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Momshaming Marie Nasemann: "Mütter sind nicht für ein Friede-Freude-Eierkuchen-Gefühl zuständig"

Marie Nasemann wehrt sich gegen das Momshaming.
Marie Nasemann wehrt sich gegen das Momshaming.
© Andreas Rentz / Staff / Getty Images
Schauspielerin Marie Nasemann wehrt sich auf Instagram gegen das Momshaming – und findet klare Worte.

"Hör endlich auf zu jammern", "Komm nicht so undankbar daher", "Warum habt ihr überhaupt ein zweites Kind bekommen??!" – auf Instagram teilt Schauspielerin Marie Nasemann in einem Post eine Auswahl an Kommentaren, die der zweifachen Mutter entgegengebracht werden. Unter dem Hashtag "#momshaming" (zu Deutsch etwa: "Das Beschämen von Müttern") wendet sich Nasemann an eine Gesellschaft, die im Zusammenhang mit dem Elternsein keine "negativen" Aussagen zu dulden scheint.

Momshaming: "Diese Gefühle dürfen da sein"

"Immer wieder" bekomme Nasemann Nachrichten von anderen Frauen – und teils auch Männern –, die es offenbar nicht gut finden, wenn die Darstellerin und Mutter über die negativen Seiten der Elternschaft berichtet. In ihrem Post stellt sie klar: "Diese Gefühle, die ich oft habe, wenn es mit den Kindern intensiv ist, dürfen da sein und sie bedeuten nicht, dass ich die Kinder bereue oder nicht abgöttisch liebe."

Es gebe immer Phasen im Leben, in denen sie alles verteufeln und als "tierisch anstrengend" empfinde "und ehrlich gesagt glaube ich, dass es ganz vielen Eltern ähnlich geht", so Nasemann.

"Ich werde mich nicht zum Wohle aller zurückhalten"

Für Nasemann sei es auch feministisch, "dass ich es mir eben herausnehme zu sagen, wenn ich etwas scheiße finde und mich eben nicht zum Wohle aller und der allgemeinen Stimmung zurückhalte, wie es meine Großmütter ihr Leben lang getan haben". Mütter seien nicht für ein "Friede-Freude-Eierkuchen-Familiengefühl" verantwortlich, macht die Schauspielerin klar. "Mütter sind nicht dafür da, es allen recht zu machen und dafür immer ihre eigenen Bedürfnisse hintenanzustellen", schreibt sie weiter. Aus diesem Grund werde sie weiterhin über die negativen Seiten des Elternseins schreiben.

Sie appelliert an die Leser:innen, es ihr gleichzutun: "Wenn wir nicht endlich anfangen, offen darüber zu reden, wie heftig der Job der Elternschaft ist oder Frauen shamen, die offen darüber sprechen, wird Care-Arbeit niemals gesellschaftlich anerkannt."

Die Kommentarspalte ist voll mit positiven Reaktionen auf den Post der zweifachen Mutter. "Bitte mach unbedingt weiter so!", schreibt eine Person. Eine andere stimmt Nasemann zu und schreibt: "Wenn in unserer Gesellschaft endlich mal ein realistisches Bild von Elternschaft und insbesondere eben auch Mutterschaft vermittelt werden würde, dann würden einen diese individuellen Herausforderungen je nach Kind auch nicht so unvorbereitet treffen."

Verwendete Quelle: instagram.com

cs Brigitte

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