Wie eitel darf Mama sein? Zwischen Maniküre und Matschhose

Maniküre, Frisör, Shopping? Für viele frischgebackene Mütter sind das Fremdwörter. Aber irgendwann darf vorm Spiegel mal wieder geklotzt werden, meint Bloggerin Sarah. Denn Eitelkeit tut einfach gut!

Es gibt Tage, an denen möchte man am liebsten gar nicht vor die Türe gehen. Diese Tage gab es vor dem Mamasein und diese gibt es genauso häufig auch, seitdem ich Mama bin. Sprüche wie "Duschen wird überschätzt" oder "Als Mama hat man eben keine Zeit für einen Frisörtermin" habe ich in der Schwangerschaft häufig gehört und mir immer geschworen:

So wirst du nicht. Du bleibst du. Das kann doch nicht so schwer sein. Ein Stündchen zum Frisör. Mal kurz an den Maniküre-Tresen gesetzt. Ungeduscht geh ich auf keinen Fall aus dem Haus!

Unser Blog-Liebling: Auf Familiekindundleben.de schreiben Sarah Formann und ihr Mann Julius über ihren Alltag mit der kleinen Clara. Hier gibt's praktische Reisetipps, Mode-Inspirationen, leckere Rezepte - aber auch nachdenkliche Töne über Elternsorgen, Beziehung und Alltagsprobleme - immer aus weiblicher und männlicher Sicht.

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An letzteres habe ich mich auch gehalten. Aber den Frisör habe ich das erste und letzte Mal von innen gesehen, als ich Clara abgestillt hatte. Und zur Maniküre – pah! – das lohnt sich eh nicht. Mit Clara kann ich dort nicht hingehen, weil sie nach 5 Minuten in dem Gasgemisch aus Nagellack und Gel wahrscheinlich halluzinierend auf dem Boden liegen würde. Beim Frisör nicht ganz so schlimm, aber ähnlich, wenn die stilbewusste junge Frau neben mir sich Foliensträhnchen ins Haar ziehen lässt.

Was für eine Zeit muss man dafür haben. Was für eine Ruhe mitbringen. Da sich dann nur das Wochenende oder der Montag anbietet, fällt bei mir schon seit Monaten der Frisörtermin flach. Montag geschlossen. Wochenende zu voll.

Dutt geht immer

Meine neue Lieblingsfrisur ist also der Dutt. War ja schwer im Kommen dieser "out of bed"-Look. Wahrscheinlich hat ihn auch eine gestresst Mutter 'en vogue' gemacht – oder Herr Lagerfeld hatte eine gestresste Mutter als Muse. Jeden Falls ist mit Kind die Pflege des eigenen Ichs und die Erfüllung des Mindestmaßes an gemeingültigen Beauty Regeln ein regelrechter Kraftakt. Oder vielmehr ein Organisationsakt.

Was dringend und wichtig ist, verwischt zunehmend. Maniküre – pah! Pediküre – doppel-pah! Frisörtermin fällt aus wegen "is' nich'". Augenringe sind mein neues Make-up und der Fön hat vorerst Pause.

Schluss mit "Out of Bed" - Mama darf jetzt wieder blühen! 

Aber: So langsam darf auch mal wieder geklotzt werden. Geklettert wird hier im Haushalt mit einer 15-Monate alten Tochter ja mehr als genug. Also habe ich mich recht schnell gefangen und habe den Rougepinsel wieder zu seiner ursprünglichen Funktion genutzt und ihn zum Schminkspiegel gelegt. Vorbei die Zeit, in der er als Bestäuber für den Zitronenbaum meines Mannes gedient hat. Das Bäumchen trägt Früchte, jetzt gilt es, Mama mal wieder 'blühen' zu lassen.

Wie viel ein Frisörbesuch, ein Körperpeeling und ein Abend mit den liebsten Freundinnen ausmachen, kann sich wahrscheinlich jede Mama vorstellen. Denn selbst als Nicht-Mama hat solch ein Tag das Potenzial, ein ziemlich guter zu werden.

Respekt für die gestylten Mamas!

Beim Friseur kam zwar im ersten Sommer nach Claras Geburt ein Ombre-Look dabei heraus, der mir persönlich zu blond war, aber egal … Das frisch geföhnte Gefühl wenn man den ersten Schritt aus dem Friseurladen heraus auf die Straße setzt, war fantastisch. Beschwingt wie in Zeitlupe kam ich mit einem riesigen Grinsen die Straße entlang und nach Hause geschlendert.

Auf dem Weg gab's ein Eis. Mir kam eine junge Mama entgegen, die perfekt gestylt in High Heels ihren Kinderwagen schob. Und ich dachte so bei mir: "Respekt. Coole Mama."

Früher habe ich solche Mamas immer belächelt, weil ich nicht verstehen konnte, warum man sich noch so aufbretzeln muss, wenn man doch offensichtlich ganz andere Aufgaben im Alltag zu bewältigen hat. Dabei stören die High Heels doch nur und die Frisur ist nach einmal Stillen und der Breimahlzeit doch eh hinüber. Das ist doch nur die Eitelkeit.

Eitelkeit hält uns am Leben

Doch jetzt weiß ich: Genau diese Eitelkeit hält Mama am Leben. Warum denn nicht?! Eitelkeit darf sein – wenn wir sie als natürliche Freude an der eigenen körperlichen Schönheit oder der geistigen Vollkommenheit, dem eigenen Körper, dem Aussehen und der Attraktivität oder der Wohlgeformtheit des eigenen Charakters verstehen; sagt Wikipedia.

Ist man denn gleich eine weniger gute oder fürsorgliche Mama, wenn man auch auf sich selbst achtet? Ist man gleich weniger aufmerksam, wenn man sich täglich – manchmal auch mehrmals, verrückt! – duscht und sich die Haare zu einer Frisur föhnt, sich die Fingernägel lackiert und Gedanken über sein Outfit macht und nicht einfach in den Kleiderschrank greift? Nein, definitiv nicht.

Nicht nur Mama, sondern auch Frau

Mama darf genauso eitel sein, wie jede andere Frau auch. Denn – surprise, surprise – jede Mama war, ist und bleibt ja auch immer eine Frau. Eine Frau mit einem bestimmten Selbstbild und Selbstanspruch. Mit Gelüsten, Wünschen und Beauty Regeln.

Ich sage: Sei, wie du bist, Mama, denn genauso bist du gut.

Eitelkeit ist gut für die Liebe

Denn die Eitelkeit kommt auch der Partnerschaft zu Gute. Welche Frau fühlt sich nicht sexy mit neuer Frisur, einem schönen Outfit und einem strahlenden Lächeln. Wenn ich glücklich bin, strahle ich von innen. Und das ist doch wohl die reinste Form der Schönheit.

Wenn ich mich selbst im Spiegel ansehe und denke "Du bist schön", dann mag das eitel sein, aber es macht mich glücklich. Und wenn Mama glücklich ist, ist auch Papa glücklich. Und wenn die Eltern glücklich sind, ist auch Clara glücklich. Also Win-Win in für alle! Und Eitelkeit fordert doch auch keine Opfer. Nur mehr Organisation und Planung. Aber das Gute ist, das Ergebnis ist direkt sichtbar. Der Weg ist das Ziel.

Artikel, leicht gekürzt, von Sarah Formann, ursprünglich erschienen auf www.familiekindundleben.de

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