Vater als Hebamme: Baby Ella Marlen kam im Auto zur Welt

Aufregende Geburt: Das Baby von Ann-Christin Niemann und Christian Janssen kam im Auto zur Welt – ins Krankenhaus schaffte es die hochschwangere Mama nicht mehr.

"Sehen Sie schon die Haare des Babys?", fragte der Rettungsdienst den aufgeregten Papa am Handy. Als Christian Janssen mit "Ja" antwortete, sagte der Sanitäter: "Dann werden Sie die Geburt jetzt durchführen müssen. Bleiben sie ganz ruhig." 

Die hochschwangere Ann-Christin Niemann (25) und ihr Freund Christian Janssen (30) aus Weener in Ostfriesland schafften es nicht mehr rechtzeitig ins Krankenhaus. Ihre kleine Tochter kam am 7. Juni 2019 im Auto zur Welt. Ihre Mama saß auf dem Beifahrersitz des Mercedes, ihr Papa half der kleinen Ella Marlen als Hebamme auf die Welt. 

Da hat man so viele Glücksgefühle. Das vergisst man nie wieder.

Per Telefon bekam der Vater Anweisungen von der Leitstelle – und meisterte seinen neuen Job als Geburtshelfer bravourös. Als der Rettungsdienst ankam, war Töchterchen Ella Marlen schon geboren – 3.600 Gramm schwer und 53 Zentimeter groß. "Beide sind wohlauf, uns geht es zum Glück gut", berichtet Mama Ann-Christin im Gespräch mit BRIGITTE.de. 

Als er seine kleine Tochter zum ersten Mal in seinen Händen hielt, war das "unbeschreiblich", erzählt der stolze Papa. "Da hat man so viele Glücksgefühle. Das vergisst man nie wieder." "Wie sie dich angeguckt hat", erinnert sich liebevoll ihre Mama Ann-Christin.

"Als nächstes rief ich dann nur: 'Ruf einen Krankenwagen'"

Kurz vor der rasanten Auto-Geburt hatten die beiden noch einen Spaziergang mit dem Hund gemacht. Ann-Christin erzählt: "Ich hatte zwar nachts schon Wehen, aber das war nicht anders als die Tage davor. Zwischendurch habe ich auch immer wieder geschlafen. Morgens kamen die Wehen dann regelmäßig, im Abstand von 20 bis 25 Minuten. Aber immer wenn die Wehe vorbei war, konnte ich noch alles machen. Ich konnte noch meinen kleinen Sohn für den Kindergarten anziehen und mich selber fertigmachen. Es war nicht so, dass ich dachte, jetzt geht es gleich los."

Also brachten Ann-Christin und Christian ihren Sohn zum Kindergarten und starteten anschließend ihren Spaziergang. "'Das schaffen wir wohl noch', hab' ich gesagt", lacht Ann-Christin.

Dann setzten plötzlich massive Wehen ein. Mit dem Auto konnten sie gerade noch zurück nach Hause fahren. "Als nächstes rief ich dann nur: Ruf einen Krankenwagen", berichtet Ann-Christin. Doch ihr Freund Christian fragte zunächst nur, ob sie nicht ein bisschen übertreibe. "Ich habe gedacht, wenn die Wehe vorbei ist, denkt sie darüber wieder anders, aber das war nicht so", erzählt der glückliche Vater. "Dann hab' ich es aber noch mal wiederholt und gesagt: Wir werden nirgends mehr hinfahren", berichtet Ann-Christin, und Christian rief doch den Krankenwagen.

Schließlich platzte die Fruchtblase und für Ann-Christin war klar: Mit dem Krankenhaus wird das nichts mehr – ihr Baby kommt an Ort und Stelle zur Welt

"Jetzt musst du das durchziehen, dachte ich nur", berichtet Christian Janssen. Er kontaktierte erneut den Rettungsdienst, der dann aus der Ferne Geburtsanweisungen gab.

Zuerst hatte ich richtig Angst, da hat man ja zwei Leben in der Hand. Aber in so einer Situation macht man einfach nur noch, man kann gar nicht mehr nachvollziehen, was man in so einem Moment fühlt.

Glücklicherweise ging alles gut und schnell. Nach 15 Minuten und drei, vier Presswehen war das Baby da. 

Auch ihr vierjähriger Bruder Leon freut sich sehr über die Geburt seiner Schwester. Als Erinnerung an die besondere Geburt soll die Kleine nun den Spitznamen "Mercy" bekommen.

Videotipp: Simulierte Wehen: So sehr leiden Männer bei einer Geburt

"Verdammt, so weh tut das??": Männer simulieren Wehen - und sind überrascht ...

Wer hier schreibt:

Themen in diesem Artikel

Unsere Empfehlungen

Brigitte-MOM-Newsletter

MOM-Newsletter

Mit unserem Newsletter erfährst du alles über die neuesten Online-Beiträge und verpasst keine MOM-Ausgabe!