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Einnistung Das passiert bei der Befruchtung in deinem Körper

Einnistung: Frau bildet mit ihren Händen ein herz vor ihrem Bauch
© Rabizo Anatolii / Adobe Stock
Die Einnistung einer befruchteten Eizelle in der Gebärmutter ist das immer wieder ein Wunder der Natur. Was genau dabei mit deinem Körper passiert und ob du die Einnistung spüren oder den Vorgang beeinflussen kannst, erfährst du hier.

Inhaltsverzeichnis

Wusstest du schon, dass neben dem Eisprung und der Befruchtung der Eizelle die erfolgreiche Einnistung in der Gebärmutter, auch Nidation genannt, eine wesentliche Voraussetzung für eine Schwangerschaft ist? Sie erfolgt etwafünf bis zehn Tage nach der Befruchtung. Anschließend wird dem Körper über verschiedene Hormone signalisiert: Hey, du bist schwanger! Dafür ist vor allem das Schwangerschaftshormon HCG (Humanes Choriongonadotropin) verantwortlich.

Was passiert vor der Einnistung?

Bevor es zur Einnistung kommen kann, muss es zu einer Befruchtung kommen. Um das zu ermöglichen, sind seit deiner letzten Periodenblutung in deinen Eierstöcken in mehreren Eibläschen (Follikeln) Eizellen herangereift. Etwa 10 bis 14 Tage nach deiner letzten Regelblutung setzt nun der Eisprung ein: Eines der Eibläschen zerplatzt und schickt eine Eizelle auf ihre Reise durch deinen Eileiter in Richtung Gebärmutter. Wenn du schwanger werden möchtest, ist jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür: Die Eizelle kann innerhalb der nächsten 24 Stunden im Eileiter befruchtet werden. Trifft eine Samenzelle nach dem Eisprung auf die Eizelle, kommt es zur Verschmelzung und die Eizelle ist befruchtet. Sollte es nicht zu einem Aufeinandertreffen von Eizelle und Spermium kommen, zerfällt die Eizelle und wird mit deiner nächsten Blutung abtransportiert.

Was genau ist die Einnistung?

Hat die Befruchtung der Eizelle funktioniert, geht es mit der Einnistung weiter. Das passiert in folgenden Schritten:  

  1. Die befruchtete Eizelle – auch Zygote genannt – macht sich über die Eileiter auf den Weg in die Gebärmutterhöhle. Unterstützt wird sie auf ihrem Weg zur Einnistung von den Flimmerhärchen, die die Eizelle tatkräftig vorwärts in Richtung Gebärmutter schieben.
  2. Zeitgleich entwickelt sich die befruchtete Eizelle rasant weiter und teilt sich mehrfach. Zunächst einmal in zwei identische Zellen. Das wiederholt sich etwa alle 12 Stunden, sodass der kleine Keim drei Tage nach der Befruchtung bereits aus 32 Zellen besteht.
  3. Etwa vier Tage nach der Befruchtung kommt die befruchtete Eizelle in der Gebärmutterhöhle an.
  4. Dort teilt sich die Zygote in zwei Hälften: Aus den äußeren Zellen bildet sich der Mutterkuchen (Plazenta), aus den inneren der Embryo. In diesem Stadium wird der Embryo Blastozyste genannt.
  5. Jetzt sucht sich die Blastozyste den besten Platz in der Gebärmutterschleimhaut für die Einnistung (Implantation) und die Eizellenhälfte, aus der der Mutterkuchen entsteht, verbindet sich mit der Gebärmutter.
  6. Hat die Nidation geklappt, werden Hormone ausgeschüttet, die unserem Körper sagen: Aufgepasst, du bist schwanger!

Kommt es trotz Befruchtung nicht zu einer Einnistung der Blastozyste, spricht man von einem Frühabgang. Die Eizelle wird dann mit der nächsten Regelblutung ausgeschieden. Frauen bemerken deshalb meist gar nichts von der Befruchtung.

Einnistung erkennen: Typische Anzeichen, dass es geklappt hat

Wissenschaftlich gibt es bislang keine nachgewiesenen Anzeichen, die zeigen, dass es mit der Einnistung geklappt hat. Während viele Frauen zunächst keine Veränderungen an sich wahrnehmen, berichten andere aber, dass sie den Vorgang der Einnistung deutlich spüren konnten. Vor allem Frauen, die ihren Kinderwunsch genau planen, ihren Zyklus sehr gut kennen oder NFP anwenden, stellen folgende Symptome fest:

  • Einnistungsschmerz
    Viele Frauen berichten von einem Ziehen im Unterleib rund um den Zeitpunkt der Einnistung. Hierbei könnte es sich um einen leichten Einnistungsschmerz handeln. Aber keine Angst, die Einnistung tut nicht wirklich weh. Es handelt sich hierbei vielmehr um das typische Gefühl im Unterleib, das die meisten Frauen während ihres Zyklus ab und an spüren, häufig als erstes Anzeichen der nahenden Periode. Der Einnistungsschmerz tritt in der Regel etwa 6 bis 10 Tage nach der Befruchtung auf.
  • Einnistungsblutung (Nidationsblutung)
    Manche Frauen beobachten eine ganz schwache, helle Blutung, die viele Paare mit Kinderwunsch stark verunsichert. Aber keine Sorge, diese minimale Blutung ist völlig ungefährlich. Der Grund dafür sind Verletzungen der Gebärmutterschleimhaut durch die Einnistung. Die sind aber meist so minimal, dass nur einige wenige Tropfen Blut austreten. Im Gegensatz zur eher bräunlichen Regelblutung, ist die Einnistungsblutung hellrot gefärbt.

Dennoch sind weder Einnistungsschmerz noch Einnistungsblutung eindeutige Hinweise darauf, dass es wirklich mit der Einnistung geklappt hat, da diese Symptome häufig auch auftreten, bevor die Periode einsetzt. Falls es sich das Ei aber in der Gebärmutterschleimhaut gemütlich gemacht hat und die Hormonproduktion schon in vollem Gange ist, wirst du möglicherweise schon bald die ersten typischen Schwangerschaftsanzeichen an dir bemerken.

Wie geht es nach der erfolgreichen Einnistung weiter?

Hat die Einnistung geklappt, stellen die Hormone HCG und Progesteron deinen Körper sofort auf die Schwangerschaft ein. Du bist körperlich also schon total im Schwangerschaftsmodus, bevor du es möglicherweise überhaupt bemerkt hast. Die frühen Plazenta-Zellen bilden das Schwangerschaftshormon HCG, was den Eierstöcken und der Hirnanhangdrüse signalisiert: Im nächsten Monat bitte kein Eisprung. Außerdem bilden die Eierstöcke nun vermehrt das Hormon Progesteron. Das wiederum sorgt dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut nicht abgebaut wird. Schon zehn bis elf Tage nach der Befruchtung der Eizelle sind Embryo und Mutter über Blutgefäße miteinander verbunden.

Kann ich die Einnistung unterstützen?

Ebenso wie bei der Befruchtung gibt es kein Patentrezept, damit es nach dem Eisprung und der Befruchtung auch mit der Einnistung wirklich klappt. Dennoch kannst du deinen Körper positiv beeinflussen, indem du gut zu dir selbst bist. Stress vermeiden, weniger Alkohol, keine Zigaretten und ausreichend Bewegung, gesundes Essen und die Einnahme von Folsäure sind nur einige Tipps, die du bei Kinderwunsch beachten solltest. Gut ist, was guttut. Dein eigenes Wohlbefinden hat nämlich großen Einfluss auf deinen Zyklus. Und umso regelmäßiger der ist, desto schneller kann es mit dem Schwanger werden klappen.

Wann genau beginnt die Schwangerschaft?

Logischerweise muss die Eizelle nach dem Eisprung erst einmal befruchtet werden, damit der Kinderwunsch in Erfüllung gehen kann. Darüber, ob eine Schwangerschaft schon mit der Befruchtung oder aber erst mit der Einnistung beginnt, ist man sich nicht ganz einig. Damit sich ein Embryo entwickelt, ist die Einnistung in die Gebärmutterhöhle aber unverzichtbar. Rein rechnerisch beginnt die 1. Schwangerschaftswoche sogar schon früher, nämlich mit dem 1. Tag der letzten Periode und dauert bis zum errechneten Geburtstermin, ungefähr 40 Wochen.

Die Anzeichen der Schwangerschaft beginnen

Viele Frauen spüren schon früh, dass sie schwanger sind. Vor allem, wenn sie ihren Körper gut kennen. Nicht selten treten auch die typischen Schwangerschaftsanzeichen auf, wie beispielsweise Übelkeit, Müdigkeit oder schmerzende Brüste. Bleibt dann die Regelblutung aus, hat die Einnistung der Eizelle in der Gebärmutter höchstwahrscheinlich geklappt. Wirkliche sicher kannst du aber erst mit einem positiven Schwangerschaftstest oder einer Untersuchung beim Arzt sein.

Brigitte

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