Herzzerreißender Brief aus Sicht eines Babys

Soll man Babys schreien lassen? Und sie darauf trainieren, möglichst früh alleine einzuschlafen? Psychologen warnen seit Jahren davor, Babys Bedürfnisse zu ignorieren. Wie furchtbar das Schreienlassen ist, zeigt dieser Brief aus der Sicht eines Babys, den ein Mütter-Blog veröffentlicht hat.

Kaum ein Thema wird emotionaler von Eltern und Experten diskutiert. Soll man ein Baby auch mal schreien lassen oder sofort reagieren, wenn es weint? Instinktiv lehnen Eltern das Schreienlassen sofort ab – und Experten geben ihnen Recht. Die Spätfolgen, die emotionaler Stress für Babys bedeutet, sind nicht abschätzbar. Einige Eltern halten aber immer noch am Standpunkt fest, auch ganz kleine Kinder müssen sich selbst beruhigen lernen und wenden Methoden wie das Ferbern (kontrolliertes Alleinelassen zum Einschlafen) an. Richtig oder falsch? Diese Frage können wir kaum selbst beantworten. Was vielleicht hilft, ist der Wechsel der Perspektive. Ein eindrucksvoller Brief aus der Sicht eines Babys geschrieben, veröffentlicht auf dem Blog "Alternative Mama", will uns die Not eines Säuglings vor Augen führen, der zum Einschlafen allein gelassen wird. 

Diese lustigen Kleinigkeiten brachten Schwangere zum Weinen

Schmerzhafte Resignation – geht das in Babys vor, wenn wir sie nicht in den Arm nehmen?


"Nachdem ich eine Weile geweint hatte, hörte ich auf. Mein Hals tat mir so weh. Mein Kopf pochte und mein Bauch schmerzte. Aber am schlimmsten schmerzte mir das Herz. Ich konnte einfach nicht verstehen, warum du nicht kamst."

(…)


Weiter beschreibt der Brief das Einschlaftraining so:


"Jeder Abend diese Woche lief so ab: Du hast mich in meine Wiege gelegt, mich zugedeckt und mir einen Kuss gegeben. Dann hast du das Licht ausgemacht und bist gegangen.

Zuerst war ich verwirrt, ich fragte mich, wo du wohl hingegangen bist. Doch dann hatte ich Angst und rief nach dir, aber du kamst nicht. Ich war so traurig, Mama. Ich brauchte dich so sehr. So ein starkes Gefühl habe ich noch nie verspürt. Wo bist du hingegangen?

Dann kamst du endlich zurück! Ich war so glücklich und erleichtert, dass du wieder da warst! Ich dachte, du hättest mich für immer verlassen. Ich habe meine Arme nach dir ausgestreckt, aber du hast mich nicht auf den Arm genommen. Du hast mich nicht einmal angesehen!

Du hast mich mit deinen weichen warmen Armen nur wieder hingelegt, sagtest "schhhhh, es ist Zeit zu schlafen", und gingst wieder."


(…)

"Tagsüber bist du für mich da, aber nachts lässt du mich allein

Ich verstehe das nicht, Mama. (…)

Aber nachts, wenn es dunkel und still ist, und mein Nachtlicht seltsame Schatten an die Wand wirft, dann verschwindest du. Ich sehe, dass du müde bist, Mama, aber ich liebe dich so sehr. Ich will einfach nur bei dir sein, das ist alles.

Jetzt bin ich nachts ruhig, aber ich vermisse dich trotzdem."

(Übersetzt gefunden auf Huffington Post, Original auf Alternative Mama)


Sollten wir uns eher diese Perspektive zu Herzen nehmen, als auf Wissenschaftler und Bücher zu hören? Unserem Gefühl vertrauen und unser Baby trösten und zu uns nehmen? Eins hat dieser Brief aus der Perspektive eines Babys, der gerade auf allen Netzwerken diskutiert wird, auf alle Fälle erreicht: Dass Eltern auf der ganzen Welt noch einmal nachdenken, ob und wie sie ihr Baby zum Einschlafen bringen.

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