Schönheitschirurgen haben den After-Baby-Body entdeckt

Schönheitschirurgen bieten unzufriedenen Müttern eine Rundumerneuerung an - das "Mommy Makeover". Der US-Trend hat auch Deutschland erreicht.

"Mommy Makeover" - ist das eine neue Reality-Show?

Leider ist das keine Show, sondern wirklich Reality. In den USA haben sich sogenannte "Mommy Makeover" etabliert. Gemeint sind damit chirurgische Eingriffe, mit denen die Spuren, die eine Schwangerschaft am Körper einer Mutter hinterlässt, beseitigt werden. Inzwischen haben auch deutsche Fachärzte für Ästhetische und Plastische Chirurgie die Zielgruppe der unzufriedenen Mütter für sich entdeckt.

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Was für Eingriffe sind damit gemeint?

So einige. Angesichts des Leistungsangebots könnte man meinen, der weibliche Körper gleiche nach der Geburt einem Schlachtfeld. Je nach Bedarf werden die Brüste verkleinert / vergrößert / angehoben, die Brustwarzen versetzt, Dehnungsstreifen beseitigt, der Bauch gestrafft, ein herausstehender Bauchnabel abgeflacht, die Scheide verengt oder die Schamlippen verkleinert. Doch damit nicht genug: Nicht nur am, sondern auch im Körper gibt es Optimierungsbedarf. Bei der Geburt entstandene und später vernarbte Risse in der Vagina können auf Wunsch geglättet werden.

Das mit den Brüsten ist ja noch nachvollziehbar, aber wer lässt sich denn bitte die Vagina bügeln?

Verlässliche Zahlen zu den Operationen gibt es bisher weder in den USA noch in Deutschland. Nach Angaben der American Society of Plastic Surgeons gab es im Jahr 2014 rund 500.000 Eingriffe mit dem Ziel, den After-Baby-Body wieder in Form zu bringen. In Deutschland werden pro Jahr rund 20.000 Brustvergrößerungen und 10.000 Brustverkleinerungen vorgenommen - Tendenz steigend. Einer Umfrage der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen zufolge ließen sich bereits 2011 mehr als 5400 Frauen die Schamlippen verkleinern oder auffüllen.

Alles nur, um wieder seinen "alten" Körper zurückzubekommen?

Na ja. In manchen Fällen ist der Leidensdruck der Frauen tatsächlich hoch und manche Schwangerschaftsfolgen sind sicherlich mit Schmerzen verbunden. Doch häufig stehen nicht medizinische, sondern ästhetische Aspekte im Vordergrund, wenn sich eine Mutter für ein "Mommy Makeover" entscheidet.

Gehen die Frauen damit nicht auch ein Risiko ein?

Natürlich. Jede OP birgt Risiken und es kann immer etwas schiefgehen. Die Wunde kann sich entzünden, das Empfindungsvermögen kann nachlassen oder ganz verloren gehen. Außerdem ist die nötige Erholungszeit nicht zu unterschätzen. Nach einer Bauchdeckenstraffung zum Beispiel sollte eine Frau mindestens sechs Wochen nicht schwer tragen.

Ah ja, das verträgt sich ja bestens mit der Lebensrealität von Müttern, die ständig etwas auf dem Arm haben ...

Ob es sich lohnt, diese Strapazen auf sich zu nehmen, ist in der Tat fraglich. Narben bleiben so oder so. Und eine Garantie dafür, genau so wie vor der Schwangerschaft auszusehen, gibt einem auch kein Schönheitschirurg. Dennoch hat jede Frau das Recht, über ihren Körper bestimmen. Und wenn ihr eine OP dabei hilft, ihr Selbstwertgefühl zurückzugewinnen, ist auch das ihr gutes Recht.

nw
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