Absurde Klinik-Rechnung: Eltern sollen fürs Kuscheln mit Baby zahlen

Nach einer Kaiserschnitt-Geburt geht eine Familie aus den USA glücklich nach Hause. Doch dann schickt die Klinik eine Rechnung – mit einer absurden Forderung.

Geld regiert die Welt, sagt man ja. Bislang waren wir froh, dass es auch einige Dinge gibt, die man nicht mit Geld kaufen kann. Zärtlichkeit zum Beispiel.

Doch offenbar ist das in den Augen einiger Klinikbetreiber anders, wie die Erfahrung einer Familie aus den USA zeigt:

Gespenst im Babybett

Das Baby des Paars kam per Kaiserschnitt zur Welt. Es ging alles gut, mit dem Baby konnte die Familie bald nach Hause gehen. Und dann kam die Rechnung.

In den USA ist die Geburt eines Kindes eine teure Angelegenheit. Während in Deutschland in der Regel alle Leistungen von Ärzten und/oder Hebammen von den Krankenkassen bezahlt werden, müssen Familien in den USA einen großen Teil selbst bezahlen.

39,35 Dollar für den ersten Hautkontakt

Darum war die Rechnung selbst erst einmal keine Überraschung für die Eltern. Ein einzelner Posten darauf allerdings schon: Für "Skin-to-Skin after C-Sec" wurden hier 39,35 Dollar veranschlagt. Gemeint ist damit der Moment, in dem das nackte Baby direkt nach der Geburt einem Elternteil in den Arm gelegt wird.

Nach aktuellen Erkenntnissen ist der erste Hautkontakt sehr wichtig für den Bindungsaufbau von Kind zu Eltern, darum ist dieses "Bonding" eigentlich ein selbstverständlicher Teil im Ablauf einer Geburt. Wenn die Mutter wie in dem Fall nicht in der Lage dazu ist, weil sie wegen des Kaiserschnitts genäht werden muss, übernimmt der Vater meistens den Part.

Aber für diesen Moment der Zärtlichkeit und Liebe zahlen?

Das hat die Eltern dann doch geschockt. Und nicht nur sie. Der Vater veröffentlichte die Rechnung im Netz - und bekam viele Kommentare verständnisloser User.

Doch was uns so selbstverständlich vorkommt, ist in den USA eine Extra-Leistung. Denn in der Regel werden die Babys dort nach einem Kaiserschnitt zunächst in einem anderen Raum untersucht und gesäubert. Wer vorher kuscheln will, muss das also nicht nur explizit verlangen – sondern auch noch Geld auf den Tisch legen.

"Verrückt" findet das auch die Berliner Hebamme Jana Friedrich. "Bei einem Kaiserschnitt wird nur für eine sehr kurze Zeit viel Personal gebunden. Die Betreuung des Babys muss so oder so erfolgen. Ob auf dem Bauch der Mutter oder in einem anderen Raum." In Deutschland werde das bislang nicht so gehandhabt, so die Autorin des Hebammblogs. "In der Klinik, in der ich arbeite, ist das Sectiobonden selbstverständlich."

Absurd, das finden wir auch – und wünschen den Familien, dass diese Praxis schleunigst geändert wird.

miro

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