Gibt es die "Stilldemenz" wirklich?

Mütter werden beim Stillen angeblich vergesslicher - der Volksmund spricht von so genannter "Stilldemenz". Gibt es diese "Stilldemenz" wirklich?

Ammenmärchen: Gibt es die "Stilldemenz" wirklich?
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Sehen Neugeborene immer dem Vater ähnlich?

Junge Mütter leiden nach der Schwangerschaft im Alltags oft unter Konzentrationsprobleme und Vergesslichkeit. Das Ammenmärchen der "Stilldemenz" unterstellt, das liege am Stillen.

Was steckt wirklich dahinter? Wissenschaftlich konnte man prüfen und feststellen, dass schwangere Frauen bei Konzentrationsaufgaben tatsächlich im Vergleich zu Nicht-Schwangeren schlechter abschnitten. Die Beeinträchtigung des Gedächtnisses fängt also zum Beginn der Schwangerschaft an und wird nicht durch das Stillen ausgelöst.

Grund ist der veränderte Hormonspiegel in und nach der Schwangerschaft. Dazu kommen noch der erhöhte Stress und zu wenig Schlaf, die zur "Schusseligkeit" im Alltag führen kann. Diese Probleme betreffen nicht nur Mütter sondern auch Väter. Die sind ebenfalls vergesslicher und verwirrter als sonst. Eine weitere Ursache, die die angebliche "Stilldemenz" begründet, sind die neuen Prioritäten der Eltern. Das Baby steht einfach an erster Stelle und verdrängt dadurch andere Sachen im Kopf.

Das Stillen oder die Geburt selbst führen also nicht zur "Stilldemenz". Nach der Schwangerschaft und den stressigen Tagen der Geburt ist das Gehirn wieder voll leistungsfähig. Das beste Mittel für einen taufrischen Kopf ist und bleibt eine ordentliche Portion Schlaf - für junge Mütter natürlich kein leicht zu befolgender Rat.

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