Vergesst die neugeborenen Mütter nicht!

Alle stürzen sich aufs Neugeborene – und vergessen dabei die Mutter. Ein Foto erinnert uns daran, dass sie unsere Unterstützung braucht!   

Eine Frau liegt verkabelt in ihrem Krankenhausbett und klammert sich gekrümmt an die Seitenlehne. Hat sie Schmerzen? Ist sie verzweifelt? Wir wissen es nicht. Wir wissen nur, dass sie eben ein Kind geboren hat. Eigentlich ein Grund zu überwältigender Freude. Oder nicht?

Fotografin knipst einzigartige Fotos bei der Geburt ihres Sohnes

In the hustle of the room I peered over at my friend bent over in pain. Baby had just been born and everyone was...

Gepostet von Alex Michele Photography am Mittwoch, 22. Mai 2019

Dieses Foto, das die US-amerikanische Fotografin Alex Michele von einer Freundin gemacht hat, soll uns daran erinnern, dass wir uns nach der Geburt eines Babys nicht nur auf das Neugeborene stürzen sollten, auch wenn dieses winzige Kind unfassbar berührend ist. Wir dürfen darüber die neugeborene Mama nicht vergessen!

Der Appell: Denkt auch an die Mutter, die jetzt Unterstützung braucht!

Da ist eine Frau, die eben ein Kind unter allergrößten Anstrengungen auf die Welt gebracht und nun höchstwahrscheinlich mit physischen und psychischen Schwierigkeiten zu kämpfen hat: Ihr Körper ist verletzt, sie fährt Hormon-Achterbahn, hat Stillschwierigkeiten, leidet unter akutem Schlafmangel und muss mit einem komplett neuen Leben klarkommen.

Und dann sind da auch noch die ganzen logistischen Probleme: Wann soll sie kochen, essen, sich waschen, schlafen, oder die anderen Kinder versorgen, die vielleicht schon da sind und auch noch Unterstützung und Pflege brauchen?

Nur die Fotografin hatte Augen für die Mama

Während sich alle Familienmitglieder nach der Geburt staunend um das Baby versammelten, schoss Alex Michele das Foto von ihrer Freundin - sie war die Einzige im Raum, die Augen für sie hatte. Michele postete das Bild auf Facebook und schrieb dazu:

“Ich habe dich gesehen, Mama. Ich habe den Schmerz in deinen Augen gesehen und in deinem Gesicht und in deinem Körper ... Wir tendieren dazu, unsere Mamas zu vergessen, wenn Babys da sind. Wir fragen, wie es dem Baby geht, was das Baby braucht, ob wir das Baby halten dürfen, dies oder jenes für das Baby kaufen dürfen, aber ... was ist mit Mama?" 

Die braucht jetzt vor allem ganz viel Fürsorge: 

"Mahlzeiten vorbeibringen, jemand, der das Baby im Blick behält, damit sie duschen kann, der sich um die anderen Kinder kümmert, saubermacht, Wärmflaschen und Kaffee und kuschelige Pyjamas bereithält. Vielleicht Fast Food. Oder jemand, der die Wäsche zusammenfaltet. Vielleicht einen neuen Film zum Anschauen oder dein Netflix-Login."

Viele junge Mütter sind nach der Geburt überwältigt, überfordert, manche ängstlich oder sogar depressiv. Sie brauchen jemanden, der versteht, wie schwierig diese erste Zeit ist. Und jemanden, der da ist und mal eine Pizza in den Ofen schiebt (und dazu einen leckeren Salat macht).

Viele Frauen würdigen die Unterstützung, die sie selbst bekommen haben

Micheles Facebook-Post hat offenbar einen Nerv getroffen – in kürzester Zeit ging er viral. In den Kommentaren erzählen Mütter, wer oder was ihnen nach der Geburt am meisten geholfen hat.

"Sie engagierte eine Putzhilfe für sechs Wochen und brachte jeden Abend Essen vorbei. Meine Mama ist wundervoll.❤️ Ich bin so dankbar, und ich habe daraus gelernt. Es ist so wichtig, sich auch um junge Mütter zu kümmern."

"Danke, dass du die Uni geschwänzt hast, um mir zu helfen, nach meinem Kaiserschnitt Brooklyn zu versorgen. Danke, dass du das Erbrochene weggemacht hast, das überall war. Danke, dass du auf meine beiden Kleinkinder aufgepasst hast, wann immer du dachtest, dass es mir helfen könnte. ❤️❤️ Viel Liebe für dich, Schwester 💪🏼🥰

Eine andere Frau erinnert die Väter daran, die junge Mutter weiterhin zu lieben und ihre Bedürfnisse zu erkennen:

"Väter, bitte achtet darauf, weiterhin die Mama eurer Babys zu lieben, die euch eben zum Vater gemacht hat. Vergiss sie nicht, vor allem in den ersten Wochen. Das ist so wichtig, aber ich sehe zu viele Dads, die sich an ihrem Baby erfreuen, und die nicht wirklich die Bedürfnisse der Mama SEHEN."

Egal, in welchem Verhältnis wir zur neugeborenen Mutter stehen: Wir sollten uns alle Gedanken darüber machen, ob und wie wir sie unterstützen können, und dann mit anpacken – natürlich nicht ohne vorzufühlen, was erwünscht ist und was nicht.   

Unsere Empfehlungen

Brigitte-MOM-Newsletter

MOM-Newsletter

Mit unserem Newsletter erfährst du alles über die neuesten Online-Beiträge und verpasst keine MOM-Ausgabe!