Bundeswehr lässt Kinder mit echten Waffen spielen

Bei einem Tag der offenen Tür der Bundeswehr ließen Soldaten Kinder mit echten Schnellfeuergewehren experimentieren. Eine geschmacklose Idee, die ein Nachspiel hat: Die Verteidigungsministerin selbst hat sich eingeschaltet.

Was war da los?

Eigentlich war es nur ein ganz normaler "Tag der offenen Tür" bei der Bundeswehr. Die Truppe versucht so, ihr Image in der Öffentlichkeit zu verbessern und auch neue Kameraden und Kameradinnen zu akkreditieren.

Warum ging dieser Versuch daneben?

Natürlich waren auch Kinder zu Besuch, was ja erstmal nichts Schlimmes ist. Aber statt die Kleinen nur herumzuführen und zu informieren, ließen die Bundeswehrsoldaten sie auch mit Waffen hantieren. Echten, wohlgemerkt!

Du liebe Zeit, das ist doch gefährlich!

Natürlich waren die Schnellfeuergewehre gesichert und ohne Munition. Dennoch sendet so eine Aktion natürlich das absolut falsche Signal. Waffen sind keine Spielsachen. Und Krieg ist kein Spiel. Punkt.

Ist das überhaupt erlaubt?

Nein. Schon bislang durften nur Personen ab 18 Jahren die Waffen der Bundeswehr berühren. Und jetzt hat sich die Verteidigungsministerin persönlich eingeschaltet: Ursula von der Leyen hat kurtfristig entschieden, dass bei solchen Veranstaltungen künftig niemand mehr Waffen berühren darf. Diese werden von nun an nur noch hinter Glas gezeigt.

Wie kam das denn eigentlich heraus? Haben sich Eltern beschwert?

Nein, die standen überwiegend wohlwollend daneben. Aber Aktivisten der Deutschen Friedensgesellschaft haben die Fotos gemacht und auf ihrer Seite veröffentlicht. Die Aktivisten und Kinderrechtler kritisieren schon lange, dass die Bundeswehr bei ihrer Werbung oft gezielt Kinder und Jugendliche anspricht.

miroArtikel aktualisiert am 14.6. um 14:40 Uhr
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