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Moxen Was ist das genau?

Moxen in der Schwangerschaft.
© Vero Fiszman / Shutterstock
Wenn Du schwanger oder bereits Mutter bist, hast du davon vielleicht schon gehört: Moxen. Wir verraten dir, was Moxibustion (so der Fachbegriff) genau ist und wobei es dir helfen könnte.

Was ist Moxen?

Moxibustion ist eine alternativmedizinische Behandlungsmethode, die aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) stammt. Beim Moxen werden Akupunkturpunkte mit brennendem Beifußkraut erhitzt und somit energetische Prozesse im Körper angeregt. Der brennende Beifuß verleiht der Methode auch seinen Namen, der sich nämlich aus dem japanischen Wort für die Pflanze "Beifuß" und dem lateinischen Wort für "Brennen" zusammensetzt. 

Wobei kann Moxen helfen?

Moxen kann bei verschieden Beschwerden helfen. Unter anderem sind das:

  • chronische Bronchitis
  • chronisches Asthma
  • Depressionen
  • Schwächezustände nach chronischen Erkrankungen
  • Erschöpfungsreaktionen
  • Migräne und Spannungskopfschmerz
  • Schulter-Nacken-Verspannungen
  • Bandscheibenschäden
  • Hexenschuss
  • in der Schwangerschaft, um eine Drehung des Babys zu bewirken

Moxen in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft wird Moxen vor allem dann angewendet, wenn sich das Baby wenige Wochen vor der Geburt noch in Beckenendlage (Steißlage) oder Querlage befindet. Da mit dieser Lage des Babys eine Geburt zu Komplikationen führen kann, versucht man, das Baby durch Moxibustion zu einer Drehung in die optimale Geburtsposition zu animieren. 

So läuft Moxen in der Schwangerschaft ab

Meist beginnt man mit dem Moxen etwa um die 33. Schwangerschaftswoche, wenn das Ungeborene noch ausreichend Platz hat, sich im Mutterbauch zu drehen. Vorher sollte allerdings ausgeschlossen werden, dass es eine medizinische Ursache für die Beckenend- oder Querlage des Babys gibt. Hierzu zählen unter anderem Anomalien der Gebärmutter oder eine ungünstige Position der Plazenta.

Beim Moxen liegt die Schwangere auf dem Rücken oder befindet sich in der sogenannten "Indischen Brücke", einer Position aus dem Hatha-Yoga, bei der die werdende Mutter auf dem Rücken liegend die Füße hüftbreit in den Boden stemmt und ihr Becken nach oben schiebt. Diese Haltung verschafft dem Kind nämlich zusätzlichen Raum für eine Drehung.

Die Hebamme hält dann eine brennende Beifußkraut-Zigarre an Akupunkturpunkte am äußeren Nagelrand der kleinen Zehen der Mutter. Dies geschieht nur so lange, bis die Schwangere die Hitze spürt und sich die Stellen an den Zehen leicht rötlich färben. Im Idealfall kommt es während oder nach der Moxen-Anwendung zu einer Energetisierung des Uterus. Die hat im Idealfall leichte Kontraktionen der Gebärmutter zur Folge, die dem Baby zu einer Drehung verhelfen.

Dieser Vorgang dauert ungefähr 20 Minuten und wird in der Regel nach einigen Tagen wiederholt. Das Moxen sollte allerdings nur von einer Hebamme durchgeführt werden, die Erfahrung in Moxibustion hat und genau beurteilen kann, wie das Baby liegt.

Worauf sollte man beim Moxen achten?

  • Die Sitzung sollte nicht länger als 20 bis 30 Minuten andauern.
  • Moxibustion sollte nur zwischen der 33. und 36. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden.
  • Moxen sollte nur eine darin gut ausgebildete Hebamme.
  • Beim Moxen in der Schwangerschft sollte die Haut durch die Zigarre nicht direkt berührt werden, da sonst Verbrennungen entstehen können. Es handelt es sich um die sogenannte "indirekte Moxa-Therapie".
  • Die Moxibustion sollte nicht mehr als fünf bis sechs Mal angewendet werden.
  • Die Schwangere muss die Kosten für die Moxibustion meist selbst tragen. Sie werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. 
  • Es gibt leider keine Garantie, dass sich das Baby durch das Moxen wirklich in die gewünschte Position dreht. Allerdings gibt es Studien, die belegen, dass beim Moxen die Chance einer Drehung bei ungefähr 50 Prozent liegt.
  • Auch wenn die meisten Schwangeren den Beifußgeruch als angenehm und entspannend wahrnehmen, kann es sein, dass du ihn nicht magst und dir davon schlecht wird. In diesem Fall solltest du mit deiner Hebamme darüber sprechen.

Wann sollte man lieber nicht moxen?

Auch wenn es sich beim Moxen um eine recht sanfte Behandlungsmethode handelt, solltest du es unter bestimmten Voraussetzungen besser nicht anwenden. Dazu gehören vor allem:

  • Risiko-oder Mehrlingsschwangerschaften 
  • Vorzeitige Wehen
  • Akute Erkrankungen, Fieber oder Schlafstörungen 
  • Starke Allergie gegen Beifuß

Quellen:

  • Hans Gerhard Höting: Die Moxa-Therapie, TRIAS, 7. Edition (7. August 2019)
  • Debra Betts: Akupunktur für Schwangerschaft und Geburt, Urban und Fischer, 2009
Brigitte

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