Emotionale Bitte eines Vaters an Menschen, die bei Rot über die Ampel gehen

"Das war verdammt knapp!" Warum Papa-Blogger Markus Brandl alle Menschen, die bei Rot über die Ampel gehen, inständig darum bittet, das nicht zu tun.

Dieses Erlebnis hat ihn sehr berührt. Auf Facebook und auf Instagram berichtet Papa-Blogger Markus Brandl aus seinem Leben als junger Vater. Einer seiner Posts aus der jüngsten Zeit sorgte für besonders viel Aufmerksamkeit. Darin schildert Markus Brandl ein erschreckendes Erlebnis mit einem kleinen Kind an einer Ampel. Seine Gedanken dazu hat er in diesem Facebook-Post aufgeschrieben, den wir hier sehr gerne teilen.  

"Hallo Rotgänger!

Endlich habe ich Feierabend. Die Sonne scheint, es riecht nach Frühling. Ich nehme den Bus nach Hause, schließlich dauert die Fahrt nur zwölf Minuten. Zeitlich sieht es heute echt gut aus – vielleicht kann ich die letzten Sonnenstrahlen mit den Jungs im Garten genießen. Ich bin dadurch etwas in Eile, schließlich zählt jede Minute, die Sonne wird schon bald untergehen. Der Bus hält an meiner Haltestelle, ich hüpfe raus und marschiere schnellen Schrittes nach Hause. Da. Eine Straßenüberquerung.

Die Ampel steht auf Rot. Mir gegenüber, auf der anderen Straßenseite sehe ich einen kleinen Jungen

– ich schätze ihn auf vier Jahre. Er trägt einen kleinen blauen Fahrradhelm und sitzt auf einem blauen Puki-Rad ohne Pedale. Neben ihm wartet seine Mutter auf einem Cityrad. Konzentriert beobachtet der Junge das rote Licht, nur unterbrochen durch einen kurzen Blick nach oben zu seiner Mutter – sie lächelt ihn an. Sie ist sichtlich stolz auf ihren Stöpsel. Diese kleine Szene rührt mich, nicht nur weil der kleine Mann mich an meinen eigenen Sohn Paul erinnert, sondern vor allem, weil die beiden miteinander kommunizieren, ohne wirklich zu reden. Über Blicke. Sie vertrauen sich. Und das ist spürbar.

Plötzlich drängelt sich ein Kerl genau zwischen den beiden hindurch und überquert die Straße. Die Ampel ist noch immer Rot. 

Ich schätze den Mann auf etwa 50 Jahre. Er trägt ein Hemd mit vielen bunten Polosport- und Segel-Logos des Stadtstaats Monaco, wobei ich bezweifle, dass er dort in einem der Vereine aktiv ist. Auffällig sind vor allem seine Kopfhörer, die ich erstmal als Bürstenköpfe für eine elektrische Zahnbürste wahrnehme, aber lediglich kabellos funktionieren. Er spricht, offensichtlich in irgendein verstecktes Headset. Gewöhnen werde ich mich an diese skurrilen „Selbstgespräche“ aber wohl nie - ich denke immer, die sprechen mit imaginieren Persönlichkeiten. Er ist komplett im Monolog-Modus. Schaut weder nach rechts noch nach links – und hat beim Überqueren der Straße nicht mal ein sonderlich hohes Tempo. Er spaziert. 

Der kleine Junge ist sichtlich irritiert, sein Blick ist nicht mehr auf die Ampel gerichtet, nicht mehr auf seine Mutter. 

Sein Blick folgt dem monegassischen Profisportler. Und da. Sein Rädchen bewegt sich nach vorn. Nicht abrupt. Nicht schnell. Aber es bewegt sich zur Straße. Die Ampel steht noch auf Rot. Ein Auto rast auf die Überquerung zu. Das wandelende Selbstgespräch ist bei mir auf der Seite angekommen, das Vorderrad des Jungen steht zur Hälfte auf der Straße. 

Das Auto kommt näher, bremst nicht ab. Millisekunden werden in Zeitlupe zu Sekunden. Stop! Stop! Stop! 

Gerade als mein Reflex diesen Gedanken rausbrüllen möchte, sehe ich, wie die Mutter des Jungen sein Fahrrad ruckartig von der Straße zurückzieht. Das war verdammt knapp! Das weiß die Mutter. Das weiß ihr Sohn. Das weiß ich. Außer uns hat dieser Szene kaum jemand Beachtung geschenkt. Die Ampel schaltet auf Grün. Mutter und Sohn fahren an mir vorbei und ich höre noch, wie sie ihm sagt, er solle doch beim nächsten Mal warten, auch wenn ignorante Rotgänger ein schlechtes Vorbild seien. Ich habe dem Mann während dieses Textes viele Beschreibungen verpasst, die treffendste und beste hat die Mutter gefunden.

Hallo ignorante Rotgänger, eine rote Ampel ist nicht nur ein Vorschlag! Sie schützt nicht nur Fußgänger, nicht nur Autofahrer – sie ist eine ernstzunehmende Sicherheitsmaßnahme für uns alle. 

Ampelanlagen werden nicht aufgestellt, um euch zu ärgern, nicht um euch Zeit zu nehmen oder eure Geduld zu strapazieren, sie regeln den Verkehr, so dass alle individuellen Fortbewegungsbedürfnisse fair geregelt werden. Versteht Ihr, es gibt nicht nur euch auf dieser Welt – auch eure Mitmenschen würden gerne schnell zu ihrem Ziel gelangen. Und damit nicht jeder egoistisch auf seinem Weg beharrt, gibt es eine sachliche und automatisierte Ampel. Die regelt den Verkehr nicht nach dem gesellschaftlichen Stand der Verkehrsteilnehmer oder deren persönlicher Eile, sondern nach einer festen und ja, durchdachten Programmierung. 

Aber ich möchte euch hier nicht mit erhobenem Zeigefinger belehren, vielmehr an euch appellieren.

Wenn ihr ständig auf der letzten Rille den Bus erwischt, dann plant mehr Zeit ein. Wenn euch die Ungeduld beim Warten überfällt, schaut kurz in den Himmel, genießt die schöne Frühlingssonne. Nutzt doch die Wartezeit um mal kurz, von diesem für uns alle stressigen Leben abzuschalten. Beobachtet nicht verbissen Eure Uhr, sondern schaut euch um, beobachtet die Umgebung. Erkennt die schönen Details eures Alltags. Ampeln können Euch ausbremsen, ja, aber das muss doch nichts Schlechtes sein. Ganz im Gegenteil – seht es doch als Chance!

Wenn ihr geduldig seid, wenn ihr wartet und Vorbild für andere seid, dann schützt ihr damit nicht nur euch selbst, ihr schützt uns alle. Den kleinen Jungen an der Ampel. Seine Mutter. Meinen Sohn Paul. 

Ich glaube, ich spreche für viele Eltern, wenn ich schreibe, dass wir uns freuen würden, wenn ihr beim nächsten Mal an der roten Ampel stehen bleibt. Danke.

Bitte teilt diese zwar einfache, aber wichtige Botschaft."

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Er freut sich über neue Follower auf Instagram: "instagram.com/papablick"

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mh
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