Daumenlutschen und Nägelkauen sind gesund!

„Nimm die Finger aus dem Mund!“, ermahnen wir unsere Kinder oft. Dabei schützen Daumenlutschen und Nägelkauen offenbar vor Allergien.

Eine Langzeitstudie an der neuseeländischen „University of Otago“ hat ergeben, dass Kinder, die Daumen lutschen oder Nägel kauen, besser gegen Allergien gerüstet sind als Menschen, die diese Angewohnheiten nicht haben.

Wissenschaftler nehmen schon länger an, dass Kinder, die häufig Kontakt mit Mikroorganismen haben, weniger Allergien entwickeln. So leiden Menschen, die auf dem Bauernhof aufgewachsen sind, erwiesenermaßen seltener darunter als Städter. Und Kinder, die ihre Finger in den Mund stecken, haben naturgemäß ebenfalls mehr Kontakt mit Bakterien als andere Kinder.

Wer die Finger in den Mund steckt, bekommt weniger Allergien

Die neuseeländischen Forscher konnten nun nachweisen, dass tatsächlich ein Zusammenhang besteht: Kinder zwischen fünf und elf Jahren, die Nägel kauten oder am Daumen lutschen, hatten im Teeanger-und Erwachsenen-Alter weniger Allergien  als andere.

In Zahlen: 49 Prozent der Kinder, die weder Nägel kauten noch am Daumen lutschten, entwickelten im Verlauf ihres Lebens eine Allergie. Diejenigen, die beide Gewohnheiten pflegten, waren nur zu 31 Prozent allergisch. Untersucht wurden insgesamt 1037 Menschen, die in den Siebzigerjahren geboren wurden.

Keine Aussage über Asthma und Heuschnupfen

Die Ergebnisse beziehen sich allerdings nur auf Allergien, die Hautreaktionen hervorrufen. Die Angewohnheit, die Finger häufig in den Mund zu stecken, hat keinen nachweisbaren Einfluss auf die Entwicklung von Heuschnupfen oder Asthma.

Übrigens: Eine ältere Studie hat bereits ergeben, dass Kinder, deren Eltern den Schnuller sauberlecken, ebenfalls weniger Allergien entwickeln. Beide Ergebnisse stützen die „Hygiene-Hypothese“, die besagt, dass oraler Kontakt mit Mikroben das Risiko, an Allergien zu erkranken, mindert.

Trotzdem: Händewaschen nicht vergessen! Wer Krankheitserreger aufnimmt, kann natürlich auch krank werden.

Alle Details zur Studie findet ihr im US-Fachmagazin "Pediatrics".

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