Trauernde Mutter beschwert sich über quälende Werbeanzeigen nach Totgeburt

Eine US-Journalistin hat ihr Baby vor der Geburt verloren. Nach der Totgeburt wurden ihr weiterhin Baby-Werbeanzeigen angezeigt. Ihren Ärger darüber verarbeitet die Mutter jetzt in einem offenen Brief.

Ein Baby zu verlieren, ist mit das Schlimmste, was einer Frau passieren kann. Die Trauer nach einem solchen Verlust ist ohnehin schon unendlich groß. Doch noch schlimmer werden die Qualen von verwaisten Eltern sicherlich, wenn ihnen nach einer Totgeburt noch immer Werbeanzeigen für Babysachen angezeigt werden. 

Genau das ist der Journalistin Gillian Brockell passiert. Ihr Baby starb vor seiner Geburt, sie musste das Kind still zur Welt bringen. Die Journalistin, die für die "Washington Post" arbeitet, teilte die traurige Nachricht auf Twitter. Sie schrieb:

Wir sind untröstlich, euch allen mitzuteilen, dass unser Babyboy, Sohan Singh Gulshan, tot geboren wird.  

Einige Tage später meldete sich die trauernde Mutter erneut zu Wort – mit einem offenen Brief an die Tech-Firmen Facebook, Twitter, Instagram und Experian. Darin macht sie deutlich, wie sehr sie darunter leidet, dass ihr trotz der Totgeburt noch immer Werbeanzeigen für Babysachen im Internet angezeigt werden. 

Ihre große Bitte: die Tech-Firmen sollen die Algorithmen, nach denen Personen eingeteilt und mit Werbeanzeigen bespielt werden, so verändern, dass sie es auch erkennen, wenn eine Mutter ihr Kind verloren hat. 

Gillian Brockell schreibt: "Ich weiß, dass ihr wusstet, dass ich schwanger war. Es ist meine Schuld, ich konnte diesen Instagram-Hashtags nicht wiederstehen: #30weekspregnant, #babybump." Auch habe sie "Stillmode" und "geeignete Farbe fürs Babybett" gegoogelt und immer mal wieder auf Anzeigen für Schwangerschaftsbekleidung geklickt.

Doch rund um die Totgeburt hätten sich ihre Suchanfragen verändert. "Aber habt ihr nicht auch gesehen, wie ich 'Sind das Vorwehen?' und 'Baby bewegt sich nicht' googelte?

Auch die vielen Mitleids-Bekundungen ihrer Follower mit Worten wie 'untröstlich', 'Problem' und 'tot geboren' hätten, so die Journalistin, doch eigentlich zu einem Verschwinden der Werbung für Babysachen führen müssen. Ihren Brief beendet sie mit den Worten:

Wenn ihr klug genug seid, mitzubekommen, dass ich schwanger bin, dass es eine Geburt gab, dann seid ihr sicher auch klug genug, mitzukriegen, dass mein Baby gestorben ist, und dann könnt ihr eure Anzeigen anpassen, oder vielleicht, aber nur vielleicht, mir gar keine mehr zeigen.

Facebook hat auf den Brief der trauernden Mutter bereits reagiert  

Für ihren offenen Brief erhielt Gillian Brockell viel Zuspruch von Twitter-Nutzern. Auch ein Facebook-Manager hat sich zu Wort gemeldet.

Rob Goldman antwortete der trauernden Mutter: "Es tut mir sehr leid, dass sie ihr Baby verloren haben und so schmerzhafte Erfahrungen mit unseren Produkten machen mussten. Es gibt Möglichkeiten, Werbeanzeigen zu bestimmten Themen, die jemand als schmerzhaft empfindet, abzustellen, zum Beispiel Elternschaft. Es braucht noch Verbesserung, aber wir möchten, dass Sie wissen, dass wir daran arbeiten und für Ihr Feedback dankbar sind." 

Gillian Brockell bedankte sich für die Antwort und erklärte, dass ihr inzwischen jemand gezeigt habe, wie sie die Anzeigen abstellen könne. Direkt nach der Totgeburt sei es ihr aber nicht möglich gewesen, nach entsprechenden Informationen zu suchen.

Darum habe sie darum gebeten, dass die Algorithmen auch auf Stichworte wie "Stillgeburt" reagieren und dann zum Beispiel eine Pause der Werbeanzeigen veranlassen. 

Video: Wie man lernt, mit der schlimmsten Trauer umzugehen

Wie man lernt mit der schlimmsten Trauer umzugehen
mh
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Baby verloren: Trauernde Mutter beschwert sich nach Totgeburt über quälende Werbeanzeigen

Eine US-Journalistin hat ihr Baby vor der Geburt verloren. Nach der Totgeburt wurden ihr weiterhin Baby-Werbeanzeigen angezeigt. Ihren Ärger darüber verarbeitet die Mutter jetzt in einem offenen Brief.

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