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PIMS Schwere COVID-19-Verläufe bei Kindern: Was wir bisher wissen

PIMS: Kinder mit Maske
© David Tadevosian / Shutterstock
Kinder haben in den meisten Fällen nur leichte COVID-19-Verläufe oder gar keine Symptome. Allerdings steigen die Infektionszahlen bei den unter 16-Jährigen an. Mediziner befürchten, dass nun auch die Fälle mit dem neuartigen Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome (PIMS) zunehmen.

Bereits im April 2020 untersuchten Wissenschaftler in Italien einen Zusammenhang zwischen COVID-19 und dem Kawasaki-Syndrom bei Kindern. Im Laufe des vergangenen Jahres haben verschiedene Studien nun festgestellt, dass einige Kinder nach einer Corona-Infektion nachweislich an einem neuartigen Syndrom erkranken: dem Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome, kurz PIMS (auf Deutsch spricht man vom Multisystemischen Entzündungssyndrom bei Kindern).

Was ist PIMS?

Bei von PIMS betroffenen Kindern reagiert das Immunsystem verzögert auf eine Corona-Erkrankung und äußert sich meist mit folgenden Symptomen (es treffen nicht alle Symptome auf alle Kinder zu!):

  • hohem Fieber
  • Bindehautentzündung
  • Lymphknotenschwellung
  • Bauchschmerzen
  • Schwindelgefühl
  • Hautausschlag, geröteten Händen

Wie häufig tritt das Syndrom bisher in Deutschland auf?

Bisher sind in Deutschland seit Mai 2020 insgesamt 245 Kinder an PIMS erkrankt (Stand: 21.03.2021, Quelle: DGPI). Von diesen 245 erkrankten Kindern wurde die Mehrheit intensivmedizinisch behandelt. Fast alle der kleinen Patient:innen erhielten immunmodulatorische Therapien (also solche, die das Immunsystem verändern beziehungsweise stärken), viele von ihnen zudem eine Antibiotikatherapie.

Während COVID-19 Infektionen bei Jungen und Mädchen etwa gleich verteilt sind, erkrankten vornehmlich Jungen an PIMS (65 Prozent). Das durchschnittliche Alter der betroffenen Kinder lag bei etwa acht Jahren.

Von den behandelten Kindern hatten 93 Prozent keinerlei Folgeschäden (Herz- und Kreislauf). Die gute Nachricht: Bisher sind alle Kinder wieder genesen!

Das Tückische an dieser Entzündungserkrankung ist aber, dass sie erst zwei bis vier Wochen nach einer COVID-19-Infektion auftritt. Hinzukommt, dass viele Kinder so milde Corona-Symptome haben oder die Krankheit bei ihnen gänzlich unentdeckt bleibt, dass Eltern gar nicht auf die Idee kommen, dass die Symptome etwas mit Corona zu tun haben könnten.

Solltest du vermuten, dass dein Kind an PIMS erkrankt ist, dann gehe umgehend mit ihm ins Krankenhaus. Denn eine schnelle Behandlung ist entscheidend.

Quellen 

  • Aktuelle Ergebnisse der Datensammlung von Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome (PIMS) Fällen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Kalenderwoche 11, 2021. Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, e.V., aufgerufen am 22.03.2021.
  • Eman A Toraih, et al.: Multisystem inflammatory syndrome in pediatric COVID-19 patients: a meta-analysis. World Journal of Pediatrics, 20.02.2021.
  • Rachel Harwood, et al.: A national consensus management pathway for paediatric inflammatory multisystem syndrome temporally associated with COVID-19 (PIMS-TS): results of a national Delphi process. The Lancet Child & Adolescent Health, Februar 2021.

Dieser Artikel ist ursprünglich auf Eltern.de erschienen.


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