So geht Politik, Baby!

Was tun als Säuglingsmutter, wenn eine wichtige Parlamentssitzung ansteht? Für die Politikerin Victoria Donda Pérez aus Argentinien ist die Antwort klar: Baby mitnehmen - und während der Debatte stillen.

Victoria Donda Pérez ist keine Frau für halbe Sachen. Im Jahr 2007 wurde die 38-Jährige als jüngstes Mitglied in den argentinischen Nationalkongress gewählt, wo sie seitdem immer wieder mit klaren Meinungen und unorthodoxen Auftritten für Aufsehen sorgt. Gerne bringt sie zum Beispiel ihre acht Monate alte Tochter mit ins Parlament - und stellt sie bei der Gelegenheit auch schon mal dem bolivianischen Präsidenten vor. Und wenn Trilce Hunger bekommt? Dann stillt sie das Baby eben, während sie die Debatte weiter verfolgt. Schließlich will sie nichts verpassen.

Das Foto von der Babymahlzeit im Kongress war sofort ein Hit in den sozialen Netzwerken. Viele Argentinier loben sie für ihre Lässigkeit, und sehen in ihr ein Vorbild für arbeitende Mütter. Allerdings gibt es auch Kritiker, die meinen, Pérez hätte die Brust wenigstens abdecken können.

Wenn man sich Pérez' Geschichte anschaut, dann wundert man sich nicht mehr, dass sie sich um derlei Konventionen nicht besonders schert. Die Anwältin ist eine engagierte Menschenrechtsaktivistin und kämpft unter anderem für eine Aufarbeitung der Verbrechen während der Militärdiktatur in Argentinien. Sie selbst hat ihre Eltern nie kennengelernt: Beide waren politische Gefangene und sind nie wieder aus den berüchtigten Gefängnissen aufgetaucht. Victoria Donda Pérez wurde in dem Gefängnis geboren und kam in eine Pflegefamilie. Ein Schicksal, das viele Kinder in Argentinien in den 70er Jahren teilten.

Verständlich also, dass Pérez' Beziehung zu ihrer eigenen Tochter besonders innig ist.

miro
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