Niemand weiß, wie lange der kleine John noch lebt

Wegen einer Herpesinfektion hat der Säugling aus Hamburg schwere Hirnschäden davongetragen. Sein Vater warnt in einem Post: Unterschätzt die Lippenbläschen nicht!

Der kleine John aus Hamburg wird nie wie sein Bruder aufwachsen. Durch eine Infektion sind große Teile seines Gehirns beschädigt. Die Prognose der Ärzte: Niemand weiß, wie lange es noch arbeitet. Sie können ihm nicht helfen. Das Erschütternde dabei ist, dass der Säugling sich an einem vermeintlich harmlosen Herpesvirus angesteckt hat. Fast jeder von uns hatte schon einmal Probleme mit den lästigen Lippenbläschen - für wirklich gefährlich halten wir sie aber nicht. Tatsächlich können sie für Säuglinge aber gravierende Folgen haben, wie man am Schicksal des kleinen Johns sieht.

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"Nehmt euch diesen Post zu Herzen"

Auf dem Bild seht ihr meinen Sohn John. Auf den ersten Blick wirkt er fast wie jeder andere Säugling, doch John hat in...

Gepostet von Thorsten Schulz am Montag, 9. Mai 2016

Auf Facebook erzählt Johns Vater die ganze erschütternde Geschichte:

"Auf dem Bild seht ihr meinen Sohn John. Auf den ersten Blick wirkt er fast wie jeder andere Säugling, doch John hat in seinen ersten zwei Monaten schon mehr durchgemacht als ich in meinen 34 Jahren.

Rund 14 Tage nach seiner Geburt begann John unruhig zu werden, sich zu überstrecken und in leichten Schüben zu zittern. Die Hebamme nahm an, dass es sich um eine durch die schnelle Geburt hervorgerufene Blockade handelte, und empfahl uns, am nächsten Tag zum Arzt zu gehen. Abends war es dann so schlimm, dass wir ins Krankenhaus fuhren. Er kam sofort auf die Neugeborenenintensivstation und bekam profilaktisch Antibiotika und antivirale Mittel. Nach mehreren Untersuchungen und 4 Tagen ungeduldigen Wartens kam die Diagnose: Herpes Encephalitis.

John hatte irgendwo einen Herpesvirus abbekommen, welcher durch die noch nicht ausgebildete Blut-Hirnschranke ins Gehirn wandern konnte und dort große Teile des Gehirns zu entzünden und zu zerstören begann. Nach fünf Wochen aggressiver antiviraler Mittel, Hirnstrommessungen (EEG), Ultraschall und MRT die harte Wahrheit:

- Große Teile seines Gehirns sind schwer geschädigt und zerstört.

- John wird nie wie sein großer Bruder aufwachsen.

- Die Entzündung im Gehirn scheint, trotz der vernichteten Viren, weiter zu brennen, die Ärzte können nichts dagegen tun.

- John muss nun alleine kämpfen und niemand kann sagen, ob er es schaffen wird oder ob ihm noch Jahre, Monate, Wochen oder Tage bleiben bis sein Gehirn versagt.

Fast jeder Mensch trägt das Herpesvirus in sich, doch nur bei wenigen bricht es aus. Wir wollen niemanden stigmatisieren, wir möchten euch Folgendes ins Gedächtnis rufen: Herpesbläschen sind potenziell ansteckend. Haltet euch von Babys fern, schaut nicht mal in den Kinderwagen, ihr könntet das Kind anstecken, auch wenn es nicht mehr ganz frisch ist.

Für John ist es zu spät.

Er wird nie wieder gesund.

Wir möchten kein Beileid, wir wünschen uns etwas Wichtigeres: Nehmt euch diesen Post zu Herzen und teilt ihn. Herpes wird heutzutage als lästige Begleiterscheinung eines stressigen Lebens abgetan, die Gefahren sind kaum bekannt. Wer darauf achtet, rettet vielleicht einem Kind das Leben, erspart ihm Leid. Wir werden es nie erfahren, doch dann hat Johns schwerer Weg einen Sinn bekommen."

Wie gefährlich ist das Virus?

Laut Medizinern ist eine Infektion mit Herpesviren besonders für Babys gefährlich, die jünger als sechs Wochen sind. Der Virus kann sich über Küssen und Schmusen übertragen und beim Säugling Symptome auslösen, die einer Blutvergiftung ähneln. Eltern mit Lippenbläschen sollten deshalb vor allem in den ersten Wochen vorsichtig sein. Im Zweifel sollte man den Kinderarzt um Rat fragen.

as
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