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Transidentität einer 8-Jährigen „Ich bin kein Junge, ich fühle mich innerlich nicht so.“

Transidentität: Vater und Tochter
Transidentität: Für Ella Scott war schon sehr früh klar: „Ich bin kein Junge, ich fühle mich innerlich nicht so.“
© kegfire / Adobe Stock
Für Ella Scott war schon mit sechs Jahren klar, dass sie kein Junge ist. Ihre Familie tut alles, um sie auf diesem Weg zu begleiten.

Gender-Reveal-Partys sind eine beliebte Tradition – gerade in den USA. Ist es ein Junge oder ein Mädchen? Dieser Frage widmet sich die Party, in der mit großem Trommelwirbel das Geschlecht des eigenen Kindes vor Familie und Freund:innen bekannt gegeben wird. Doch nicht immer stimmt die Geschlechtsidentität des Kindes mit dem Geschlecht überein, dem es bei der Geburt zugeteilt wurde. 

Wie im Fall von Ella Scott aus Ontario in Kanada: Das Mädchen öffnete sich bereits mit sechs Jahren gegenüber ihren Eltern und verriet, dass sie sich nicht wie ein Junge fühlte. Zwei Jahre später feiern Nikki und Graham Scott zusammen mit ihrer Tochter eine ganz besondere Gender-Reveal-Party, auf der Ella ganz offiziell sein darf, wer sie ist: ein Mädchen.

"Bei Ella ist es so, als hätte sie es schon immer gewusst"

Als Ella ihren Eltern vor zwei Jahren ihre Geschlechtsidentität offenbarte, dachten ihre Eltern noch, dass es sich hierbei nur um eine Phase handeln würde, wie sie im Interview mit "Mirror" erzählen. "Wir wussten schon immer, dass sie ein bisschen anders war", erinnert sich ihre Mutter Nikki. "Bei Ella ist es so, als hätte sie es schon immer gewusst, nur wir wussten es einfach lange Zeit nicht."

Im Gegensatz zu ihren beiden cis Brüdern (die sich mit dem ihnen zugeordneten Geschlecht identifizieren), habe Ella schon mit sechs Jahren gerne Mädchenkleidung getragen. "Wir wussten nicht, was das Richtige war, also zeigten wir Ella Bücher über trans Personen, weil sie nicht die Worte fand, um sich zu beschreiben." Schließlich tat sie es doch und sagte ihren Eltern: "Ich bin kein Junge, ich fühle mich nicht so."

Ellas soziales Umfeld unterstützt sie auf ihrem Weg

Anfangs waren Ellas Eltern sehr verunsichert – sie wussten nicht, wie sie mit Ellas Geschlechtsidentität umgehen sollten, was der beste Weg für ihre Tochter sein würde. "Wir fragten uns, ob sie nicht zu jung sei und ob wir das Richtige tun. Wir wollten sicher sein, dass das, was wir machen, nicht schädlich ist." Sie arrangierten einen Termin bei einem Psychologen des örtlichen Kinderpsychiatriezentrums "Reach Out" – und man versicherte ihnen, dass sie genau das Richtige tun.

"Von hier an ließen wir Ella die Führung übernehmen", erinnert sich Nikki. Inzwischen verwendet Ella die Pronomen "sie/ihr", trägt Mädchenkleidung und ließ sich die Haare lang wachsen. Nach einem Schulwechsel erfährt sie nun auch Unterstützung von den Lehrer:innen und ihren Klassenkamerad:innen. Auch von ihrer Familie – ihren Eltern, Brüdern und anderen Verwandten – wird Ella vollkommen auf ihrem Weg unterstützt. 

Nikki hat eine Instagram-Seite für ihre Tochter eingerichtet, auf dem das "Bewusstsein für trans Kinder und eine unterstützende Community für Eltern" geschärft werden soll. "Ich möchte, dass Eltern das Gefühl haben, einen sicheren Ort zu haben, weil wir zu Beginn unserer Reise niemanden hatten, der uns helfen konnte."

Verwendete Quelle: mirror.co.uk

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei eltern.de.

cs

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