Mutter spendet nach Fehlgeburt 350 Liter Muttermilch

Nach einer Fehlgeburt wird Frauen in der Regel empfohlen, die Milchbildung mit Medikamenten zu stoppen. Amy Anderson entschied sich dagegen - und konnte so dem traurigen Ereignis einen Sinn geben.

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Mutter am Krankenbett ihres Kindes

Ein Baby zu verlieren, ist eine der schmerzhaftesten Erfahrungen, die man als Mensch machen kann. Das gilt auch, wenn das Baby bei seinem Tod noch im Bauch war.

Amy Anderson, eine zweifache Mutter aus Maine in den USA, hat bereits zwei Fehlgeburten hinter sich, als sie zum dritten Mal die Nachricht bekam: "Ihr Baby wird leider tot auf die Welt kommen."

Schon in der 15. Schwangerschaftswoche erfuhren Amy und ihr Mann, dass ihr ungeborenes Kind eine Fehlbildung der Harnwege habe und dass fraglich sei, ob es das überleben werde. Vier Wochen bangten sie um sein Leben, doch Bryson starb noch im Mutterleib. In der 20. Schwangerschaftswoche brachte Amy ihn tot zur Welt.

One mom donates 92 gallons of breast milk in her stillborn son's honor. "That was my time to unwind and be with my...

Gepostet von TODAY Parents am Samstag, 5. Dezember 2015

Amy schlug den Rat des Arztes aus

Normalerweise bekommen Frauen, die eine Fehlgeburt hatten, Medikamente, um die Milchbildung in den Brüsten zu unterbinden. Auch Amys Arzt empfahl ihr dieses Vorgehen. Aber Amy entschied sich dagegen.

"Ich dachte mir: Ok, ich habe diese Milch. Nun muss ich mir überlegen, was ich damit tun kann", so Amy gegenüber der Seite Today.com.

Die Mutter zweier Söhne (8 und 2 Jahre alt) beschloss, die Milch abzupumpen und sie Muttermilchbanken zu spenden. Dort wird die gespendete Muttermilch zum Beispiel für Babys genutzt, die zu früh zur Welt kommen und bei deren Müttern die Milchbildung noch nicht eingesetzt hat.

Abpumpen als Trauerarbeit

"Es gibt Brysons Leben einen Sinn", erklärt Amy. Zudem habe sie es als sehr tröstlich empfunden, die Milch abzupumpen. "Es half mir, meine Trauer zu verarbeiten."

Acht Monate lang pumpte Amy regelmäßig Milch ab. Am Ende kamen rund 350 Liter Muttermilch zusammen, die sie in Beutel verpackt verschiedenen Muttermilchbanken in den USA und Kanada übergab. Das macht laut Today.com mehr als 30.000 Baby-Mahlzeiten.

Als es Ärger mit den Chefs gab, kündigte Amy Anderson

Amys Entschluss hatte jedoch nicht nur positive Folgen: Um regelmäßig abpumpen zu können, bat Amy bei ihrem Chef um Pausen während der Arbeit. Stillende Mütter haben einen rechtlichen Anspruch auf diese Pausen.

Doch ihr Arbeitgeber weigerte sich. Das Gesetz gelte nicht für Mütter, die kein Baby haben. "Ihr Baby ist tot", so die schlichte Antwort des Vorgesetzten.

Amy Anderson konnte das nicht akzeptieren. Sie kündigte ihren Job und will sich nun dafür einsetzen, dass das Gesetz entsprechend geändert wird.

"Es spielt keine Rolle, ob man in diesem Moment ein Baby im Arm hat oder nicht. Ich war eine Frau, die Milch produziert, und körperliche Bedürfnisse hat."

miro
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