Ihr Traummann entpuppte sich als Monster - jetzt warnt sie uns alle

Catherine St. Germain dachte, sie hätte die Liebe ihres Lebens gefunden. Doch kurz nach der Hochzeit verging ihr Mann sich an ihrer 15-jährigen Tochter.

Many of you know what Hell the last year has been for my family. I ask that you share this short video. I believe we must not remain silent, and instead shine a light in this dark subject.

Gepostet von Catherine St. Germain am Freitag, 8. April 2016

Die 34-jährige Catherine St. Germain aus Colorado ist durch die Hölle gegangen: Ihr neuer Mann vergewaltigte ihre damals 15-jährige Tochter. Weil viel zu viele Sexualstraftäter mit ihren Verbrechen davonkommen, sucht sie nun die Öffentlichkeit und erzählt auf Facebook mithilfe von Zetteln und Bildern ihre Geschichte - in der Hoffnung, andere alleinerziehende Mütter, aber auch Eltern allgemein, für sexuellen Missbrauch in der Familie zu sensibilisieren. Ihr Video wurde bereits mehr als 55 Millionen Mal angesehen, viele andere Betroffene tun es ihr gleich und erzählen von ihren Erfahrungen.

Vor zwei Jahren bandelte Catherine mit einem Mann an, den sie schon seit 20 Jahren kannte: Aaron, dreifacher Vater, Ex-Soldat der US-Kriegsmarine, Polizist, intelligent, fleißig, charmant und überall beliebt. Sie dachte, ihr Glück sei perfekt - und heiratete ihn. Doch die Idylle trog.

Kurz nach der Hochzeit bekam sie einen Anruf von der Polizei: Ihr Mann hatte sich an ihrer Tochter Alyssa vergangen. Sie warf ihn sofort raus. Er beteuerte seine Unschuld, aber die DNA-Analyse bewies sein Vergehen. Er musste für nur 90 Tage ins Gefängnis und bekam eine achtjährige Bewährungsstrafe. Was Catherine noch mehr schockierte: Das Gericht informierte nicht die Mütter seiner Kinder über seine Straftat.

Catherine warnt davor, immer nur Angst vor "dem Fremden" zu haben:

"Monster sehen normal aus und verhalten sich unauffällig. Sie sind sehr gut darin, ihr wahres Ich zu verstecken. Es sind oft die Menschen, denen wir tagtäglich unsere Kinder anvertrauen."

Damit hat sie recht, denn in mehr als 70 Prozent der Missbrauchsfälle kennen die Opfer ihre Peiniger. Es sind Familienmitglieder, Nachbarn, Lehrer und Trainer. Sie kommen aus allen Gesellschafts-, Bildungs- und Altersschichten - und es ist mitnichten immer eine psychische Erkrankung, die sie zum Missbrauch "zwingt", wie die Kampagne "Missbrauch verhindern" vom Weißen Ring erklärt. Die Täter - Männer wie auch Frauen - nutzen "die Zuwendung, die Abhängigkeit und das Vertrauen eines Kindes nicht nur zur Befriedigung ihrer sexuellen Bedürfnisse aus, sondern vor allem auch für ihr Verlangen nach Macht."

Catherine ist froh, dass ihre Tochter den Mut hatte, den Missbrauch zu melden. Sie bittet alle Eltern, genau hinzusehen und sich darüber zu informieren, wie Pädophile sich ihre Opfer suchen und sie ausbeuten. Und vor allem ein Kind, das Hinweise auf einen Missbrauch gibt, immer ernst zu nehmen.

Auch wenn Kinder, die sexuelle Übergriffe erlebt haben, oft nicht darüber sprechen, gibt es "Notsignale", die Eltern aufhorchen lassen sollten. Die Bundespolizei hat eine Liste möglicher Signale erstellt.

Anzeichen für Kindesmissbrauch

  • Auffallende Ängstlichkeit
  • Rückzug in sich selbst
  • plötzliche Verhaltensänderungen, aggressives oder unterwürfiges Verhalten
  • Essstörungen, Schlafstörungen (Schlafen in Straßenkleidung)
  • Offensichtliche Vermeidung, mit einem bestimmten Menschen allein zu sein
  • Sexualbetontes (sexualisiertes) Verhalten (z. B. altersunangemessenes sexuelles Spielen)
  • Körperliche Auffälligkeiten (z.B. Verletzungen), Schmerzen
  • Häufiges Kranksein
  • Schulversagen oder extreme Leistungsorientiertheit

Weiterführende Informationen und Anlaufstellen bietet das "Hilfeportal sexueller Missbrauch".

nw
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