Elternzeit als Vater: Darauf kommt es an!

Sich um das Kind zu kümmern, ist zum Glück schon lange nicht mehr nur Frauensache. Wir erklären dir die Bedingungen für eine Elternzeit als Vater.

Elternzeit als Vater: 3 wichtige Fakten!

  • Väter können genau wie Mütter in Elternzeit gehen
  • Elternzeit beträgt maximal 36 Monate
  • In der Elternzeit erhalten Väter kein Gehalt

Elternzeit als Vater: 3 wichtige Vorteile

  • Bindung zum Kind aufbauen: Wenn du als Mann beruflich stark eingebunden bist, kommt es schnell zu folgendem Szenario: Während sich die Mutter um das Kind kümmert, ist der Vater morgens schon auf der Arbeit und kommt abends erst spät nach Hause. Dann bleiben den Eltern zusammen nur wenige Momente zusammen mit dem Kind. Zudem besteht die Gefahr, dass Väter kaum eine tiefe Bindung zum Kind aufbauen können. Allein deshalb lohnt es sich, auch als Mann über eine Elternzeit nachzudenken.
  • Mutter entlasten und mehr Zeit als Familie: Ein Kind bringt nicht nur den gewohnten Alltag aus den Fugen, er stellt auch die Beziehung auf die Probe. Wenn Väter Elternzeit nehmen, braucht die Frau nicht so lange in ihrem Job pausieren und vermeidet es, auf der Karriereleiter zumindest zu stagnieren. Und gerade wenn Mutter und Vater gemeinsam Elternzeit nehmen, kann die Zeit als Familie viel intensiver gelebt werden. So ist es auch möglich, dass die Frau sich nicht nur um die täglichen Aufgaben als Mutter kümmert, sondern auch mal Zeit für sich findet.
  • Kündigungsschutz: Während der Elternzeit ruht der Arbeitsvertrag und Eltern können in dieser Zeit nicht gekündigt werden. Wichtig ist jedoch, dass der Antrag im richtigen Zeitfenster erfolgt. Der Kündigungsschutz beim Arbeitgeber greift acht Wochen vor Beginn der Elternzeit. Mindestens sieben Wochen vor Beginn der Elternzeit muss der Antrag beim Arbeitgeber eingereicht werden. Es gibt also faktisch eine Woche, in der du Elternzeit ohne die Gefahr einer Kündigung einreichen kannst.

Elternzeit als Vater: 2 mögliche Herausforderungen!

  • Finanzen: Während der Elternzeit bekommst du kein Gehalt. Gerade in einer Familie, in der der Mann der Hauptverdiener ist, kann es durch die Elternzeit des Vaters zu finanziellen Engpässen kommen, trotz Elterngeld.
  • Akzeptanz: Auch wenn heutzutage glücklicherweise immer mehr Väter den Anspruch auf Elternzeit annehmen, so beantragen immer noch weniger als die Hälfte dieses Modell. Gerade als Mann kann es im Beruf bei Kollegen oder Vorgesetzten weniger gut ankommen, wenn du dich längere Zeit um die Kinderbetreuung kümmern willst. Dies wird sich hoffentlich in den kommenden Jahren weiter normalisieren.

Elternzeit als Vater: Welche Voraussetzungen gibt es?

  • Kind lebt mit Vater zusammen in einem Haushalt
  • Bezahltes Arbeitsverhältnis liegt vor (Teilzeit, Vollzeit, befristet etc.)
  • Kind muss nicht das leibliche Kind sein (Pflegekind, Neffe etc.)
  • Die Erziehung des Kindes in der Zeit übernehmen
  • Monatlich weniger als 30 Stunden arbeiten in der Elternzeit

Elternzeit als Vater: Welche Zeiträume kann ich wählen?

Ab der Geburt des Kindes kannst du maximal 36 Monate Elternzeit nehmen. Dabei kann die Elternzeit aufgeteilt werden. 12 Monate müssen in den ersten drei Lebensjahren des Kindes genommen werden. Die verbleibenden 24 Monate können dagegen auch zwischen dem dritten und achten Lebensjahr vom Kind zur Geltung kommen.

Auch kann die Elternzeit zwischen Mutter und Vater aufgeteilt oder auch gemeinsam genommen werden. Frauen bekommen bis acht Wochen nach der Geburt Mutterschutz, die auf die Elternzeit angerechnet werden. So kann der Mann die Frau beispielsweise nach 12 Monaten Elternzeit ablösen und übernehmen.

Elternzeit als Vater: Gehalt oder Elterngeld?

Als Vater (oder auch Mutter) in Elternzeit bekommst du kein Gehalt. Das Arbeitsverhältnis gilt während dieser Zeit nicht als beendet, sondern wird sozusagen auf Eis gelegt. Nach der Elternzeit ist es die Aufgabe vom Arbeitgeber, eine Rückkehr ins Unternehmen zu ermöglichen.

Dabei muss er deinen angestammten Job nicht für dich freihalten, sondern kann dich auch in einer vergleichbaren Position einsetzen. Als Ersatz für das Einkommen können Väter Elterngeld beantragen, allerdings nur innerhalb der ersten 14 Monate nach Geburt des Kindes. Elterngeld kann jedoch das Einkommen nicht komplett ersetzen und wird zudem höchstens für 12 Monate ausgezahlt.

Elternzeit als Vater: Teilzeit arbeiten und Elternzeit nehmen?

Väter können Arbeit und Elternzeit miteinander verbinden. So stehst du deinem Arbeitgeber weiterhin zur Verfügung und hast gleichzeitig mehr Zeit für dein Kind. Um diese Möglichkeit wahrzunehmen, müssen allerdings folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Weniger als 30 Stunden in der Woche arbeiten (Teilzeit)
  • Mindestens sechs Monate bei einem Arbeitgeber mit mehr als 15 Mitarbeitern angestellt
  • Arbeitgeber darf Wunsch auf Teilzeit in der Elternzeit nur ablehnen, wenn wichtige betriebliche Gründe vorliegen

Du möchtest dich beruflich neu orientieren? Wir zeigen dir, wo sich bestbezahlte Berufe befinden und wie hoch das Durchschnittsgehalt in Deutschland ist. Dazu verraten wir dir, was dein Arbeitgeber über eine kurze Elternzeit wirklich denkt.

Videotipp: Mütter im Bewerbungsgespräch

Nina Strassner

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