7 Tipps gegen Eifersucht unter Geschwistern

Ein Geschwisterchen ist für Kinder häufig Fluch und Segen zugleich: Sie haben einen neuen Spielgefährten, aber auch jemanden, der ihnen Mamas Aufmerksamkeit stiehlt. 7 Tipps gegen die Eifersucht.

Als die große Schwester ihren kleinen Bruder zum ersten Mal in den Armen hält, ist sie wenig begeistert – wie ihr Gesichtsausdruck eindeutig belegt. Die Eltern posteten das Video auf Facebook, wo es schon über drei Millionen Aufrufe zählt:

Watch this toddler's hilarious reaction to meeting her new baby brother for the first time

Gepostet von NowThis am Sonntag, 13. Januar 2019

Das wirft natürlich die Frage auf: Mag sie ihren kleinen Bruder etwa nicht? Und in der Regel lautet die Antwort: Doch, natürlich mag sie ihn. Oft haben Kinder bloß Angst, von Mama und Papa benachteiligt zu werden, wenn plötzlich ein Geschwisterchen auftaucht. Die verlorengegangene Zeit mit den Eltern macht das Erstgeborene traurig. Und genau dieses Gefühl der Benachteiligung kann Neid unter Geschwistern hervorrufen.

Geschwisterliebe fördern, statt Strafen zu verteilen

Am häufigsten tritt eine Art Rivalität unter Geschwistern auf, wenn der Altersunterschied zwischen ihnen weniger als drei Jahre beträgt. Um herauszufinden, für wen Mama oder Papa Partei ergreifen, provozieren sich die Geschwister schon mal gegenseitig.

Eingreifen sollten Eltern an diesem Punkt nur in Notfällen. Kinder lösen ihre Konflikte oft sehr gut ohne elterliche Hilfe. So hat auch jeder Streit unter Geschwistern einen positiven Langzeiteffekt: Die Kinder sammeln neue Erfahrungen, die sie auf das weitere Leben vorbereiten.

Strafen greifen bei Eifersüchteleien übrigens häufig sowieso nicht, wenn es darum geht, diese Eifersucht unter Geschwistern einzudämmen. Viel mehr kann man den Frieden fördern, wenn man die Geschwisterliebe fördert. Mit diesen 7 Tipps kommt man der unter Geschwistern Eifersucht bekämpfen:

1. Keine Vergleiche ziehen

"Das hat deine Schwester aber besser gemacht!" oder "Schau, wie schön dein Bruder das kann!" sollten sich Eltern unbedingt verkneifen. Kurz- und mittelfristig kann es die Eifersucht zwischen Geschwistern schüren, langfristig Minderwertigkeitsgefühle beim benachteiligten Kind entstehen lassen. Im schlimmsten Fall setzt das Kind zur Rache am Geschwisterchen an, um seine Wut und gefühlte Demütigung rauszulassen.

2. Die Stärken der Kinder individuell fördern

Jedes Kind ist einmalig – und so auch seine Stärken und Schwächen. Eltern sollten sich auf die individuellen Stärken der Kinder fokussieren und diese herausstellen. So lernt jedes Kind von klein auf, sich einzigartig und besonders zu fühlen. Langfristig wächst es mit einem gesunden Selbstbewusstsein auf und kann im späteren Leben davon profitieren.

3. Mit den Kindern gleich viel Zeit verbringen

Zeit ist unsere wichtigste Ressource – das bemerken und spüren Kinder schon von klein auf. Wo Eltern ihre Zeit ungleichmäßig unter den Kindern verteilen, wird der Spielraum für geschwisterliche Eifersucht größer. Achten Eltern hingegen darauf, sich mit jedem Kind gleich viel zu beschäftigen und ihre Zeit unter ihnen fair aufzuteilen, beugen sie dem möglichen Zeitneid vor.

4. Gemeinsamkeiten unter Geschwistern hervorheben

Wie oben erwähnt, ist die Förderung der Geschwisterliebe ein effektives Mittel, um Eifersucht unter ihnen vorzubeugen. Und wie kann man Liebe besser anregen als durch Gemeinsamkeiten?

Zwar ist jedes Kind mit seiner Persönlichkeit ein Individuum, doch haben die meisten Geschwister auch einiges gemeinsam. Spielen beide gerne Fußball? Helfen beide gerne beim Backen? Spielen beide gerne auf dem Spielplatz? Diese Gemeinsamkeiten gilt es hervorzuheben und zu fördern.

5. Gemeinsames Lob aussprechen

Lobt man eins seiner Kinder, sollte man das Geschwisterchen dabei nicht unerwähnt lassen. Hat nur eines gerade etwas geleistet, z.B. ein Lied auf der Gitarre gespielt, sollte man nicht nur dessen Leistung loben, sondern auch dem Geschwisterchen dafür schmeicheln, etwa so aufmerksam und ruhig zugehört zu haben. Noch besser ist es, die Kinder für gemeinsame Aktivitäten zu loben. Sätze wie "Ihr habt aber toll miteinander Lego gespielt!" oder "Ihr habt ja ganz schön fleißig zusammen euer Zimmer aufgeräumt, super!" schweißen die Geschwister zusammen.

Übrigens: Beim Lob sollten Eltern so konkret wie möglich formulieren – Kinder bemerken es, wenn die Zuwendung nur oberflächlich ist. Also: Lieber ein "Der Vogel, den du gemalt hast, hat aber tolle Federn!" statt "Dein Bild ist aber schön!" verwenden. Je präziser das Lob, desto größer die Freude beim Kind.

6. Kinder fair behandeln

Die Charaktere von Kindern unterscheiden sich schon früh voneinander. Vielleicht ist das eine Kind ruhiger, introvertierter – das andere lebhafter, gesprächiger.

Eine faire Behandlung heißt in dem Fall nicht, dass beide auf dem nächsten Familienfest vor versammelter Mannschaft singen sollen – was für das eine Kind großen Spaß bedeutet, könnte für das zurückhaltende Kind der reinste Albtraum werden. Es würde sich unfair behandelt fühlen und neidisch auf sein Geschwisterchen werden – schließlich hatte es diesen Auftritt vermutlich mit Bravur gemeistert, während es selbst versagt hat. Ein Kind fair zu behandeln heißt immer, es seiner Persönlichkeit angemessen zu behandeln.

7. Kein Kind in eine negative Rolle drängen

Wer sein Kind als "Heulsuse", "Sensibelchen" oder "Rabauke" abstempelt, drängt es in eine negative Rolle. Hört das Kind immer wieder nur seine Schwächen, wird es sich damit auf Dauer identifizieren – und gerade diese Eigenschaften verstärken. Gleichzeitig entwickeln Eltern unterbewusst eine Vorliebe für das andere Geschwisterchen, was eben keine "Heulsuse" und kein "Scharlatan" ist – eine bevorzugte Behandlung ist absehbar, die wachsende Eifersucht unter den Geschwistern ebenfalls.

Um das zu vermeiden, sollten Eltern sich immer auf die Stärken der einzelnen Kinder fokussieren. Vielleicht ist der große Bruder nicht so musikalisch wie die kleine Schwester – dafür ist er aber vielleicht weitaus organisierter als sie.

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kao
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