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Kinderernährung Hier ist sie, die Lösung für den täglichen Mahlzeitenwahnsinn!

Kinderernährung: Kleiner Junge isst Spaghetti
© komokvm / Shutterstock
Wer Kinder hat, kennt diesen Frust: Man kauft ein, denkt sich was aus, man kocht und hinterher sind trotzdem alle schlecht drauf, weil immer einer angeekelt auf den Teller guckt. Unsere Autorin hatte irgendwann genug davon - und fand eine Lösung.

Immer diese gerümpften Nasen!

Ich hab drei Kinder. Ich liebe Kochen - und ich esse gern; leider (aber egal, das gehört jetzt nicht hierher...). Was ich nicht liebe, sind folgende Sätze, die immer im Jammerton vorgetragen werden:

  1. Was gibt’s heute?
  2. Was ist DAS denn?
  3. Was sind diese komischen kleinen Dinger da drin?
  4. Oh näh, schon wieder?
  5. Ich hasse XYZ ....
  6. Nee, danke, ich mach mir lieber ein Müsli. Können wir endlich mal wieder XYZ essen?
  7. (Und dann, eine halbe Stunde nach dem Essen, von dem kaum was angerührt wurde:) Ich hab Hunger!

Ich hab mir diese Sätze inzwischen zwölf Jahre lang angehört und mal laut, mal leise geflucht. Irgendwas geschrien wegen der Kinder in Afrika oder wegen fehlenden Respektes oder watt weiß ich. Umsonst. Dann hab ich beschlossen: Es reicht. Irgendwas muss anders werden.

Und dann das ständige Einkaufen!

Denn mich hat noch was genervt: das ewige Gerenne zum Supermarkt, weil irgendwas fehlt. So eine Zeitverschwendung! Und mir ständig überlegen zu müssen, was es zum Essen geben soll – am besten noch, wenn drei Kinder auf mich einreden, während ich parallel den Kühlschrank von abgelaufenen Joghurts entmiste. Denn selbst, wenn nicht alle zu Hause Mittag essen: Abends um 18 Uhr im Angesicht heuliger, hungriger Kinder überlegen zu müssen, was zum Essen geben soll, ist auch nicht besser. Also, wie gesagt: eine Lösung musste her - gesagt, getan.

Schluss damit! Lösung gefunden!

Und was soll ich sagen: Ich hab die Lösung gefunden! Sie lautet: Essenplan. Es ist der Hammer. Das Leben kann so einfach sein!

Also, das geht so: Man macht eine grobe Liste mit allen Sachen, die in der Familie im Großen und Ganzen gern gekocht und gegessen werden. Dann erstellt man auf dem Computer eine Tabelle mit sieben Tagen und so vielen Spalten, wie man braucht: also entweder nur Abendessen oder Mittagessen und Abendessen. Man verteilt die bekannten Rezepte auf fünf Tage (zum WE komm ich später) und sorgt dafür, dass bei jeder Mahlzeit ein Sattmacher dabei ist, den alle mögen (bei uns sind es Kartoffeln, Kräuterbutterbaguette, Quarkspeise oder sowas). Damit schreibt man erstmal vier Wochen voll. Dann zwei, dann drei Monate mit möglichst wechselnden Gerichten (reicht auch, wenn die Beilage wechselt oder die Sauce ...) Und dann – und da liegt der Witz – beginnt der Plan von vorn! An der Küchenwand aushängen (ganz wie in der Kantine) und los geht’s!

Im Ergebnis heißt das: - Einmal Arbeit machen und dann wird endlich alles leichter! - Nie wieder Gedanken ums Essen machen! - Einmal die Woche einkaufen, weil man genau weiß, was man braucht! - Nie wieder im Supermarkt überlegen müssen! - Und natürlich trotzdem die Freiheit haben, irgendwelche kleinen Extras dazuzukaufen.

Praxistest bestanden!

Wir machen das jetzt seit genau drei Monaten - und ich kaufe wirklich nur einmal die Woche ein. (Okay, hin und wieder Milch oder Butter). Ich habe keinen inneren Stress mehr, was das Essen betrifft. Das Einzige, was ich anmerken muss: Irgendwann wird man an den Plan nochmal ranmüssen, wenn man neue Lieblingsrezepte hat. Und ja: für’s Wochenende muss man immer neu überlegen, aber da macht es ja auch Spaß. Aber das Beste ist: Seit die Kinder morgens schon sehen können, was es zum Essen gibt, sagt kein Mensch mehr was gegen das Essen! Kein Witz. Ist wirklich so. Vielleicht weil sie sich in der Schule drauf einstellen können. Keine Ahnung warum - ich nehm es einfach dankbar hin.

Ach ja: Das Wochenende ist extra nicht mitgeplant damit’s nicht langweilig wird – da ist dann Raum für spontane Gelüste oder neue Rezepte.

Dieser Artikel ist ursprünglich auf Eltern.de erschienen.

Julia Schmidt-Jortzig

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