Supermarkt setzt Mutter mit schreiendem Kind vor die Tür

Wenn das Kind im Supermarkt durchdreht, ist das unangenehm genug. In Hamburg wurde eine Mutter auch noch aufgefordert, mit dem brüllenden Sohn rauszugehen - weil er "die Sicherheit gefährde".

Jede Mutter hat sie schon mal erlebt, für manche gehören sie sogar zum Alltag: Trotzanfälle im Supermarkt. Das überbordende Angebot an Köstlichkeiten scheint bei kleinen Kindern schnell die Sicherungen durchbrennen zu lassen. Das Letzte, was die gestresste Mutter dann brauchen kann, sind blöde Kommentare von Außenstehenden. Die aber leider trotzdem gern geäußert werden.

In einem Rewe-Markt in Hamburg ging es aber noch weiter: Annett Gerstenberg ging an einem Freitag gegen 17 Uhr einkaufen - im Schlepptau hatte sie ihren dreijährigen Sohn Maximilian. Der war gerade im Auto eingeschlafen und schwer genervt davon, für den Einkauf aus den Träumen gerissen zu werden.

"Normalerweise würde ich in so einer Situation nicht einkaufen gehen", sagt die Mutter gegenüber der Hamburger Morgenpost. "Aber wir hatten nichts mehr zu essen zu Hause. Ich musste einkaufen."

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Abgefangen vom Supermarkt-Detektiv

Maximilian zog schon am Eingang des Marktes die ganz große Trotzkind-Show ab: brüllen, strampeln, auf den Boden werfen. Ein Mann stellte sich neben die kämpfende Mutter und beobachtete sie. Als sie fragte, was das solle, gab er sich als Supermarkt-Detektiv zu erkennen. "Er sagte, er sei für die Sicherheit des Geschäfts zuständig. Und die würde ich gefährden. Dann forderte er mich auf, den Laden zu verlassen!"

Er wich nicht von ihrer Seite, bis sie mit dem angeblich gemeingefährlichen Kleinkind den Laden verlassen hatte.

Annett Gerstenberg kann es nicht fassen. "Kinder sind nun mal manchmal bockig. Das ist doch ganz normal! Ich frage mich, ob dort auch Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung vor die Tür gesetzt werden?"

"Wollte nur helfen"

Die Filialleitung des Rewe-Marktes verteidigt den Detektiv. Er habe nur helfen wollen. Zudem habe das Brüllen so geklungen, als habe das Kind einen Unfall gehabt. Warum es mit einer Verletzung draußen besser aufgehoben sein soll, erklärte das Management aber nicht.

Nun soll es ein klärendes Gespräch zwischen dem Detektiv und der Mutter geben, aber ob das die Fronten wirklich auflösen wird? Wir haben unsere Zweifel.

Vermutlich ärgert sich Annett Gerstenberg eher, dass sie in dem Moment im Supermarkt keine schlagfertige Antwort parat hatte (die fallen einem ja leider immer erst später ein). Wir hätten da ein paar Vorschläge:

5 Konter-Sätze für übereifrige Supermarkt-Detektive

  • - "Und was tun Sie, wenn hier eine Kita-Gruppe reinkommt? Die GSG9 alarmieren?"
  • - "Fassen Sie den Kleinen bloß nicht an. Das könnte die Handgranate aktivieren!"
  • - "Und wo haben Sie Ihre Kindheit verbracht? In einer schalldichten Gummizelle?"
  • - "Komm, Moriarty, wir gehen. Da hinten haut übrigens gerade jemand mit der Kasse ab."
  • - "Moment, Sie kenne ich doch! Wir sind gerade in die Wohnung über Ihnen eingezogen. Wir werden sicher noch voneinander HÖREN."
  • Fallen euch noch mehr Antworten ein?
miro
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