Mutter eines ADHS-Kindes berührt mit ihrem Text Tausende Menschen

Ein gefühlloser Kommentar im Supermarkt führte dazu, dass Taylor Myers in Tränen ausbrach – und einen bewegenden Text auf Facebook schrieb.

bei Kindern – die Krankheit ist in aller Munde. Und doch wissen nur wenige, was es wirklich bedeutet, ein Kind mit ADHS zu haben. Was wiederum dazu führt, dass Menschen vorschnell urteilen und Mütter angreifen. Mütter wie Taylor Myers.

Eine denkwürdige Begegnung im Supermarkt

Taylor Myers hat eine Tochter, Sophie, die an ADHS leidet. Das heißt, ganz grob gesagt, dass sich Sophie nicht so gut selbst regulieren kann wie andere Kinder. Die Familie lebt damit schon einige Jahre und kommt damit einigermaßen klar, aber immer wieder bringt Sophies Impulsivität alle an ihre Grenzen. Vor allem wenn Fremde sich einmischen, wie in einem Supermarkt vor einer Woche. Es endete damit, dass Taylor in Tränen aufgelöst den Laden verließ.

Auf ihrer Facebook-Seite erklärt sie, was an der Supermarktkasse passiert ist.

"Sophie saß / stand / machte Kopfstand im Einkaufswagen, sie heulte, weil ich ihr eine Tüte mit Chips weggenommen hatte und weil sie mich in der Schlange immer wieder 'Arschloch' genannt hatte.

Sie ist unermüdlich. Ich weiß das. Ich lebe damit. Die ADHS und ihr obsessives kleines Herz beißen sich an diesen Dingen fest, die sie für ungerecht und falsch hält, und es hört nicht auf, bis sie irgendwann einschläft oder etwas sehr dramatisches passiert, was ihre Aufmerksamkeit ablenkt von dem Ding, auf das sie so fixiert ist.

Wir standen einige Minuten in der Schlange, und ich ignorierte ihr Geheul und weigerte mich nachzugeben. Wenn man trotz schlechten Verhaltens nachgibt, verstärkt es doch nur das schlechte Verhalten? 

Ich habe ihretwegen schon hunderte Läden verlassen. Und fast jedes Mal hatte ich am Ende nichts von dem eingekauft, was ich brauchte, mit einem vierjährigen Kind an der Hand und einem Baby auf der Hüfte. Aber dieses Mal musste ich es durchziehen, um meine Einkäufe zu machen.

Ich sage ihr also zum zehnten Mal, dass sie sich hinsetzen soll, damit sie nicht runterfällt, und das nächste was ich höre, ist eine Frau hinter mir, die sagt:

'Um Himmels willen, jetzt gib ihr doch einen Keks, damit sie den Mund hält!'"

Es ist eigentlich ein harmloser Satz, von einer Fremden, die Taylor eigentlich egal sein könnte. Aber gleichzeitig ist der Satz so übergriffig und ignorant, dass Taylor Myers die Nerven verliert, wie sie offen zugibt:

"Ich hätte freundlicher antworten können. Ich hätte ihr sagen können, dass ich meine beiden Kinder allein erziehe, dass ich mein Bestes gebe und dass ich keine andere Wahl hatte, als den Einkauf abzuwarten.

Stattdessen hörte ich aus meinem Mund: 'Sie ist vier Jahre alt und kümmern Sie sich um ihren eigenen Scheiß!'

Ich bewahrte die Haltung, bis ich mit meinem Kram fertig war, und ging zur Selbstbedienungskasse, damit ich niemandem ins Gesicht schauen musste als 'diese Person'. Die Person mit dem ungezogenen Kind. Als ich endlich am Ausgang bin, laufen mir die Tränen übers Gesicht. Ich bin ausgetickt. Ich bin wütend, ich bin verletzt, beleidigt und einfach unfassbar traurig, dass ich nicht eine einzige gute Erfahrung im mit meinen Kinder haben kann."

Eine Fremde hilft ihr, wieder Mut zu fassen

Und dann passiert etwas, womit diese Mutter am Rande des Nervenzusammenbruchs nicht gerechnet hat. Eine Frau taucht auf und spricht mit Sophie. Sie stellt ihr Fragen, um sie abzulenken, aber sie steht Taylor bei, als Sophie wieder von den Chips anfängt:

"Nein, du kannst die heute nicht haben. Du musst jetzt lieb sein für deine Mami. Sie braucht es, dass du jetzt lieb zu ihr bist. Ich habe ein Kind, das genauso alt ist wie du. Wie alt bist du? Wie alt ist dein Bruder?"

So redete die Fremde freundlich auf Taylors Tochter ein und Taylor war ihr unglaublich dankbar. Es war ein Moment des Mitgefühls, den sie unbedingt mit anderen Menschen teilen wollte. Taylors Appell:

"Du weißt nie, was jemand anderes gerade durchmacht. Du kannst nie alle Probleme kennen, die ein Kind hat und die dafür sorgen dass es sich schlecht benimmt. Du hast kein Recht über mich zu urteilen, es sei denn, du hast genau so ein Kind wie ich. Aber es braucht auch nur eine kleine gute Tat, um einer Mutter Trost und Bestätigung zu schenken."

Und dann folgt ihr wichtigster Appell:

"Mamas müssen zusammenhalten."

Hundertausende haben ihr hier bereits auf Facebook zugestimmt.

miro

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