Milchpulver-Klau: Darum sind Diebe hinter deutscher Babynahrung her

Bei einer Großrazzia hat die Polizei gestohlenes Milchpulver im Wert von mehreren hunderttausend Euro sichergestellt. Warum ist die Babynahrung so begehrt?

Worum geht's?

Um weißes Pulver, Diebesbanden und Schmuggel. Nein, wir reden nicht von Kokain und der Drogenmafia. Es geht um Babynahrung. Bei einer Razzia in mehreren Wohnungen in Deutschland hat die Polizei jetzt über 500 Pakete Milchpulver sichergestellt – Diebesware!

Warum klauen Verbrecher denn Milchpulver?

Um sie auf dem Schwarzmarkt in China zu verkaufen. Für uns ist die Baby-Ersatznahrung ein ganz normales und nicht besonders teures Produkt. Doch in China ist die Nachfrage nach dem Milchpulver extrem hoch, weshalb man ein gutes Geschäft damit machen kann. Gefragt ist nämlich fast ausschließlich Milchpulver aus Deutschland.

Warum wollen Chinesen unbedingt deutsches Milchpulver kaufen?

Es gilt als besonders sicher. 2008 gab es in China einen Skandal um mit Melamin gestrecktes Baby-Milchpulver. 300.000 Babys erkrankten und sechs Säuglinge starben. Seitdem ist das Vertrauen der Kunden in heimische Marken extrem gesunken. Viele chinesische Eltern wollen darum nur noch deutsche Produkte kaufen. Das tun sie oft auch über dubiose Quellen im Internet, zu überteuerten Preisen.

Wie gingen die Diebe bei ihren Raubzügen vor?

Sie liefen laut der Polizei einfach mit Trolleys und großen Taschen in viele verschiedene Drogeriemärkte und luden diese voll. Und dann verließen sie die Läden wieder, mitten am Tag. Der Schaden beträgt mehrere hunderttausend Euro!

Wer steckt hinter den Milchpulver-Diebstählen?

Rund 50 Männer und Frauen gehörten der Diebesbande an, die Zentrale lag offenbar im Ruhrgebiet. Rund die Hälfte von ihnen wurde jetzt festgenommen. Besonders bitter ist, dass sie vermutlich auch Menschenhandel betrieben haben. Laut Bild-Zeitung sollen die Köpfe der Bande ihre Komplizen unter falschen Angaben nach Deutschland gelockt und dann zum Diebstahl gezwungen haben.

Muss ich mir als Kunde Sorgen machen, dass das Milchpulver in den Läden knapp wird?

Aktuell nicht. Es gibt zwar tatsächlich immer wieder Engpässe bei der Lieferung, besonders im letzen Jahr blieben manche Regale sogar leer.  Sebastian Bayer, dm-Geschäftsführer, sagt auf unsere Anfrage: "Wir verzeichnen unregelmäßig und in einzelnen Märkten auftretend eine extrem hohe Nachfrage nach verschiedenen Säuglingsnahrungen."

Wie reagieren Drogerien auf die große Nachfrage?

Um die Bedürfnisse aller Kunden befriedigen zu können, gebe es für die dm-Filialen die Empfehlung, die Abgabe von Milchnahrung mengenmäßig zu beschränken, so Bayer. Das heißt, dass man zum Beispiel nicht mehr als zwei Pakete auf einmal kaufen darf. Man sei auch mit den großen Herstellern wie HIPP oder Danone in Kontakt, damit ausreichend Nahrung produziert werden könne.

Aktuell muss sich also keine Mutter Sorgen machen, dass ihr Kind nicht satt wird.

Mehr Infos findet ihr hier:

Milchpulver-Klau: Darum sind Diebe hinter deutscher Babynahrung her

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