10 Wege, deinem Kind ein positives Körpergefühl zu vermitteln!

Wie bringt man seinem Kind ein positives Körpergefühl bei? Heute, in der Zeit des Schlankheitswahns, ist die Frage wichtiger denn je. Mit diesen zehn Tipps kannst du deinem Kind dabei helfen, seinen Körper zu akzeptieren.

Ein gesundes Körpergefühl trägt zu einem erfüllteren Leben bei, wie viele Untersuchungen bestätigen. Leider werden wir tagtäglich darauf hingewiesen, dass wir nicht perfekt sind. Dass wir zu dick, zu dünn, zu mittel sind. Es werden Anforderungen an uns gestellt, an denen Erwachsene verzweifeln – wie sollen dann Kinder und Jugendliche damit zurechtkommen?

Der einzige Schutz, den wir unseren Kindern bieten können, ist Prävention. Als Eltern können wir sie nicht von der Werbe- und Modewelt fernhalten. Aber wir können ihr Körpergefühl stärken, sodass sie an den unmöglichen Erwartungen von TV & Co. nicht zerbrechen. Hier kommen 10 Tipps, wie du deinem Kind ein positives Körpergefühl vermitteln kannst:

1. Rede nicht schlecht über die Körper von anderen

Der Psychologie-Professor und Autor Renee Engeln von der Northwestern University weiß: "Wie Kinder über ihre Körper denken und fühlen sollen, lernen sie, indem sie Erwachsenen zuhören." Hören sie Erwachsene nur über ihre Körpermängel sprechen, bekommen Kinder das Gefühl, dass ihre Körper nie "gut genug" sein können. Hören sie Erwachsenen schlecht über die Körper anderer Menschen sprechen, werden Kinder sich auf ihre körperlichen Mängel konzentrieren, wenn sie in den Spiegel schauen.

Engeln rät Eltern, sich immer dessen bewusst zu sein, wie man über Körper vor den Kindern spricht. Abwertende Kommentare sollten vermieden, das Thema bestenfalls von zu Hause verbannt werden.

2. Hör auf, deinen eigenen Körper zu bemängeln

Seinen eigenen Körper vor Kindern zu denunzieren, kann mindestens ebenso schädlich sein. Wer von sich selbst ständig behauptet zu dick zu sein oder nicht mehr in Größe 36 zu passen, lebt seinem Kind kein gesundes Körpergefühl vor.

"Als Eltern müssen wir respektvoll über die unterschiedlichen Körpermaße sprechen", begründet Prof. Rebecca Puhl vom Rudd Center for Food Policy & Obesity. Das heißt auch, dass man selbst an seinem eigenen Selbstbild arbeiten und sich in in seinem Körper wohlfühlen sollte. Dieses Gefühl strahlen wir nach außen aus und senden es an unsere Kinder.

3. Sprich gut über verschiedene Körperformen

Vermeiden ist die eine Sache, Hervorheben die andere. Sprich zu deinen Kindern positiv über alle Körperformen. "Wir müssen uns und unseren Kindern erlauben, uns gut in unseren Körpern zu fühlen – und das unabhängig von unserer Größe, Körperform oder sonstigen äußeren Merkmalen", erklärt Puhl.

Joslyn Smith von der National Eating Disorders Association verrät: "Ich sage meiner Tochter immer: 'Alle Körper sind gute Körper.'" Was für ein schöner Leitsatz!

4. Sprich mehr über Inneres, nicht über Äußerlichkeiten

Vor Kindern sollte man immer seine Werte betonen. Spricht man ständig über das Äußere, lernen die Kinder, dass es ein sehr wichtiger Wert ist. Lässt man das Thema weg, lernen sie hingegen, dass es Wichtigeres gibt als das äußere Erscheinungsbild.

Wir sollten aufhören, vor unseren Kindern über den eigenen oder die Körper von anderen zu sprechen. Je mehr Zeit wir diesen Themen widmen, desto wichtiger erscheint es einem Kind.

Besser ist es, dem Kind zu vermitteln, dass es Wichtigeres gibt als das Aussehen. Das kann man ihm indirekt vermitteln, indem man andere Gesprächsthemen in den Vordergrund rückt. Wie wäre es damit, darüber zu sprechen, was Menschen sagen oder tun, statt wie sie aussehen?

Prof. Amy Slater vom Centre for Appearance Research der University of the West of England betont: "Ermutige deine Kinder zu Werten, die nicht in Beziehung zu ihrem Körper stehen, wie etwa ein guter Freund zu sein."

5. Leg den Fokus auf das Tun, statt auf das Aussehen

Slater rät: "Bringt euren Kindern bei, ihre Körper für das wertzuschätzen, was sie tun, statt wie sie aussehen." Beginnen kann man – wie so oft – indem man ein gutes Vorbild abgibt und den eigenen Körper für das respektiert, zu was er fähig ist.

Nur so schafft man es, dass Kinder über das sprechen, was sie können und wie sie sich fühlen, statt über ihr Gewicht oder ihre Körperform.

Kommt Slaters Tochter auf sie zu und beschwert sich, dass sie am Bauch zugenommen hat, antwortet sie: "Es ist so cool, dass du es bemerkt hast, wie dein Körper sich verändert, du größer, älter und stärker wirst. Körper kommen in allen verschiedenen Größen und Formen daher, verändern sich ständig – und jeder einzelne Körper ist gleich gut und gleich viel wert."

6. Essen & Bewegung: Sei ein gutes Vorbild

Viele Eltern sorgen sich um das Essverhalten ihrer Kinder. Ein Verbot kann allerdings schnell ins Gegenteil umschwenken und den Griff zu Fast Food noch verstärken, weiß Prof. Puhl.

Untersuchungen haben aber ergeben, dass sich Kinder das Essverhalten von ihren Eltern abschauen. Gleiches gilt für die Bewegung. Hier gilt es, dem Kind einen gesunden Lebensstil vorzuleben und ihm jene Lebensmittel zu Hause zur Verfügung zu stellen, die gesund sind.

7. Predige intuitives Essen, statt Essverbote

Statt dem Kind vorzuschreiben, was es zu essen hat und was nicht und wie oft es sich wie viel bewegen soll, ist es effektiver, dem Kind nahezulegen, auf die Bedürfnisse seines eigenen Körpers zu hören. Wann bin ich satt? Wann habe ich Hunger? Worauf habe ich Appetit? Kann ein Kind diese Fragen für sich selbst beantworten, ist es nicht mehr nötig, Lebensmittel in "gut" und "schlecht" zu unterteilen. Denn: Wie Eltern über Essen, Gesundheit und sportliche Aktivitäten sprechen, kann sich ebenso sehr auf das Selbstbild des Kindes auswirken wie Diskussionen zu Gewicht und Körperform.

Besser ist es, dem Kind viele unterschiedliche Nahrungsmittel zur Verfügung zu stellen, sodass sie entspannt mit dem Thema Ernährung umzugehen lernen.

"Wenn Eltern es schaffen, mit dem Kind sportliche Aktivitäten auszuüben, ohne dabei das Thema Gewicht zu thematisieren, haben sie gute Chancen, dass ihr Nachwuchs sich an der Bewegung erfreut und es bis ins hohe Alter beibehält", erklärt die Psychologin Laura Hart von der La Trobe University in Australien.

8. Hol Familienmitglieder und Freunde ins Boot

Es reicht nicht, wenn man nur in den eigenen vier Wänden diese Tipps befolgt. Umso wichtiger ist es, auch andere Familienmitglieder, Nachbarn und Freunde darüber aufzuklären, wie sie Kindern ein positives Körpergefühl vermitteln.

Bekommt man mit, dass jemand in Gegenwart des Kindes Bodyshaming betreibt, sollte man es mit dem Kind thematisieren und sagen, dass das, was diese Person gerade äußert, nicht gut ist.

9. Achte auf den Medienkonsum deines Kindes

Heutzutage werden Kinder von allen Seiten mit Medien konfrontiert, die vermeintliche Schönheitsideale, wie das Dünnsein, propagieren. Soweit man es als Elternteil beeinflussen kann, sollte man den Medienkonsum seiner Kinder auf Programme lenken, die die Vielfalt der Körperformen feiern, statt sie zu beanstanden. Fernsehsendungen, die ihren Fokus auf Schönheit und Äußerlichkeiten setzen, sollten möglichst vermieden werden.

Zudem gibt es seit der Body-Positivity-Bewegung auch Bücher, die sich mit dem Thema befassen.

10. Verweise auf erfolgreiche Menschen, die keinem Schönheitsideal entsprechen

Prof. Puhl rät: "Picke dir bewusst Menschen heraus, die nicht dem Schönheitsideal entsprechen, aber Großartiges gleistet haben, sei es in der Wissenschaft, in der Politik, im Sozialen oder im Sport." Dadurch lernen Kinder, alle Menschen wertzuschätzen – unabhängig von ihrem Aussehen.

Andere wegen ihres Aussehens nicht zu verurteilen ist heutzutage nicht einfach – aber Übungssache ...

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