3 Gründe, warum immer mehr Frauen auf Hebammen verzichten

Jede Mama hat im Wochenbett Anspruch auf eine Hebamme, die sie betreut und berät. Eine Untersuchung ergab nun, dass immer mehr Frauen auf Hebammen verzichten. Die Gründe dafür sind erschreckend.

Es ist einer der ältesten Frauenberufe der Welt: Hebamme. Sie können Schwangerschaftsvorsorge durchführen, Mutterpässe ausstellen, einige Untersuchungen durchführen (z.B. CTG), Abstriche machen und werdende Mütter rund um das Thema Baby beraten – vom Stillen übers Windelnwechseln bis hin zur Wundheilung und Rückbildungsgymnastik.

Hebammen können zukünftigen Müttern Ängste nehmen, sie informieren, bei Schwangerschaftsbeschwerden beraten und ihnen Atem- und Entspannungstechniken beibringen, die bei der Geburt hilfreich sein können. Und: EIne Hebamme ist bei der Geburt unersätzlich. Laut Gesetz darf ein Arzt nur im Notfall eine Geburt ohne die Helferin durchführen.

Jede fünfte Mutter ohne Hebamme

Auf die Hebamme, die für werdende und frisch gebackene Mütter so unersätzlich klingt, verzichten allerdings immer mehr Frauen, wie eine neue Studie (Mai / Juni 2018) nun ergeben hat. Demnach nehmen über 20 Prozent aller Mütter – also jede fünfte Mutter! – keine Wochenbettbetreuung in Anspruch. Befragt wurden vom Marktforschungsinstitut SKOPOS 1.000 Frauen aus ganz Deutschland, die in den vergangenen drei Jahren ein Kind zur Welt brachten.

Für die immer geringere Inanspruchnahme von Hebammen gibt es der Studie zufolge vor allem drei Gründe:

  1. Fehlende Verfügbarkeit einer Hebamme im Umfeld der Mutter.
  2. Fehlendes Wissen der Mutter, dass sie gesetzlichen Anspruch auf eine Hebamme hat.
  3. Zu lange und zu späte Suche nach einer Hebamme (Suche dauert mindestens zwei Monate; häufig beginnen Frauen mit der Suche erst im 6. Schwangerschaftsmonat oder später).

Weniger Hebammen, mangelndes Wissen

Aufgrund der schlechten Bezahlung ist der Beruf der Hebamme immer rarer geworden. So kommt es, dass es zu wenige Hebammen gibt, vor allem außerhalb der Großstädte. Ist keine Hebamme verfügbar, kann eine werdende Mutter keine in Anspruch nehmen.

Dabei steht es jeder gesetzlich versicherten Frau zu, während der Schwangerschaft, Geburt, dem Wochenbett und der Stillzeit (bis zu zwölf Wochen nach der Geburt) die Hilfe der Hebamme in Anspruch zu nehmen. Festgesetzt ist die Regelung in §24d und §134a des Sozialgesetzbuches V.

Auch haben Frauen Probleme bei der Hebammensuche, wenn sie im sechsten Schwangerschaftsmonat oder später damit beginnen. Am schnellsten fanden laut der Studie jene Mütter eine geeignete Hebamme, die sich schon im dritten oder vierten Schwangerschaftsmonat auf die Suche begaben.

Was tun ohne Hebamme?

Wer keine Hebamme findet, kann sich mit seinen Fragen rund um das Baby an einen Kinderarzt wenden, mit Fragen zum Thema Wundheilung und Rückbildung an den Gynäkologen.

Auch Verwandte und Freunde mit Kindern können weiterhelfen, ebenso wie Informationsmaterial aus dem Krankenhaus, Bücher zum Thema oder gut recherchierte Artikel im Internet.

Videotipp: 5 Gründe, warum wir Hebammen brauchen

Hebammen
kao

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3 Gründe, warum immer mehr Frauen auf Hebammen verzichten: Mama mit Baby
Warum verzichten immer mehr Frauen auf Hebammen?

Jede Mama hat im Wochenbett Anspruch auf eine Hebamme, die sie betreut und berät. Eine Untersuchung ergab nun, dass immer mehr Frauen auf Hebammen verzichten. Die Gründe dafür sind erschreckend.

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