3 Tricks, wie Kinder Warten lernen

Du willst, dass dein Kind das Warten erlernt? Besser ist es – denn Geduld wird ihm das spätere Leben deutlich erleichtern. Mit diesen drei Experten-Tricks lernt dein Kind gelassen zu Warten, statt angespannt zu zappeln!

Wer als Kind geduldig ist, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit sein Leben erfolgreicher meistern. Das haben Langzeitstudien längst nachgewiesen, als Musterbeispiel gilt hierfür der Marshmallow-Test.

Nun schreien vermutlich die wenigsten Mütter freudig auf und verweisen auf ihr zuckersüßes Kind mit seiner Engelsgeduld. In Wahrheit scheint es nämlich ein Buch mit sieben Siegeln zu sein, wie man einem Kind Geduld beibringt (vor allem, wenn man selbst nicht gerade viel davon in petto hat).

Dabei ist das Warten durchaus eine erlernbare Fähigkeit, zu der fast jedes Kind imstande ist. Es kommt allerdings auch auf das Alter an: Im Durchschnitt kann

  • ein ca. 1,5 Jahre altes Kind ca. 30 Sekunden warten.
  • ein 2,5 Jahre altes Kind ca. zwei Minuten warten.
  • ein 3 bis 5 Jahre altes Kind ca. 15 Minuten warten.

Mehr als das, muss man keinem (Klein-)Kind zumuten.

Mit diesen 3 Tricks lernt dein Kind zu warten:

1. Wie Kinder Warten lernen: Sprich mit dem Kind!

Ja kann denn das so einfach sein?! Und wie! In einem Alter zwischen 6 Monaten und 1,5 Jahren reagiert das Kind schon durchaus auf Mamas Stimme.

Stell dir vor, dein Kind schläft seelenruhig im Bett, und du willst die Gunst der Stunde nutzen, um schnell zu duschen, die Haare zu waschen oder einfach nur in Ruhe die Wäsche aufhängen. Plötzlich fängt dein Kind an zu schreien. Was tust du?

Die meisten Mütter würden sofort zum Baby eilen. Einige erschöpfte Mütter würden das Kind kommentarlos schreien lassen. Und wie so oft, liegt die richtige Verhaltensweise in der goldenen Mitte!

Experten raten, dem Baby sofort zu antworten – nicht aber sofort alles stehen und liegen zu lassen und zu ihm hinrennen. Kleinkinder verstehen vielleicht noch nicht jedes Wort, das du sprichst. Aber sie erkennen Stimme (Mama), Stimmlage (beruhigend) und Satzmelodie (freundlich).

Allein die Stimme beruhigt das Kind, denn es weiß: Ich höre Mama, sie ist da und kommt gleich. Gleichzeitig hat das Baby eine Chance, sich selbst zu regulieren.

So raten viele Experten den Müttern: "Vertrauen Sie auf Ihren Instinkt!" Heißt auch: Es kommt natürlich auf die Ursache an, warum das Baby weint. Hat es Fieber oder Hunger, sollte man es natürlich möglichst wenig warten lassen. Weint es aber nur aus Langeweile, kann es durchaus ein bisschen länger warten – je nach Alter ein paar Minuten. Wichtig dabei ist, mit dem Kind während der Abwesenheit zu sprechen. Worte können Wunder bewirken  – sogar bei Babys!

2. Wie Kinder Warten lernen: Biete deinem Kind Alternativen an!

Wenn Kinder Krabbeln, Laufen, Klettern lernen, wollen sie ihr neu erworbenes Wissen natürlich anwenden. Sie machen sich auf in die große weite Welt – die Wohnung – und fassen alles an, was nicht niet– und nagelfest ist: Gläser, Steckdosen, Pflanzen und Co.

Wer daneben steht und ständig ein "Nein!" wiederholt, bekommt oft die ersten kleinen Wutanfälle der Kinder zu spüren. Kein Wunder, schließlich ist das ziemlich frustrierend, vom Erkunden abgehalten zu werden!

Experten raten Eltern, das Kind bei der Erkundungstour zu beobachten und bei Gefahr nicht immerzu ein "Nein!" rauszuhauen, sondern auch mal Alternativen anzubieten. Sobald das Kind nach der kostbaren Vase greift, kann Mama dem Knirps eine Alternative bieten, seine Aufmerksamkeit auf etwas anderes lenken: Vielleicht ein Buch, das in der Nähe liegt (und weniger zerbrechlich ist als die Vase)? Oder ein Spielzeug, das griffbereit ist?

Sobald das Kind das tut, was Mama möchte, sollte es gelobt werden. Grundsätzlich gilt für Kinder, Männer und Tiere: Lobeshymnen wirken besser als Strafen!

3. Wie Kinder Warten lernen: Eine Belohnung versprechen!

Das Kind an Routinen gewöhnen ist die halbe Miete. Dazu gehört z.B. das Sitzenbleiben am Esstisch, bis auch der Rest der Familie satt ist. Wie bringt man das einem Kind (am besten ab 3 Jahren) bei?

In diesem Alter verstehen Kinder kurze, klare Ansagen. Sie verstehen Erklärungen, wie etwa "Wir bleiben alle am Tisch sitzen, weil es schön ist, zusammen zu sitzen und zu plaudern." Dabei sollte man das Kind natürlich in ein bestehendes Gespräch einbinden, damit es sich nicht langweilt.

Klappt das nicht auf Anhieb, kann man das Kind durchaus mit einer Belohnung locken: "Wenn du jetzt noch sitzen bleibst, bekommst du noch einen Nachtisch!"oder "Wenn wir alle fertig sind, können wir zusammen spielen." Viele Kinder überzeugt allein die Aussicht auf eine Belohnung (die man als Eltern natürlich einhalten muss, um das Vertrauen des Kindes zu gewinnen bzw. zu stärken).


P.S.: Wer all das ausprobiert hat und sein Kind immer noch eine Ungeduldsknutschkugel ist, sollte nicht verzweifeln: Zum Teil ist Geduld auch eine Frage der Gene...

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kao

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