Eine Mutter gedenkt ihrer 11 Fehlgeburten mit starken Bildern

Schon eine Fehlgeburt ist kaum zu verkraften. Aber elf? Mit ihren Bildern versucht Dianne Yudelson ihre Trauer zu verarbeiten - und anderen Frauen zu helfen.

Die emotionale Belastung durch eine Fehlgeburt wird oft unterschätzt. Viele Menschen glauben, dass der Tod besser zu verkraften ist, wenn das Kind noch nicht wirklich auf der Welt war. Aber das stimmt nicht. Auch die Trauer um ein ungeborenes Kind ist groß - und viele Frauen haben Jahre damit zu kämpfen.

Der Fotografin Dianne Yudelson hat das Leben besonders übel mitgespielt. Zwischen 1993 und 2005 hatte sie insgesamt elf Fehlgeburten. Elf verlorene Babys, elfmal die Hoffnung, Mutter zu werden, elfmal der Schock, wenn es wieder nicht geklappt hat.

Toni Hammer

Um ihre Gefühle zu verarbeiten, hat sie die Fotoserie "Lost" gestartet. Jedem verlorenen Baby ist darin ein Bild gewidmet, das den Namen zeigt, der für es ausgesucht wurde sowie Dinge, die Dianne für das Baby angeschafft hatte oder die sie an es erinnert.

"Natürlich trauert man nach dem Verlust eines Babys", so die Amerikanerin gegenüber der Huffington Post.

Dazu kämen die körperlichen Schmerzen, die eine Fehlgeburt mit sich bringe, und die hormonelle Umstellung, die die Emotionen zusätzlich durcheinanderwürfelten.

"Eine Fehlgeburt zerreißt dir das Herz, eine Fehlgeburt erschöpft dich, eine Fehlgeburt isoliert dich." So fasst es Dianne sehr treffend zusammen.

Sie und ihr Mann haben inzwischen auch zwei gesunde Kinder. Dennoch ist die Trauer um die verlorenen Babys ein Teil ihres Lebens.

Die preisgekrönte Fotografin, deren Arbeiten bereits im New Yorker, der New York Times und vielen Ausstellungen erschienen sind, hofft, dass ihre Bilder anderen Frauen, die Ähnliches erlebt haben, Mut macht, Wege zu finden, die eigene Trauer zu verarbeiten und darüber zu sprechen.

Denn das Thema Fehlgeburt sei heute immer noch ein Tabu, was den Umgang damit für die Trauernden noch mehr erschwert.

"Ich glaube jeder von uns kennt eine Frau, die eine Fehlgeburt hatte - sei es die Mutter, die Frau, die Schwester, eine Freundin oder Kollegin. Trotzdem haben sie noch nie darüber gesprochen."

Ein Grund für das Schweigen sei auch, dass viele Menschen sehr unsensibel auf Fehlgeburten reagierten. Die Betroffenen machten dann lieber dicht, aus Angst vor Verletzungen.

"Ich hoffe, dass ich dazu beitragen kann, dass das Thema öffentlicher und besser verstanden wird."

Mehr über Dianne Yudelson und ihre Arbeit erfahrt ihr auf www.dianneyudelson.com.

miro
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