Shakira und Merkel spielen im Sandkasten: Das sind die ungewöhnlichsten Vornamen 2019

Eine Expertin der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) nennt die schrägsten Vornamen, die Eltern ihren Kindern geben. Aber Vorsicht: Psychologen warnen vor allzu exotischen Namen. 

Marie, Sofie, Paul und Alexander – das waren die beliebtesten Vornamen des Jahres 2018. Viele Eltern wählen klassische Namen für ihre Kleinen. Doch es gibt auch welche, die ihre Kinder nach Popstars oder Serienfiguren benennen. Das Portal t-online.de hat die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) zu den schrägsten Vornamen 2019 befragt. 

Game of Thrones ist besonders beliebt

Demnach seien dieses Jahr Vornamen aus der beliebten HBO-Serie “The Game of Thrones“ besonders im Trend gewesen. Die GfdS listet in einer Aufstellung "besonderer Namen" knapp zwei Dutzend Charaktere der Serie auf. Allein Tyrion sei in den vergangenen drei Jahren rund 15 Mal vergeben worden, sagt GfdS-Expertin Frauke Rüdebusch gegenüber t-online.de.

Selten aber wahr: Vornamen aus der griechischen Mythologie 

Laut der Expertin seien auch Namen der römischen und griechischen Mythologie bemüht worden: Adonis, Poseidon oder Apollon sind nur einige davon. Aber auch fantastische Namen wie Wendelbert, Bombastus, Terence-Spencer oder Jamy-Oliver wurden von den Standesämtern zugelassen. Eine entsprechende Empfehlung beziehungsweise ein Gutachten, ob der Name genutzt werden kann, kommt von der GfdS. 

Diese Namen bekamen keine Chance

Manche Namen lehnen die Sprachexperten laut dem Portal auch ab. So hätten unter anderem Popcorn, Urmel, Eisenstein, Knirpsi oder Lucifer keine Chance gehabt. In der Vergangenheit wurden andere wahnwitzige Namen ebenfalls abgelehnt: Darunter gehören Pfefferminza, Junge, Störenfried, Theiler (statt Tylor), Blitz, Schröder, Whisky, Waldmeister, Joghurt, Crazy Horse, Borussia, Desperado, Popo, Kirsche, Köln, Porsche, Gucci, Seniorina oder Satan.

Warum wurde der Name Schröder abgelehnt, aber Merkel erlaubt? Diese Entscheidung hat rein gar nichts mit einer politischen Präferenz zu tun, sondern eine einfache Erklärung: Der Nachname der deutschen Bundeskanzlerin gehe aus dem Vornamen Markward hervor und könne daher vergeben werden – allerdings streng genommen nur an Jungs.

Psychologe warnt vor allzu exotischen Namen 

"Es gibt einen Trend zur Individualisierung", sagt GfdS-Expertin Rüdebusch. Sie habe allerdings auch von einigen der eingetragenen Namen abgeraten, denn das Kindeswohl stünde an erster Stelle und es müsse ein klarer Vor- und Nachname zu erkennen sein. 

Der Dresdner Psychologe Ulrich Winterfeld warnt Eltern jedoch davor, seinen Kindern allzu exotische Namen zu geben, da diese es häufig deutlich schwerer im Leben hätten. Oft ginge es um die eigene Beziehung zum Namen, statt sich zu überlegen, wie der Name denn später einmal ankäme. So heißen Kinder dann gerne einmal Shakira oder Rihanna, weil die Eltern sich auf einem Konzert kennengelernt haben. Das kommt in der Gesellschaft aber nicht immer gut an.

Wenigstens ein nicht exotischer Zweitname

So werden Namen wie Maximilian oder Katharina mit einem wohlhabenden Elternhaus verbunden, Kevin und Chantal eher mit einem niedrigen sozialen Milieu. "Als Psychologe sage ich, wenn man nicht nur signalisieren will, dass man eine ganz besondere Beziehung hat, sondern dem Kind auch was Gutes tun will, sollte man ihm auf jeden Fall einen zweiten und weniger exotischen Namen geben", mahnt Winterfeld gegenüber t-online.de.  

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