Baby Lia wurde Opfer eines Raubüberfalls - nun ist die Kleine tot

Die kleine Lia und ihr Papa wurden in Hamburg brutal überfallen. Auf der Flucht vor den Tätern brachen sie in einem gefrorenen Teich ein. Nun ist Lia tot.

Lia kam im Oktober 2015 in Hamburg zur Welt. Doch ihr Leben endete viel zu früh in einem eiskalten Teich, weil ihr Papa von zwei brutalen Männern überfallen wurde.

Freundin Jessica sammelt auf ihrer Facebook-Seite Leuchten für Lia Geld für Lias Beerdigung. Die Tragödie, über die die Zeitungen der Hansestadt eher nüchtern berichteten, beschreibt sie auf Facebook so:

"Lia Sophie kam am 29.10.15 um 21:05 Uhr mit einem stolzen Gewicht von 5240 Gramm und einer Körpergröße von 55 cm zur Welt.

Sie hat das Herz ihrer Eltern Larissa und Tobias im Sturm erobert.

Lia war vom Tag ihrer Geburt an eine Kämpferin. Da sie ohne einen natürlichen Darmausgang geboren wurde, musste sie sich schon einige Tage nach ihrer Geburt einer schweren Operation unterziehen. Sie hat sich gut von der OP erholt und ist langsam mit ihren Eltern im Familienalltag angekommen.

Wie in jeder Familie, gab es auch hier kleine Rituale. Lia hat es geliebt, in einem Tragetuch getragen zu werden, denn so konnte sie ganz nah bei ihrer Mama und ihrem Papa sein. Sie hat sich so wohl gefühlt, dass sie meistens sofort eingeschlafen ist.

Ihr Papa Tobias ist fast jeden Abend mit ihr im Tragetuch spazieren gegangen, so auch am Abend des 25.01.2016. Es sollte der letzte Spaziergang von Lia und Tobias werden.

Tobias hatte seine kleine Maus liebevoll ins Tragetuch gebunden und sie ganz nah bei sich, als sie zusammen in der Nähe des Lohmühlenteichs unterwegs waren.

Er war in dieser Nacht nicht alleine unterwegs.

Bei seinem Spaziergang wurde er von 2 Männern angesprochen. Diese forderten ihn auf, sein Handy und sein Portemonnaie herauszugeben.

Was die Männer nicht wussten: Tobias hatte außer seiner kleinen Tochter nichts Wertvolles bei sich.

Darüber waren die Fremden so wütend, dass sie ihm von hinten gegen den Kopf geschlagen haben, woraufhin Tobias seine Brille verlor. Einer der Männer zog ein Messer und stach auf Tobias ein. In Panik und voller Angst, besonders um seine kleine Tochter, rannte er ohne Brille - und somit fast blind, in die Dunkelheit.

Sein einziger Gedanke war „Ich muss hier weg, ich muss Lia in Sicherheit bringen“. Dabei ist er auf den zugefrorenen Lohmühlenteich gelaufen. Die dünne Eisfläche brach unter seinem Gewicht sofort zusammen. Er und Lia hatte keine Chance, sich alleine aus dem eiskalten Wasser zu befreien.

Tobias hat sofort laut um Hilfe gerufen. Glücklicherweise wurden seine Hilferufe gehört und Anwohner haben umgehend Polizei und Feuerwehr alarmiert.

Tobias hat bei dem Überfall mehrere Schnittverletzungen erlitten. Ein Schnitt ging über den Ring- und Mittelfinger der linken Hand, bis auf den Knochen, Sehnen und Nerven wurden komplett durchtrennt. Er hat versucht, Lia aus dem Tragetuch zu ziehen. Er hatte keine Chance. Das Tuch war nass und schwer, Lia war fest eingewickelt und sein dicker Wintermantel war auch noch über ihr. Er ist immer weiter in den schlammigen Untergrund des Teichs eingesunken. Er hat versucht Lias Kopf zur Seite und irgendwie nach oben zu drehen damit sie nicht mit dem Kopf unter das Wasser kommt. Er hat es aber irgendwann einfach nicht mehr geschafft. Er war am Ende seine Kräfte und war kurz davor, sein Bewusstsein zu verlieren. An das was nun passierte, kann er sich nur noch schemenhaft erinnern.

Als die Rettungskräfte endlich eintrafen, hat er laut Lias Namen gerufen - er wollte nicht, dass die Rettungskräfte ihn bäuchlings aus dem Wasser ziehen. Warum er ihren Namen rief, haben die Ersthelfer erst begriffen, als sie Tobias endlich aus dem kalten Wasser geborgen hatten.

Tobias hatte Angst, dass Lia ganz unter das Wasser gedrückt wird oder sich verletzt, wenn er mit seinem Gewicht auf ihr liegt, während sie ihn aus dem Wasser zogen. Als die Rettungskräfte Lia bemerkt haben, wurde sie sofort aus der Jacke und dem Tuch geschnitten, anders war es nicht möglich, das kleine leblose Bündel Mensch aus dem Tuch zu bekommen.

Lia wurde sofort in den Rettungswagen gebracht, sie musste noch am Unglücksort reanimiert werden. Unter laufender Reanimation wurde sie in das HELIOS Mariahilf Klinikum nach Hamburg gebracht. Als ihr Herz es geschafft hatte und aus eigener Kraft schlug, wurde sie nach knapp 2 Stunden in das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, kurz UKE, verlegt, wo eine sofortige Not-OP durchgeführt wurde. Lia hat eine Extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) bekommen. Dieses Gerät hat für Lia das Atmen übernommen. Ihre Körpertemperatur lag zu diesem Zeitpunkt nur noch bei 20 Grad.

Tobias wurde zur Behandlung in das Asklepios Klinik Harburg gebracht. Er war ebenfalls stark unterkühl (27 Grad) und die Messerstiche mussten versorgt werden. Er durfte das Krankenhaus glücklicherweise am 30.01.2016 verlassen, er wollte nur noch zu seiner Tochter und seiner Freundin.

Lia hat die OP soweit gut überstanden. Nur langsam hat sich ihr kleiner Körper wieder erwärmt. Sie war aber weiterhin ohne Bewusstsein.

Da sie intensivmedizinisch versorgt wurde, durften ihre Eltern nicht durchgehend bei ihr sein. Doch immer wenn Mama oder Papa zu ihr kamen, ging ihr Puls nach oben, als ob sie ihnen sagen wollte „Ich weiß dass ihr da seid“.

Fast 2 Wochen hat Lia im Koma gelegen, die ECMO hat für sie geatmet und ab und an hat Lias kleine Lunge es sogar geschafft, selber zu atmen.

Lias Zustand war die ganze Zeit über sehr kritisch. Viele Menschen haben Kerzen für Lia angezündet und für sie gebetet. Sie haben versucht, Larissa und Tobias Hoffnung zu geben und ihnen zu zeigen: „Wir sind bei euch, ihr seid nicht alleine."

Am 08.02.2016 musste die ECMO entfernt werden, da diese nicht mehr richtig gearbeitet hat. Lia musste es nun alleine schaffen zu atmen.

Am Morgen des 08.02.2016 hatten Larissa und Tobias ein Gespräch mit den Ärzten, diese haben den beiden genau erklärt, was in den nächsten Stunden passieren kann.

Larissa und Tobias haben sich dazu entschlossen, Lia vor der Operation taufen zu lassen. Larissa durfte sich vor der OP zu Lia legen und ihrer kleinen Tochter noch einmal ganz nah sein.

Zu diesem Zeitpunkt war Lia bereits hirntot.

Ungefähr zu dem Zeitpunkt als die OP begonnen hat, fing es heftig an zu hageln. Es blitzte und donnerte. Auf der anderen Seite schien die Sonne und ein Regenbogen war zu sehen. Larissa hatte das Gefühl, als ob ihr verstorbener Vater Lia abholen würde und mit ihr gemeinsam über die Regenbogenbrücke gegangen ist.

Lia wurde nach der OP wieder auf die Intensivstation gebracht. Am 08.02.2016 um 17:05 Uhr ist sie in den Armen ihrer Mama gestorben.

Mit Lia ist auch ein Stück von Larissa und Tobias gestorben. Ihre Eltern können noch nicht wirklich realisieren, was in den letzten Wochen passiert ist. Anstatt sich Gedanken um U-Untersuchungen, Tauffeiern oder Geburtstage zu machen, müssen sie nun die Beerdigung organisieren.

Lia soll im Landkreis Freyung-Grafenau, knapp 850 Kilometer von Hamburg - und weit weg von den Menschen, die sie und ihren Papa überfallen haben, neben ihrem Opa beigesetzt werden.

Wir können Larissa und Tobias ihre wunderbare, kleine Tochter nicht wiederbringen - aber wir können und möchten sie unterstützen.

Alleine die Überführung von Hamburg nach Freyung-Grafenau wird knapp 3000€ kosten - und auch die Kosten für die Beerdigung kommen auf die junge Familie zu.

Sie sollten sich nicht auch noch um finanzielle Dinge Sorgen müssen.

Ich habe ein Spendenkonto auf PayPal eingerichtet unter lia@naehlieb.de (bitte die Überweisung unbedingt als Freunde und Bekannte machen, damit keine Gebühren entstehen). Wer kein PayPal hat und die Bankdaten benötigt, kann mir entweder bei Facebook schreiben oder mir unter lia@naehlieb.de eine Email zukommen lassen. Das Geld geht zu 100% an Lias Familie.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr die Familie unterstützt und dabei helft, Lia einen schönen Abschied zu bereiten.

Danke

Jessica"

Innerhalb weniger Tage kam mehr als genug Geld zusammen. Doch der Schmerz der Eltern bleibt unermesslich.

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