Clusterfeeding: Wenn das Baby ständig Hunger hat

Viele Stillmamas kennen es: Gerade erst wurde das Baby gestillt und 5 Minuten später will es schon wieder an die Brust. Dieses Phänomen nennt sich Clusterfeeding – und wir haben die Erklärung dafür.

Clusterfeeding – Was bedeutet das?

Es gibt Tage im Leben einer Stillmama, da kommt man aus dem Stillen nicht heraus. Das Baby will im 10-Miunten-Takt an die Brust. Viele Mamas sorgen sich dann, dass sie nicht ausreichend Muttermilch produzieren und ihren kleinen Schatz nicht satt bekommen. Dabei ist das sogenannte Clusterfeeding in den meisten Fällen total normal. "Cluster" ist Englisch und bedeutet "Anhäufung", "feeding" hingegen "füttern". In der Kombination beschreibt Clusterfeeding also eine Zeitspanne, in der dein Baby besonders häufig und viel gestillt werden möchte, vor allem abends. Clusterfeeding ist nämlich ein wenig wie Hamstern für die Schlafpause. Entsprechend könnte darin auch der Grund liegen, warum Clustern vor allem am Abend vor dem Schlafengehen vorkommt – Vorräte schaffen für die Nacht. 

Aber keine Sorge, meist tritt das Clustern phasenweise auf und geht auch wieder vorbei.

Clusterfeeding: Warum macht mein Baby das? 

So ganz genau weiß man nicht, was die Gründe für Clusterfeeding sind. Vermutlich liegt es an einer Kombination vieler Faktoren: 

  • Der kleine Magen deines Babys: Da passt einfach noch nicht so viel rein. 
  • Muttermilch ist leicht verdaulich, wandert daher schnell vom Magen in den Darm und sättigt nicht so lange wie Fertigmilch.
  • Dein kleiner Schatz wächst in den ersten Wochen besonders schnell und braucht dafür jede Menge Energie.
  • Gleichzeitig regt häufiges Stillen die Muttermilchproduktion an. Mit Clusterfeeding sorgt dein Baby also dafür, dass auch immer genug Muttermilch-Nachschub vorhanden ist. 

Und damit das Baby sich auch wirklich um den Nachschub kümmert, wird der Hunger bei den Kleinen anfangs zum Teil von dem Hormon Cholecystikinin (CCK) gesteuert. Beim Stillen steigt der Wert an und signalisiert deinem Baby nach ca. 20 Minuten, dass es jetzt satt ist. Kurze Zeit später sinkt der Wert allerdings wieder. Die Folge: Dein Baby hat Hunger. Ein Kreislauf der sich in bestimmten Phasen öfter wiederholt, bis dein Säugling letztendlich satt und zufrieden einschläft.

Keine Sorge, du hast genug Milch!

Oft schwebt vielen Mamas noch die Empfehlung im Kopf herum, sie müssten ihr Baby gleichmäßig über den Tag verteilt alle zwei, drei oder gar vier Stunden stillen. Meldet sich das Baby dann in Clusterphasen viel öfter als gewohnt, befürchten sie, zu wenig oder zu wenig nährstoffhaltige Milch zu produzieren. Diesbezüglich können wir dich beruhigen - alles ganz normal. Beim Stillen solltest du dich ohnehin nicht irgendwelchen Normen und vermeintlich einzuhaltenden Stillpausen unterwerfen. Stattdessen einfach nach Bedarf das Baby anlegen und auf das eigene Bauchgefühl hören. Dann passt das auch mit der Milchmenge. Denn durch das Stillen bestellt dein Baby automatisch die Muttermilch für den nächsten Tag. Das hat die Natur so eingerichtet, praktisch oder? 

Zufüttern kann sich auf die Milchmenge auswirken

Die Angst, dass das Baby nicht satt wird, kennen viele Mamas. Die ist auch ganz normal: Immerhin muss sich die Stillbeziehung erst einmal einpendeln. Du und dein Baby lernen sich noch kennen und Stillen ist zwar etwas Natürliches, dennoch ist es individuell, oftmals am Anfang nicht immer ganz leicht und muss erstmal geübt werden. Wenn du Angst hast, dass dein Baby nicht satt wird, solltest du vor allem eines nicht tun: Zufüttern mit der Flasche.

Die Zufütterungsfalle

Fütterst du mit der Flasche zu, wird dein Körper nicht dazu angeregt, mehr Milch zu produzieren. Der Beginn eines Kreislaufs, den Stillberaterinnen die Zufütterungsfalle nennen. So kann es passieren, dass du bald tatsächlich zu wenig Milch für dein Baby hast. Denn durch das Zufüttern trinkt es immer weniger und kürzer an der Brust und signalisiert damit deinem Körper, dass er nicht soviel Milch bereitstellen braucht. Die Milchmenge wird immer weniger, die Flaschennahrung steigt. Solange dein Baby fünf bis sechs nasse Windeln am Tag produziert und nicht vor lauter Hunger weint, befindet es sich vermutlich in einer ganz normalen Clusterphase. 

Saugt dein Baby hingegen mehrfach über eine Stunde an deiner Brust oder verliert an Gewicht, produzierst du möglicherweise tatsächlich nicht genug Milch. Deine Hebamme oder auch eine Stillberaterin können dich dann kompetent beraten. 

Wenn du dich aber selbst dazu entscheidest, zuzufüttern, ist das vollkommen in Ordnung und du musst dich weder schuldig noch schlecht fühlen. Ob, wie lange und in welcher Form du stillen möchtest, entscheidest du ganz allein. 

Wichtig vor allem für den Sommer: Bitte versuche nie, deine Muttermilch mit Wasser zu verdünnen, das kann gefährlich für dein Baby werden. Zusätzliches Wasser braucht dein Baby auch bei heißen Temperaturen nicht. Muttermilch löscht prima den Durst. Wenn es draußen sehr warm ist, einfach öfter anlegen.  

Clusterfeeding: Tipps für die Mama

  1. Viel trinken! Umso mehr dein Kind bei dir trinkt, desto mehr Flüssigkeit wird dir entzogen. Deshalb: Trinken nicht vergessen! Am besten stellst du dir einfach zu jedem Stillen ein Glas Wasser bereit.
  2. Lass es dir schmecken! Stillen braucht viel Energie – Clusterfeeding noch mehr. Am besten nimmst du viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu dir. 
  3. Mache es dir gemütlich! Wenn du weißt, dass du für die nächste Zeit mit Stillen beschäftigt sein wirst, dann suche dir dafür am besten ein bequemes Plätzchen. Und ja, das darf auch vor dem Fernseher sein!  
  4. Frage nach! Wenn du trotzdem Angst hast, dass du nicht genug Milch hast und dein Kind zu wenig Nahrung bekommt, dann lass dich von deiner Hebamme, einer Stillberaterin oder dem Kinderarzt beraten. Dazu sind sie schließlich da!

Zusammenfassend lässt sich also sagen: Clusterfeeding ist völlig normal und kommt vor allem bei sehr jungen Babys vor. Aber auch ältere Kinder, die gerade einen Wachstums- oder Entwicklungsschub erleben, brauchen manchmal eine Extraportion Muttermilch und Kuscheleinheiten.

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