Neue Studie bestätigt, dass viele Menschen ohne Kinder glücklicher sind

Machen Kinder wirklich glücklich? Eine neue Studie von Glücksforschern in Europa bestätigt, dass viele Menschen nach der Geburt unglücklicher sind als sie es ohne Kinder waren.

Lieben, Kuscheln, Kümmern – für viele Eltern sind ihre Kinder das ganz große Glück. Sie können sich ein Leben ohne ihre Kleinen gar nicht mehr vorstellen. Doch nicht allen Eltern geht es so. Wie unglücklich viele Eltern nach der Geburt ihrer Kinder sind, das zeigt jetzt eine neue Studie von Glücksforschern, über die die "Welt am Sonntag" berichtet. 

Entscheidend sind finanzielle Nöte der Eltern  

Für die Studie wurden eine Million Eltern in ganz Europa zu ihrer Lebenszufriedenheit über einen Zeitraum von zehn Jahren befragt und herauskam: Viele Menschen sind nach der Geburt unglücklicher als sie es ohne Kinder waren. 

Ursache dafür sind laut den zwei Glücksforschern David Blanchflower und Andrew Clark nicht die Kinder an sich – sondern vor allem finanzielle Nöte. 

Klar, ein Kind kostet. Oftmals braucht die Familie eine größere Wohnung, ein größeres Auto, die Ausgaben für den Familienunterhalt steigen. Windeln, Nahrung, Schule, Hobbys, Klamotten, das muss alles bezahlt werden. Parallel sinken in der Regel die Einnahmen der Familie, weil ein Elternteil oder auch beide deutlich weniger oder gar nicht mehr arbeiten.

Laut Statistik, so berichtet das "Sat.1 Frühstücksfernsehen", kommen für ein Kind bis zum 18. Lebensjahr Kosten um die 130.000 Euro zusammen. Ein ganz schöner Batzen. 

"Materielle Bedingungen sind sehr wichtig für das Glück", sagte der Schweizer Glücksökonom Bruno Frey der "Welt am Sonntag". Zuletzt hätten sich "viele zu sehr an der natürlichen Umwelt orientiert und haben das Einkommensniveau als selbstverständlich hingenommen. Sie haben gedacht, es wäre kein Problem, weniger zu arbeiten und nur noch die Hälfte zu verdienen – eine super romantische Vorstellung, die leider nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat. Weniger Geld schadet dem Glück", so Frey weiter.

Ob tatsächlich so viele Eltern die finanziellen Herausforderungen der Familiengründungen falsch einschätzen, sei an dieser Stelle einmal dahingestellt. Fakt ist aber auf jeden Fall, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf noch immer oft ein anstrengender Kraftakt ist. Eltern im Dauerstress, Konten am Anschlag – verständlich, wenn da die Freude am Elternsein etwas verloren geht.

Kein Wunder also, dass gerade Eltern, die durch Kinder in finanzielle Nöte geraten, nicht mehr ganz so glücklich sind, wie sie sich das wahrscheinlich erhofft haben. 

Was wir gegen die finanzielle Not tun können

Das Gute an dieser Nachricht ist aber immerhin, dass sie uns alle daran erinnert, in der Phase der Familiengründung auch die finanzielle Stabilität der Familie im Blick zu behalten. Wer kann, kann also auf jeden Fall versuchen, dieser potentiellen Unglücksfalle gegenzusteuern, indem er beispielsweise vor der Schwangerschaft finanzielle Polster anlegt oder aber noch genauer darüber nachdenkt, wie die Anbindung an den Beruf erhalten werden und wie die Betreuung eines Kindes zur Sicherstellung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie geregelt werden kann. 

Auch Arbeitgeber und Politik sind gefragt

Entsprechend sollten die Ergebnisse dieser Studie aber nicht nur für (künftige) Eltern ein wichtiger Hinweis sein, sondern auch für die Unternehmen, die diese Eltern bezahlen. Familiengründung ist ein wichtiger und natürlicher Bestandteil unseres Lebens und ein jedes Unternehmen tut gut daran, seinen Angestellten dabei zu helfen, Familie und Beruf so entspannt und positiv wie möglich miteinander zu vereinbaren, sei es mit fairen Löhne, flexiblen Arbeitszeiten, Kind-krank-Büros, Betriebskindergärten oder ähnlichem.

Außerdem ist selbstverständlich weiterhin die Politik gefragt, Deutschland jeden Tag ein Stückchen mehr kinderfreundlich zu gestalten. Wie können wir Eltern besser bei der Suche nach einer guten und bezahlbaren Kinderbetreuung unterstützen? Wo braucht es möglicherweise mehr Geld für gute Bildung? Braucht es noch mehr finanzielle Unterstützung für Sportangebote oder Vereinsmitgliedschaften für die Kinder? Müssen Eltern noch besser dazu informiert werden, welche Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung es für Eltern gibt? All diese Komponenten sind wichtige Stellschrauben dafür, zu verhindern, dass Eltern aus finanziellen Gründen unglücklich mit ihrer Entscheidung für Kinder sind.  

Es liegt an uns allen, eine Gesellschaft zu kreieren, in der Eltern nicht verzweifeln müssen, weil das Geld hinten und vorne nicht reicht, sobald sie ein Kind bekommen haben. 

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mh
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