Dammriss: So verheilt er schnell und gut

Manche Frauen erleiden unter der Geburt einen Dammriss. Wie das passiert, was die Heilung unterstützt und wie man einem Dammriss vorbeugen kann, liest du hier. 

Der Dammriss ist eine der häufigsten Geburtsverletzungen. Verläuft die Geburt sehr schnell oder ist das Baby sehr groß, kann der Damm reißen und muss nach der Geburt genäht werden. Damit diese Narbe möglichst schnell und komplikationslos verheilt, kannst du das Gewebe unterstützen. Und weil in diesem Fall Vorsorge genauso gut ist wie Nachsorge, solltest du den Damm ab der 33. SSW auch auf die Geburt vorbereiten. 

Schwangere Frau macht ein Fotoshooting mit Bienen

Was und wo ist der Damm überhaupt?

Der Damm ist ein extrem dehnbares Gewebe zwischen Vulva und After. Als Teil unserer Beckenbodenmuskulatur sichert der Damm wiederum die Lage der Bauch- und Beckenorgane und unterstützt den Verschluss von Anus und Harnröhre. Vor einer Schwangerschaft wissen viele Frauen gar nicht so genau, was der Damm ist und wo er sich befindet. Erst wenn er unter der Geburt verletzt wird, spürt man ihn und nimmt ihn wahr. Dann also, wenn ein Dammriss oder ein Dammschnitt verheilt und die Narbe schmerzt. 

Dammriss: Das sind die Ursachen und Risikofaktoren

Zuerst die gute Nachricht: Dammrisse sind in den letzten Jahren seltener geworden. Doch obwohl das Gewebe extrem dehnbar ist, kann es unter der Geburt trotzdem an seine Grenzen stoßen. Risikofaktoren für einen Dammriss sind hier vor allem:

  • ein sehr großes Kind
  • eine ungünstige Kindslage
  • eine sehr schnelle Geburt mit kurzer Eröffnungsperiode
  • unzureichender Dammschutz durch die Hebamme oder Ärztin
  • der Einsatz von mechanischen Hilfsmitteln (Zangen- oder Vakuumentbindungen)

Vor allem wenn der Kopf oder die Schulter des Babys geboren werden, kann der Damm in Richtung After einreißen. Wichtig ist, dass die Verletzung im Anschluss gut genäht und versorgt wird, um späteren Problemen wie einer Beckenbodensenkung oder Inkontinenz vorzubeugen. Viele werdende Mamas haben vor allem Angst, dass der Damm unter der Geburt reißen könnte und dies starke Schmerzen verursacht. Doch, ob es tatsächlich zu einem Dammriss kommt, lässt sich nicht vorhersagen.

Schweregrade eines Dammrisses

Je nachdem, wie stark der Damm verletzt wurde, teilt man den Dammriss in verschiedene Schweregrade ein: 

  • Dammriss 1. Grades: Die Haut am Damm ist nur oberflächlich gerissen. Die Muskulatur ist nicht betroffen.
  • Dammriss 2. Grades: Die Verletzung betrifft Haut und Muskulatur, der Schließmuskel ist noch intakt.
  • Dammriss 3. Grades: Der Schließmuskel ist teilweise oder vollständig gerissen.
  • Dammriss 4. Grades: Schließmuskel und Darmschleimhaut sind betroffen.

Das kannst du tun, damit der Dammriss schnell heilt

1. Kühlen

Vor allem kurz nach der Geburt ist die Narbe oft geschwollen. Hier wirken kühlende Umschläge abschwellend und schmerzlindernd.

So geht's: Einfach eine saubere Monatsbinde mit etwas Wasser oder pflanzlichem Öl beträufeln und gefrieren lassen und auf die Narbe legen. Alternativ kannst du auch ein Kondom mit Wasser füllen und ins Gefrierfach legen. Wichtig: Sowohl das Kondom als auch die Monatsbinde mit Stoff umwickeln, um Erfrierungen vorzubeugen.

2. Sitzbäder

Gerbstoffhaltige oder ein pflanzliche Sitzbäder, beispielsweise mit Kamille, Schafgarbe und Ringel­blume unterstützen den Heilungsprozess zusätzlich, da sie desinfizierend wirken und die Narbe weich halten.

So geht's: Einmal täglich anwenden. Aber Achtung: Das Wasser auf Körpertemperatur abkühlen lassen. 

3. Spülungen

Intimspülungen beispielsweise mit Calendula oder Kamille haben eine ähnliche Wirkung wie Sitzbäder. 

So geht's: Lösung einfach von oben zwischen den Beinen durchlaufen lassen, während du auf der Toilette sitzt. 

4. Cremen

Salben fördern die Durchblutung des Gewebes und unterstützen die Haut beim Heilungsprozess. 

So geht's: Sobald die Fäden sich aufgelöst haben, kannst du die Narbe ein- bis zweimal täglich mit Mandelöl oder einer speziellen Narbensalbe eincremen.

Dammriss vorbeugen und das Gewebe vorbereiten

  • Eine Dammmassage bereitet das Gewebe auf die Geburt vor
  • Ausgewogene Ernährung in der Schwangerschaft wirkt sich auch auf die Strapazierbarkeit deiner Haut aus
  • Regelmäßiges Beckenbodentraining
  • Damm-Gymnastik sorgt für einen Dehnungseffekt
  • Mit dem Anti-Dammschnitt-Trainer auch bekannt als Epi-No kannst du das Gewebe vorsichtig vordehnen
  • Dampfbad mit Heublumenblüten und das Trinken von Himbeerblättertee macht das Gewebe weicher
  • Vermeide die Geburt in Rückenlage, eine  hockende oder knieende Geburtsposition oder eine Wassergeburt sind wesentlich schonender für den Damm

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