Mir egal, wenn er noch mit 14 in mein Bett gekrochen kommt!

Was tun, wenn das Kind einfach nicht alleine schlafen will? Bloggerin Sabrina bleibt locker – auch wenn andere sie für eine Glucke halten.

Das Blog: Mamahoch 2 Die Bloggerinnen: Sabrina und Bianca sind Mitte 20, Mütter von insgesamt drei Kindern und beherrschen einfach alles, was sich mit den Händen herstellen lässt - ob Nähen, Häkeln, Backen oder Kochen. Das gefällt uns: Tolle Rezepte, Schnittmuster und DIY-Ideen, garniert mit lesenswerten Texten über Erziehung und Familienalltag - ein super Gesamtpaket!

Wir schreiben das Jahr 2015, welches sich zugegeben schon dem Ende neigt, und es gibt Dinge, die sind seit der Geburt meines "großen" Sohnes (4) so, wie sie eben sind und wahrscheinlich noch lange so sein werden. Dazu zählt das Bettgehverhalten.

Für uns, oder nein – vielmehr für ihn - ist es normal, dass er in unserem Bett schläft bzw. schlafen will. Das Kind schläft nur in unserem Bett, denn es fühlt sich dort wohl, will da nicht raus und versteht auch nicht, warum es in seinem eigenen Bett schlafen sollte.

Selbst das ultimative Geburtstagsgeschenk "Hochbett deluxe" konnte ihn nur sehr kurzweilig dazu animieren, im eigenen Bett zu schlafen. Diese Phase flaute sehr schnell ab - lieber schläft er auf dem Boden, statt irgendein menschenverlassenes Bett zu betreten. Selbst bei den geliebten Übernachtungen bei Oma erhebt der junge Mann Ansprüche auf die Besucherritze.

Sollte man dem irgendetwas entgegensetzen, wird mit Emotionen gespielt: "Aber Mama, wenn ich nicht bei dir schlafe, dann erfriere ich. Ihr lasst mich doch nicht einfach erfrieren." Oder auch sehr beliebt: "Ich bin ein Vogelbaby und du meine Vogelmama und du musst mich kuscheln und ich will nicht alleine sein." Der Klassiker ist wahrscheinlich: "Es hat geknackt." Ich denke, diesen Satz kennt jede Mutter oder hat ihn zumindest in ähnlicher Form bereits gehört.

Kurzum: Jeder Versuch, ihm ein anderes Bett schmackhaft zu machen, ist gescheitert und somit schläft er fast jede Nacht in unserem Bett.

Papa ist kein Fan vom Kind im Ehebett

Dass der Große mit seinen Schlafgewohnheiten für Diskussionsgrundlagen sorgt, ist ihm vielleicht gar nicht bewusst. Mama zeigt Mitgefühl und hat allgemein nichts dagegen, Kinder im Bett zu beherbergen. Schließlich ist Kuscheln und Nähe schön und irgendwie hat man die kleinen Wussel ja gerne um sich.

Papa sieht das aus einer anderen Richtung: Erholsamer Schlaf sieht nämlich anders aus – für alle. Wenn Schlaf – der wichtig ist – erholsam sein soll, hat man keine Füße im Gesicht, man wird auch nicht angehaucht und man muss auch nicht damit leben, dass quer über und unter einem Kindergliedmaßen liegen. Zudem ist die Liegefläche bedeutend größer, wenn Kinder in ihrem eigenen Bett schlafen und das Wort Paarleben bekommt ohne Kind im Bett eine andere Bedeutung.

Theoretisch sind diese Argumente natürlich berechtigt, aber eine gewitzte Mama kommt nun mit einem Totschlagargument um die Ecke. Sie macht sich groß und sagt mutig:

"Aber wir schlafen ja auch immer zusammen in einem Bett, wie willst du ihm dann erklären, dass er alleine schlafen soll?"

Es herrscht Stille - lange Stille, bis schließlich folgt:

"Ja, aber wir sind ja auch verheiratet!"

Na schön: "Aber ihn hab ich geboren." Wieder Stille.

"Aber wir mussten als Kinder auch in unserem Bett schlafen. Da gab es sowas wie FAMILIIIIIIIIEEEEEEEENBETT nicht, oder wie man das jetzt nennt."

Menschenkinder sind Nesthocker

Natürlich hat er Recht. Früher war das einfach nicht so, aber früher hat man Kindern auch mit 6 Wochen Möhrensaft gegeben, hat sie schreien lassen, damit sich die Stimmen kräftig entfalten und hat darauf geachtet, dass sie auch 80 Prozent des Tages liegend in der Wiege verbrachten und ja nicht getragen wurden, um sie nicht zu verwöhnen.

Inzwischen habe ich meine Position ein bisschen gefestigt: Den Kindern ist das Bei-uns-Schlafen auf Wunsch einfach freigestellt. Schließlich sind Menschenkinder – so meine tiefe Überzeugung – Nesthocker und beim kurzen Durchgehen aller mir bekannten Säugetiere ist mir keines eingefallen, das sein Baby nachts ablegt und dann "seiner Wege geht". Die Vorstellung, dass ein Koala-Bär sagt: "Du bleibst jetzt die Nacht fein hier legen und ich bin dann mal weg", passt irgendwie nicht in meinen Kopf. Auch, wenn sich bei unseren beiden Kindern deutliche Unterschiede zeigen, denn der Kleine liebt sein Bett – noch.

Verwöhne ich meine Kinder?

Unterhalte ich mich mit anderen darüber, dann höre ich oft: "Was macht du, wenn der Bursche noch mit 14 bei dir schläft?" Tja, dann ist das eben so. Auch wenn ich fest davon überzeugt bin, dass spätestens mit zunehmender Pubertät der Drang wächst, sich von Mama etwas mehr abzukapseln und man dann lieber mit anderen Personen lieber kuschelt.

Oft höre ich auch: "Na, du verwöhnst sie ganz schön!". Was sollte man als Mutter aber sonst tun? Soll ich sie nachts in eine dunkle Kammer stecken und schreien lassen, nur damit ich stolz sagen kann: "Also ich verwöhne meine Kinder ja nicht." Und am Tag darauf renne ich dann mit tiefen Augenringen stolz auf Arbeit und erzähle allen: "Schaut her, ich bin die Größte – ich habe es geschafft, dass sie in ihrem Bett eingeschlafen sind."

Wenn ich an ältere Generationen denke, dann klingt mir immer wieder dieser Satz nach: "Wir hätten früher einfach mehr auf unser Gefühl hören und mehr Nähe zulassen sollen. Jetzt sind die Kinder groß und man hat das Gefühl, etwas verpasst zu haben."

Und während mein Mann und ich diese Thematik immer weiter erörtern und versuchen, den "richtigen Weg" zu finden, blicken wir neben uns und sehen, wie der Große selig neben uns eingeschlafen ist und friedlich vor sich hinschlummert. Und wir sind uns sicher, auf jeden Fall keinen "falschen Weg" eingeschlagen zu haben.

Text von Sabrina Heinke, ursprünglich erschienen auf www.mamahoch2.de.

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