Was wir uns von anderen Eltern abgucken können

Erziehung ist kein Kinderspiel. Oder doch? Was wir von Eltern in anderen Ländern lernen können.

In Deutschland ist Erziehung Privatsache. Eine Einmischung von außen wird von vielen Eltern als übergriffig empfunden. Das sprichwörtliche Dorf, das es angeblich braucht, um ein Kind großzuziehen, hat in unserer von der Kleinfamilie geprägten Gesellschaft kaum Bedeutung.

"In anderen Ländern sind die kulturellen Muster noch lebendiger, nach denen Erziehung nicht nur eine Sache der Eltern ist", weiß etwa Michaela Schonhöft, die drei Jahre für ihr Buch "Kindheiten - wie kleine Menschen in anderen Ländern groß werden" recherchiert hat.

Doch neben diesem grundsätzlichen Unterschied gibt es viele spannende Details und Erziehungspraktiken in anderen Kulturen, die uns überraschen - und auch inspirieren können.

Frankreich: Kind isst alles

Nudeln mit nix? Reis ohne Soße? Was an Deutschlands Esstischen gang und gäbe ist, weil Kinder bei allem, was grün ist, einen Aufstand machen, ist in Frankreich undenkbar. Dort essen Kinder, was auf den Tisch kommt. Sprich, was die Erwachsenen essen – und sei es Brokkoli, Stopfleber oder Schimmelkäse. Et basta!

Norwegen: Das Kind erfriert schon nicht!

Babys und Kleinkinder werden in Norwegen selbst im Winter draußen schlafen gelegt – auch bei Minusgraden. Aber natürlich ganz mollig eingepackt im Wagen oder Buggy.

Vietnam: Windelfreie Säuglinge

Viele vietnamesische Babys sind schon mit neun Monaten trocken. Ihre Eltern konditionieren sie mit einem bestimmten Pfiff – ja, genau, ähnlich wie beim Pawlowschen Hund. Schon ab der Geburt machen die Eltern ein Pfeifgeräusch, wenn sie merken, dass ihr Baby muss. Bald pinkelt das Baby dann nur noch, wenn es das Signal hört. Das setzt natürlich voraus, dass die Eltern sensibel dafür sind, wann die Blase ihres Kindes voll sein könnte. Kaum auszudenken, wie viele Windeln wir damit sparen würden!

Dänemark: Kinder dürfen draußen bleiben

Deutsche Eltern (okay, vor allem die Mütter) haben oft viel zu viel Angst um ihre Kinder. In Dänemark dagegen sieht man nicht in jedem Passanten einen potenziellen Kindesentführer. Wenn Mama oder Papa einkaufen oder Kaffee trinken geht, bleibt das Kind draußen im Wagen. Denn frische Luft ist gesund.

Polynesien: Integrierte Kinderbetreuung

Schon Vorschulkinder lernen in Polynesien, wie man ein Baby beruhigt. Sobald ein Kind laufen kann, wird es von den Größeren betreut. Positiver Effekt: Die Kinder werden früh selbstständig, weil sie lernen, dass sie nur bei den Großen mitspielen dürfen, wenn sie nicht immerzu nach Mama rufen.

Japan: Akari allein unterwegs

In Japan ist es nicht ungewöhnlich, dass Sieben- und sogar schon Vierjährige allein die Gegend unsicher machen und auch öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Dafür werden sie die ersten Lebensjahre nie allein gelassen. Nicht mal beim Schlafen.

Zentralafrika: Väter lassen ihre Kinder nuckeln

Für die Aka-Pygmäen aus Zentralafrika sind die Rollen von Vater und Mutter völlig austauschbar. Die Frauen gehen jagen, die Männer kümmern sich um die Kinder – und umgekehrt. Die Väter lassen ihre Kinder sogar an ihren Brustwarzen saugen. Davon können wir uns einiges abgucken.

Spanien: Zusammensein ist alles

Spanische Eltern betonen in der Erziehung die sozialen Aspekte. Damit die Kinder am Familienleben teilhaben können, dürfen sie zum Beispiel immer schön lange aufbleiben, auch unter der Woche bis 22 Uhr. Das ist sicher schön für die Kinder – wir deutschen Eltern sind ja eher froh, wenn endlich Ruhe im Karton ist.

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Erziehung weltweit: Was wir uns von anderen Eltern abgucken können

Erziehung ist kein Kinderspiel. Oder doch? Was wir von Eltern in anderen Ländern lernen können.

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