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Charakterstärke Jüngstes, ältestes oder mittleres Kind? Was das über deine Persönlichkeit aussagt

Charakterstärke: Drei Kinder sitzen zufrieden vor ihrer Kreidemalerei
© Irina Schmidt / Adobe Stock
Hast du dich schon einmal gefragt, ob deine Geburtsreihenfolge auch etwas mit der Art und Weise zu tun hat, wie du dich entwickelt hast? Einer Psychologin zufolge könnte dem so sein.

Das erste Kind ist der:die Rebell:in, der:die sich wegen allem noch bei den Eltern durchsetzen muss. Der:die Zweite in der Reihe hat es einfacher, da Diskussionen bereits geführt wurden und es sich auf andere Dinge konzentrieren kann – und das dritte Kind hat es bei den Eltern vielleicht schon so entspannt, dass es noch viel mehr bedenkenlos ausprobieren kann als die Geschwister zuvor.

So oder so ähnlich lauten wohl einige der verschiedenen Theorien über die Charaktere von Kindern. Blickt man auf die Forschung, so sind Erstgeborene öfter Führungspersönlichkeiten als ihre jüngeren Geschwister. Laut der US-Psychologin Laurie Kramer muss das aber nicht zwangsläufig der Fall sein. Stattdessen habe die Geburtsreihenfolge zwar oft einen Einfluss auf den Charakter, aber keiner sei besser oder schlechter als der andere. Ob erstes, zweites oder drittes Kind sei nun einmal nicht ausschlaggebend dafür, welchen Weg ein Mensch letztendlich einschlägt. Alle Kinder haben im Grunde ein Führungspotenzial. Die Umgebung, in der sie aufwachsen, lege aber fest, ob sie dieses auch entfalten, erklärt die Psychologin gegenüber CNBC Make it. Der Geburtsstatus kann nach Kramer aber Folgendes bewirken.

Jüngstes, ältestes oder mittleres Kind? Was das über deine Persönlichkeit aussagt

Das erste Kind: Eigenständig und selbstbewusst

Nicht nur Erstgeborene, auch Einzelkinder können natürlich diese herausragende Eigenschaft besitzen, die sie zu guten Führungspersönlichkeiten macht. Mit dem ersten Kind sei es oft so, dass Eltern sehr involviert seien und versuchen, jede Emotion des kleinen Kindes zu deuten, es zu unterstützen und zu schützen. Dadurch fühle sich ein Einzelkind oder Erstgeborene:r oft sehr akzeptiert und bekräftigt, so Psychologin Kramer. Das führe ebenfalls oft zu mehr Selbstbewusstsein und Eigenverantwortung beim Kind. Die ältesten Geschwister würden meist davon profitieren, dass sie quasi unter den Kleineren der:die Anführer:in seien, erklärt sie weiter. Das führe mitunter auch dazu, dass sie ihren jüngeren Familienmitgliedern ihre neuesten Erkenntnisse zeigen und beibringen – wodurch auch diese etwas lernen.

Das jüngste Kind: Ausprobieren und entdecken

Viele Interessen und viele Möglichkeiten, die hinter jeder Ecke warten. Für die jüngsten Kinder ist das Leben voller Potenzial, oft dadurch, dass sie im Familienleben nicht nur ihre eigenen Erfahrungen austesten, sondern auch die ihrer Geschwister beobachten. Beim dritten Kind haben die Eltern oft sehr viel auf einmal, was gehandhabt werden muss. Denn mit mehreren Kindern wird das Haus mit noch mehr Leben gefüllt, wortwörtlich. Bei dem jüngsten Kind haben Elternteile durch ihre bisherige Erfahrung bereits gelernt, dass die Kleinen auch in stressigen Momenten vielleicht kurz unbeobachtet sein und sie selbstständiger sein können, als sie es denken.

Jüngere Kinder bekommen oftmals schneller Privilegien, für die ihre älteren Geschwister eventuell diskutieren mussten. Sie dürfen schneller alleine zur Schule fahren oder mit in den tiefen Bereich des Pools kommen. Denn sie lernen viel durch das Beobachten der anderen und wachsen an deren Erfahrungen mit. Dadurch sind sie oft die Entdecker:innen und gute Observierer:innen, die erkennen, was im Haus vor sich geht. Sie sind außerdem meist gut darin, ihre eigenen Interessen zu finden und diesen nachzugehen.

Das Mittelkind: Kommunikationskünstler:innen

Wer in der Mitte aufwächst, der:die findet seine:ihre Stärke oft darin, gute Beziehungen mit anderen knüpfen zu können. Laut der US-Psychologin Kramer sind sie außerdem ausgesprochen kommunikationsstark. Gerade bei dem mittleren Kind sei es nämlich häufig der Fall, dass es sich mit dem dazukommenden Neugeborenen außen vor fühle. Der Kampf um Aufmerksamkeit sei darum gerade beim mittleren Kind oft besonders groß – was dazu führen kann, dass sie einen ganz anderen Weg einschlagen als ihre Geschwister, um besonders herauszustechen. Das Gefühl, eventuell nicht genug Beachtung gefunden zu haben, kann dazu führen, dass sie sich besonders gut und klar ausdrücken können und sie dazu bringen, sehr hilfsbereit gegenüber anderen aufzutreten.

Wann man geboren wurde, ist nicht immer ausschlaggebend

Diese Eigenschaften von Kindern können teilweise zutreffen, doch das ist natürlich nicht immer der Fall. Jeder Mensch und jede Familie geht anders mit Erziehung und dem Aufwachsen der Kinder um. Und es ist ebenfalls möglich, dass sich ein Kind eine der anderen Stärken oder vielleicht sogar alle gemeinsam aneignet – oder ganz andere, die ihm:ihr auf dem Lebensweg helfen werden. Laut Kramer seien es lediglich pauschale Angaben, doch nichts davon müsse zwangsläufig zutreffen. Wichtig sei eher zu sehen, dass jedes Kind auf die ein oder andere Weise Führungspotenzial besitzt.

Verwendete Quelle: Psychology Today

lkl Brigitte

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