möchte. Vielleicht wächst er da irgendwann raus. Vielleicht nicht. Ich liebe und akzeptiere ihn so, wie er ist. Ich hatte immer gedacht, dass ich ihn damit vor verletzenden Worten und Mobbing beschüzen könnte, und habe mir nie Sorgen gemacht.

Vor ein paar Tagen kam er nach Hause und erzählte mir wieder davon, dass Kinder ihn für seinen Nagellack geärgert hätten, und zum allerersten Mal überlegte ich, mit ihm darüber zu reden, ihn vielleicht abzumachen. Ihn zu überzeugen, dass er diesen Teil von sich verstecken sollte. Weil ich zum allerersten Mal Angst hatte, dass er später mal eines Nachts, wenn er sich mit seinen Freunden trifft, einfach niedergeschossen werden könnte. In diesem Moment hatte ich eine so wahnsinnige Angst, dass ich mich fragte, ob es vielleicht besser wäre, ihm in seiner Art nicht mehr zu unterstützen."

"Er trägt ein Licht in sich, dass niemand auslöschen kann"

"Und dann fielen mir all die Gründe wieder ein, warum ich ihn so sein lasse, wie er sein möchte. Weil es ihn glücklich macht. Weil nichts mehr wehtut, als dein Kind tieftraurig sehen zu müssen. Weil es nur zu Selbsthass, Depression und Selbstmord führt, für andere Menschen so zu tun, als wäre man jemand, der man gar nicht ist. Und das machte mir dann auch Angst. Warum muss ich um ihn fürchten, nur wegen der Dinge, die ihn interessieren und der Menschen, die er mag? Hatten wir das nicht alles schon hinter uns gelassen?

Ich möchte, dass diese Welt sich ändert. Dass sie für ihn besser sein wird. Dass sie gut genug für ihn ist, ihn überhaupt zu verdienen. Denn er ist ein wundervoller, erstaunlicher kleiner Mensch. Er möchte mal Präsident werden. Er denkt, er wäre ein Ninja. Er hört dir zu, wenn du ihm was erklärst, und merkt sich das für die Ewigkeit. Ihm fällt auf, wenn du traurig bist, und dann versucht er dich aufzuheitern. Er trägt ein Licht in sich, dass man nicht auslöschen kann, egal, wie sehr manche Leute es versucht haben."

"Die Welt braucht nicht mehr Angst"

"Ich mag viel Angst haben, aber ich weiß, dass sich diese Welt nicht durch Furcht und Schrecken verändern wird. Sie hat schon genug davon. Was sie braucht, ist mehr Liebe und Akzeptanz.

Also sind wir gestern losgezogen und haben mehr Nagellack gekauft, und heute tragen wir beide Ballettröckchen. Also, Welt, hier ist er. Seht mein Kind an und erkennt, was für ein umwerfender Mensch er ist. Zeigt ihm Liebe. Zeigt ihm Akzeptanz. Helft uns, diese Welt in eine zu verändern, die ihn verdient."

Unterstützung statt Spott: Für alle Kinder wünschenswert

Starke Worte, die man allen Kindern in vergleichbarer Lage nur wünschen kann. Denn Devon hat völlig Recht: Ob ein Junge aus der "Phase" herauswächst, oder sich auch als Erwachsener für Nagellack interessiert: Niemand sollte seine Persönlichkeit verstecken und verstellen, nur um von anderen Menschen nicht gemobbt zu werden!

heh
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