7 Tipps bei Wutanfällen von Kindern!

Keine Mutter, kein Vater kommt daran vorbei: einem Wutanfall des ach so süßen Nachwuchses. Es wird geschrien, gehauen, geweint – meist ohne ersichtlichen Grund. Was tun in dieser Zwickmühle?

Das Butterbrot hat nicht die richtige Form, die Milch ist nicht weiß genug, der Keks nicht so knusprig wie gewohnt. Für viele Kleinkinder sind das Gründe für einen Wutausbruch. Sie toben, schlagen um sich, weinen lauthals. Und die Eltern? Sie fühlen sich dem Wutausbruch ihres Lieblings hilflos ausgeliefert.

Was tun, wenn das Kind ausrastet? Regel Nummer eins: Keine Panik bekommen. Die Trotzphase macht (fast) jedes Kind durch. Als Elternteil bist du nicht "Schuld" daran und hast auch nichts falsch gemacht. Jetzt heißt es: tief durchatmen. Vor allem im Alter zwischen zwei und vier Jahren gehören Wutaubrüche quasi zur Entwicklung deines Kindes dazu.

Warum bekommt mein Kind einen Wutausbruch?

Kleinkinder bemerken nach und nach, dass sie selbstständige Wesen sind. Sobald das der Fall ist, beginnen sie, sich abzunabeln, testen ihre Grenzen aus. Leider sind sie parallel dazu noch nicht fähig, dieses Bedürfnis verbal auszudrücken. Die Folge: Misserständnisse zwischen Kindern und Eltern und der verzweifelte Wutausbruch des Kindes – Form seines Mitteilungsbedürfnisses.

Was das Kind jetzt am meisten braucht, ist Sicherheit. Es muss das Gefühl bekommen, auch dann geliebt zu werden, wenn es eine andere Meinung vertritt als seine Eltern oder Geschwister. Eltern sollten sich immer vor Augen halten, dass sich der Wutausbruch nicht gegen sie persönlich richtet. Der Wutausbruch dient dem Kind nur als eine Art Kommunikationsmöglichkeit, weil ihm die richtigen Worte fehlen.

Hier gilt es, dem Kind mit Verständnis gegenüberzutreten. Es schmeißt die neuen Turnschuhe nicht aus Boshaftigkeit durch den Raum – sondern vermutlich, weil es an dem Zubinden gescheitert ist. Im Alter zwischen zwei und vier Jahren wollen Kinder immer mehr Sachen selbst in die Hand nehmen, Herausforderungen alleine bewältigen. Schaffen sie es nicht, sind sie enttäuscht, frustriert, werden wütend auf Gott und die Welt.

Trösten, abwarten, das Kind ernst nehmen

Was tun in dieser Situation? Richtig: Trösten, abwarten, bis es sich beruhigt hat – und anschließend gemeinsam mit dem Kind das Schuhebinden erneut versuchen. Von motivierenden Worten begleitet, wie gut das Kind es nun hinbekommt, hellt sich die Laune sicher wieder auf – sowohl beim Kind als auch bei Mama und / oder Papa.

Doch was ist in Situationen, wie dem nörgelnden Kind im Supermarkt, das unbedingt die Süßigkeiten haben will, die man ihm verboten hat? Bei jedem "Nein" fängt es heftiger an zu toben und zu schreien. Was tun? Bloß nicht nachgeben, raten Experten. Eltern sollten in solchen Fällen konsequent bleiben, sonst laufen sie Gefahr, dass ihr Kind lernt, mit solch einem Wutanfall erfolgreich an sein Ziel zu kommen.

Doch wie reagiert man am besten auf einen Wutanfall des Kindes? Die besten Experten-Tipps auf einen Blick:

  • Die beste Reaktion auf die Wut: Gelassenheit! Entspannt bleiben, Ruhe demonstrieren und geduldig abwarten – so kommt man dem Trotz am besten entgegen. Konkret heißt das: Bekommt das Kind in der Öffentlichkeit einen Wutanfall, sollte man mit ihm in einen ruhigeren Raum gehen. Schon das hilft dem Kind sich zu beruhigen.
  • Die Gefühle des Kindes ernst nehmen. Es als "unsinnig" oder "unlogisch" abzutun, wäre ein grober Fehler. Jede Emotion hat ihre Berechtigung – ganz gleich, in welchem Alter. Ganz wichtig: Nach einem Wutanfall ist das Bedürfnis des Kindes nach Zuneigung am stärksten. Gib ihm die Aufmerksamkeit und Liebe, die es jetzt braucht.
  • Klare Regeln aufstellen! Jedes Kind braucht Regeln, die das Zusammenleben vereinfachen. Es gilt: Lieber weniger klare statt vieler Regeln aufstellen. Die wenigen Verbote sollten dann aber konsequent eingehalten werden. Besser als lange Vorträge sind kurze, prägnante und leicht verständliche Formulierungen.
  • Wenn das Kind anfängt zu hauen, zu treten und handgreiflich zu werden, hilft nur eins: Ein lautes "Nein", ihm in die Augen schauen und die Arme festhalten. Wichtig für Eltern zu wissen: Die Schläge und Tritte sollten nie persönlich genommen werden. Immer daran denken, dass ein Wutanfall eine Art Ausnahmesituation ist.
  • Gib dem Kind Selbstständigkeit und es wird nicht quengeln! Tatsächlich hilft es, im Supermarkt etwa dem Kind eine Aufgabe zu geben (z. B. es bitten, die Sache aus dem Einkaufswagen auf das Kassenband zu legen), um es von den Süßigkeiten am Rand abzulenken. Kinder wollen aktiv sein und sich am Alltag der Eltern beteiligen.
  • Gewöhn dein Kind an eine aufkommende Veränderung. Soll heißen: Wenn das Kind auf dem Spielplatz spielt, nicht abrupt die Spielzeit beenden, sondern schon 15 Minuten vorher sagen: "Wir gehen in 15 Minuten." Dann nochmal, wenn zehn Minuten übrig sind und dann fünf Minuten. So wird das Kind von dem Wechsel nicht überrumpelt. Wichtig dabei: Sind die 15 abgelaufen, sollte man konsequenter Weise auch losgehen mit dem Kind.
  • Immer daran denken, dass sowohl die Trotzreaktion des Kindes, als auch die eigene aufkommende Wut natürliche Gefühle sind. Konflikte gehören zum Leben dazu – zwischen Jung und Alt, Groß und Klein. Was man unbedingt vermeiden sollte: das Kind abwerten, ihm drohen, sich von ihm abwenden oder nachtragend sein. Besser ist es, den Streit als Chance zu sehen, dem Kind beizubringen, wie man Kompromisse eingeht.

Wutanfall beim Spielen

Übrigens: Wenn das Kind beim Spiel einen Wutanfall bekommt, etwa weil es verliert, gilt die gleiche Regel: ruhig bleiben! Es ist normal. Das Kind muss erst lernen, Frustrationstoleranz zu entwickeln. Der absolut falsche Ansatz wäre, das Kind gewinnen zu lassen. Dadurch nimmt man ihm nur die Möglichkeit, seine Fähigkeit zu entwickeln mit Frust umzugehen.

"Mein Kind war nie in einer Trotzphase. Ich wurde verschont!" Kommt dir das bekannt vor? Ist leider kein Grund zur Freude. Oft machen Kinder, die die Kleinkind-Trotzphase überspringen, den Ablösungsversuch bei der Einschulung umso heftiger durch. Spätestens jetzt wollen sie selbstständig und frei sein – gleichzeitig aber von den Eltern beschützt werden. Auch hier gilt es, starke Nerven zu haben und immer wieder tief durchzuatmen...

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kao
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