IGLU und warum wir uns nicht zu verrückt machen sollten

Zum vierten Mal stellt sich Deutschland jetzt dem internationalen Vergleich in Sachen Lesen bei Grundschulkindern. Und schon titeln die Blätter, dass viele Viertklässler in Deutschland nicht richtig lesen können. 

Dabei sind wir gar so viel nicht schlechter geworden. Die Leseleistungen unserer Kinder sind stabil geblieben- die Leseleistung einiger anderer Länder ist aber gleichzeitig noch besser geworden. Im Vergleich haben uns also einige überholt. Statt jetzt in Panik zu verfallen: Freuen wir uns doch für die anderen, dass sie etwas gegen die Leseschwäche im eigenen Land getan haben! Und schauen darauf, was sie besser gemacht haben könnten als wir.

Wir stehen vielleicht aktuell auch vor etwas anderen Herausforderungen.

Cornelia Quennet-Thielen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung meint dazu: "Die Ergebnisse zeigen: Erfolg ist nicht selbstverständlich. muss sich mehr anstrengen, damit die Leistungen der Grundschulkinder besser werden. Die Bildungsgerechtigkeit muss gestärkt und die Integration der Kinder mit Migrationshintergrund verbessert werden."

In der Studie heißt es dazu auch: "Da sowohl Kinder ohne als auch Kinder mit Migrationshintergrund bessere Leistungen erzielen, haben sich die migrationsbedingten Unterschiede seit 2001 kaum verändert."

Vielleicht sollten wir uns einfach nicht verrückt machen und am Ball bleiben!

Natürlich sollen unsere Kinder besser werden und lesen können. Vor allem sollen sie das gern tun und Spaß beim Lernen haben. Vieles davon ist aber natürlich auch in der Veranlagung begründet. Manch einer ist eben besser in Mathe, sportlich ganz vorn dabei oder macht schon als Kleiner ganz große Kunst. Vielleicht kann in solchen Fällen die Lese-Begeisterung mit dem Interesse der Kinder zu tun haben. Dann machen ein Buch über Fußball, Texte mit Ausmal-Elementen und mehr Textaufgaben vielleicht schon den entscheidenden Unterschied. Denn die Experten sehen durch die Studie einen Zusammenhang zwischen Lust auf Lesen und tatsächlicher Lesefähigkeit. Diese Motivation, wie die IGLU-Experten sie nennen, sei im Vergleich zu früheren Studien und besonders bei leseschwachen Kindern etwas geringer ausgeprägt. Und manchmal ist das auch hausgemacht: Laut Studien lesen 55 Prozent der Eltern ihren Kinder nicht vor im ersten Lebensjahr. Das bleibt oft nicht ohne Folgen, denn genau das kann für die vorhin genannte Motivation ebenso der Grundstein sein, wie die Verfügbarkeit von Büchern zu Hause, im Kindergarten und in den Schulen.

Mehr zur Studie auf bmbf.de und zum Thema bei stiftunglesen.de  

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