Raubt mir nicht meine Illusionen! Warum ich fest daran glaube, dass mein Baby gaaanz brav sein wird...

Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Katrin, ich bin 30 Jahre alt und zum ersten Mal schwanger. Ich bin fest davon überzeugt, dass mein Baby ein liebes Kind werden wird. Wirklich. Das wird es. Jawohl!

Seitdem ich schwanger bin, neige ich dazu, mit Müttern über das Mutterdasein zu sprechen. Wie verlief deine Schwangerschaft? Wie war die Geburt? Wie hast du dich danach gefühlt? Es beruhigt mich, viele verschiedene Antworten zu erhalten und bestätigt zu bekommen, dass jede Schwangerschaft anders verläuft, ebenso jede Geburt. Und das alles am Ende nochmal gut gegangen ist (auch nach 24 Stunden Wehen). Überall ein Happy End!

Wie es nach der Geburt weiter ging? Da hake ich (noch...) nicht so gerne nach. Nicht nur, weil es gefühlt noch in weiter Ferne für mich liegt (Ende Juni kommt mein Baby zur Welt). Auch nicht deshalb, weil das Muttersein noch etwas Mystisches für mich ist, weil noch nie zuvor erlebt. Und auch nicht, weil ich meine Augen vor etwas verschließen wollen würde.

Ich möchte es einfach nicht hören

Es ist viel mehr eine bewusste Abweisung von Horrorgeschichten à la "Mein Baby war ein Schreikind", "Die ersten Monate habe ich kein Auge zugemacht" oder "Mein Baby wurde ständig krank." Mag gut sein, dass sie keine Seltenheit sind und durchaus der Lebensrealität vieler frisch gebackener Mütter entsprechen. Aber ich möchte es einfach nicht hören.

Als ich das Thema meiner heutigen Kolumne in der Konferenz präsentierte, mussten meine lieben Kolleginnen, die Kinder haben, auflachen. Es schien zu bedeuten: Ein braves Baby? Jaja, das haben wir alle gedacht. Oder gewollt. Und dann kam es ganz anders. Eben weniger rosarot-Regenbogenfarben und mehr volle-Windeln-schlaflose-Nächte-keine-Ahnung-warum-es-schreit-mäßig.

...und dann kam es ganz anders

Im Internet wimmelt es von Müttern, die verzweifelt nach Hilfe suchen, weil ihr Baby ihnen den Verstand raubt. Und während man sich als Schwangere diese Sorgen durchliest, kommt man nicht umhin, sich anstecken zu lassen. Dabei ist es meiner Meinung nach völlig unsinnig, sich mit "Was mache ich, wenn...?"-Gedanken verrückt zu machen, so lange man nicht selbst in dieser Situation ist.

Was mache ich, wenn mein Baby nicht aufhört zu weinen? Was mache ich, wenn mein Baby die Brust ablehnt? Was mache ich, wenn mein Baby nicht einschlafen will? Alles berechtigte Fragen, wenn man vor diesen Problemen steht, wenn man das weinende Baby im Arm hat und einem selbst Tränen der Verzweiflung aufsteigen. Doch als Schwangere bin ich davon noch weit entfernt.

Was mache ich, wenn...?

Ich weiß nicht, wie mein Baby sein wird. Ich weiß nicht, ob es ein Nimmersatt oder ein Brustverweigerer wird, ob es pausenlos weinen oder lieber lange schlafen wird, ob es Bakterien und Viren magisch anziehen oder ein robustes Immunsystem haben wird. Aber so lange ich es nicht weiß, will ich nicht vom Schlimmsten ausgehen.

Ich kenne Mütter, die ruhige Engelsgestalten zur Welt gebracht haben. Und ich kenne Mütter, dessen Baby von Anfang an eher zum Weinen neigte. Ich kenne auch Mütter, die beides haben: ein wildes und ein ruhiges Baby – und das, obwohl weder sie noch der Partner etwas am Erziehungsstil geändert haben.

Ein Baby ist wie eine Überraschungstüte

Ein Baby scheint mir wie eine Überraschungstüte zu sein: Man freut sich darauf, obwohl man nicht weiß, was einen erwartet. Doch nur, weil man es nicht weiß, heißt es noch lange nicht, dass man vom Schlimmsten ausgehen sollte.

Ich für meinen Teil glaube fest daran, dass mein Baby ganz, ganz brav sein wird. Dass es flott lernt durchzuschlafen, ein solides Immunsystem hat und keinerlei Anstalten macht, die Brust zu nehmen. Ich gehe davon aus, dass mein Baby das liebste Kind der Welt wird und mir keinerlei außerplanmäßigen Sorgen bereitet.

Und sollte es doch anders kommen als erwartet, werde ich tun, was zu tun ist: Alle Mütter, die ich kenne fragen, wie es denn bei ihnen gewesen ist. Damals, als ihr Baby noch frisch war. Erst dann werde ich nachhaken. Und ich hoffe, dass ich mir dann nicht anhören muss, wie klein dieses Problem ist im Vergleich zu dem, was mich erwartet, wenn das Kind erst ins Kita-Alter kommt...

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