Jonas (3 Monate) stirbt an Keuchhusten - seine Mutter startet dringenden Impf-Appell

Jonas kam zu früh zur Welt und musste sie viel zu früh wieder verlassen. Er starb an Keuchhusten - kurz bevor er dagegen geimpft werden sollte. Seine Mutter bittet deswegen nun vor allem Erwachsenen, ihren Impfschutz aufzufrischen. "Damit sein früher Tod nicht völlig sinnlos war."

"Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es Dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache." Mit diesen Worten von Antoine de Saint-Exupéry beginnt die Traueranzeige für den kleinen Jonas. Der Junge starb knapp zweieinhalb Monate nach seiner Geburt an Keuchhusten – kurz bevor er gegen die tückische Krankheit geimpft werden sollte.

Anfang Mai dieses Jahres kam Jonas als Frühchen zur Welt. Er wog nur 1150 Gramm, war aber gesund, kräftig und brauchte keine Atemhilfe. Nach einigen Wochen in der Klinik durfte der kleine Junge sogar schon nach Hause. Doch schon eine weitere Woche später begann er leicht zu schniefen und zu husten. Der Kinderarzt diagnostizierte eine leichte Erkältung – kein Grund zur Sorge. Doch der Husten wurde nicht besser. "Jonas hat sich übergeben und stark gehustet. Wir sind sofort ins Krankenhaus gefahren", erinnert sich seine Mama Petra L. im Gespräch mit ‚Bild am Sonntag’.

Im Krankenhaus erkannte ein Arzt dann die wahre Krankheit. Jonas litt an Keuchhusten. Am Ende war es so schlimm, dass der kleine Junge ins künstliche Koma versetzt wurde und in eine Spezial-Klinik mit Beatmungszentrum kam. Doch auch dort konnten die Ärzte nichts für das Baby tun. Jonas’ Organe versagten und seine Eltern mussten sich von ihrem "Böhnchen" verabschieden. "Wir haben ihn gehalten. Sein Herz wurde immer langsamer", sagt seine Mutter. "Wir mussten ihn gehen lassen."

Jonas' Tod soll nicht umsonst sein

Das Tragische: Jonas hatte bereits einen Impftermin. Am 7. Juli – wie empfohlen etwa zwei Monate nach der Geburt – sollte er eine Sechsfach-Impfung bekommen, die auch den Schutz gegen Keuchhusten abgedeckt hätte. Bei wem sich Jonas angesteckt hat, wissen seine Eltern nicht. Damit anderen Eltern dieser unerträgliche Kummer erspart bleibt, möchten sie nun deswegen für mehr Aufklärung kämpfen.

Denn in den meisten Fällen sind es Erwachsene, die Kinder mit Keuchhusten anstecken."Deshalb ist es wichtig, dass man sich dagegen impft. Es ist eine wirklich schlimme Krankheit. Man kann die Angst in den Augen des Kindes sehen, wenn es keine Luft mehr bekommt", schreibt Petra L. bei Facebook.

Impfschutz alle 10 Jahre auffrischen

Alle zehn Jahre sollten Erwachsene ihren Impfschutz auffrischen, empfiehlt Dr. Jan Leidel, Leiter der Ständigen Impfkommission. Denn auch wenn Erwachsene bereits Keuchhusten hatten, können sie ohne weiteren Impfschutz wieder erkranken und andere Menschen infizieren – so wie den kleinen Jonas.

"In tiefer Trauer bitten wir euch darum, dafür zu sorgen, dass sein früher Tod nicht völlig sinnlos war. Wenn nur ein zartes Wesen und seine Familie von diesem grausamen Schicksal verschont werden, sind wir dankbar. Bitte überprüft euren Impfstatus, lasst euch impfen und sagt es allen weiter."

ag
Themen in diesem Artikel

Unsere Empfehlungen

Brigitte-MOM-Newsletter

MOM-Newsletter

Mit unserem Newsletter erfährst du alles über die neuesten Online-Beiträge und verpasst keine MOM-Ausgabe!