5 Dinge, über die ich mich mit meinem Kind nicht mehr streite

Möge Frieden herrschen auf der Welt. Und im Kinderzimmer.

Ja, fast sieben Jahre Muttersein haben mich verändert. Die Haare sind grauer geworden, woran mich meine Tochter regelmäßig liebevoll erinnert ("Mamaaa, nachfärben!"). Augenringe sind kein Zeichen für durchzechte Nächte mehr, sondern ein Dauer-Accessoire. Und beim Namen "Kleiner Donner" denke ich sofort an den Indianerjungen Yakari – und nicht an einen der angesagtesten Hip-Hop-Clubs Hamburgs.

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Aber die mütterliche Erfahrung hat auch Vorteile. Man wird gelassener. Zumindest in manchen Bereichen (Genörgel am mühsam gekochten Mittagessen macht mich immer noch WAHNSINNIG).

Viele Dinge, auf die ich früher mit besten erzieherischen Absichten bestanden habe, lassen mich aber heute kalt. Einfach, weil ich gemerkt habe, dass sie völlig egal sind. Und dass ich die Zeit und Energie besser woanders verschwende. In der Badewanne zum Beispiel.

Zu den Dingen, über die ich mich nicht mehr streite, gehören:

1. Aufräumen.

Nein, das bedeutet nicht, dass wir in einer Ursuppe aus Bügelperlen, einzelnen Überraschungsei-Bauteilen und Papierschnipseln hausen. Die Tochter muss schon ab und zu aufräumen. Aber früher gab es ein Riesentheater, weil sie es hasst, das allein zu tun. Ich kam dann mit dem spießigen Argument "Für die Unordnung bist du ja auch allein verantwortlich". Was aber null gefruchtet hat.

Inzwischen helfe ich einfach mit und akzeptiere, dass der Großteil dann an mir hängen bleibt. So sind wir schneller fertig damit, die Loombandz zu sortieren – und es ist nicht so langweilig.

2. Klamottenauswahl.

Lustigerweise überlässt es meine Erstklässlerin immer noch mir, ihre Kleidung rauszusuchen. Was wohl weniger mit meinem Geschmack als mehr mit ihrer Faulheit zu tun hat. Denn zufrieden ist sie damit selten und peppt das Outfit in der Regel noch auf. Zum Beispiel, indem sie über den dicken Pulli noch einen Ballettanzug zwängt. Oder zwei verschiedene Kniestrümpfe über die Jeanshose zieht. Ein bisschen beleidigt versuchte ich sie stets, davon abzubringen, bis mir auffiel, wie sinnlos meine Argumente sind. Ob die Socken zusammenpassen oder nicht – who cares?! Heißen wir Monk mit Nachnamen? Nein, also.

Nur an Omas Geburtstag machen wir da eine Ausnahme.

3. Ins iPad glotzen.

Ich neige nicht dazu, moderne Medien zu verteufeln. Es gibt viele tolle Apps für Kinder und TV-Sendungen, die Kinder nicht blöder machen. Aber sonntagmorgens schon? Noch vorm Frühstück?? Das erschien mir lange geradezu obszön. Heute bin ich da völlig hemmungslos. Aber bitte mit Kopfhörer. Muddi will schließlich noch in Ruhe schlafen.

4. Mütze aufzwingen.

"Vergiss die Mütze nicht!" – "Doch, die Mütze muss sein." – "Setz sofort die Mütze wieder auf!" – "Ohne Mütze wirst du krank." Himmel, wie oft habe ich die alte Mützenleier schon wiederholt. Dabei bin ich inzwischen überzeugt, dass die Dinger überschätzt werden. Denn weder verliert man die meiste Körperwärme über den Kopf, wie viele glauben (man verliert am ganzen Körper gleich viel Körperwärme), noch wird man sofort krank, wenn mal ein bisschen frische Luft an die Ohren kommt. Schließlich trage ich auch selten Mützen.

Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass Kinder ganz gut selbst merken, wann sie frieren und das Mützenangebot dann dankbar annehmen. (Babys und Kleinstkinder, die schnell auskühlen, nehme ich davon natürlich aus.)

5. Eis essen.

Ja, ich gestehe: Wir essen Eis. Sehr viel Eis. Zu viel Eis, wenn man bedenkt, dass es sich hier um eine reine Süßigkeit handelt. Im Sommer stehen wir täglich an der Eisdiele. Und im Winter eigentlich auch, wann immer sich eine Gelegenheit ergibt. Wie es zu der Eis-Besessenheit kam? Es muss an der hohen Eisdielen-Dichte in unserem Viertel liegen. An jeder Ecke locken Stracciatella, Pflaume-Zimt und bunte Streusel (sogar in FC-St-Pauli-Farben). Irgendwann hatte ich einfach keine Lust mehr auf Wutanfälle und Bitte-bitte-bitte-Attacken. Immerhin ist da ja auch Obst drin. Manchmal.

Und worüber streitet ihr nicht mehr mit den Kindern?

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