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Die Kleinen stärken 4 Dinge, die Eltern von erfolgreichen Kindern richtig machen

Die Kleinen stärken: Glückliche Eltern mit fröhlichem Baby
© digitalskillet1 / Adobe Stock
"Erfolgreiche Kinder" – darunter stellt sich wohl jeder Mensch etwas anderes vor. 70 Eltern haben vier wunderbare Tipps dazu gegeben, wie sie ihre Lieblinge zu eigenständigen, durchsetzungsstarken Menschen haben heranwachsen lassen.

Erfolg nehmen wir oft sehr unterschiedlich wahr. Wann kann man schließlich davon sprechen? Ist er abhängig vom persönlichen Glück, einem erfüllten Familienleben, der Karriere oder der Unabhängigkeit im Leben? Das mag jedes Elternteil für sich entscheiden und daraus den eigenen Fokus für die Kleinen legen. Für die US-Autorin Margot Machol Bisnow geht es beim Erfolgsthema allerdings um Kinder, die später zu Unternehmer:innen wurden.

Für ihr Buch "Raising an Entrepreneur" – zu Deutsch: Eine:n Unternehmer:in großziehen – hat sie 70 Eltern befragt, deren Kinder die Karriereleiter erfolgreich erklommen haben. Hier kommen vier der schönsten Geschichten:

Was erfolgreiche Kinder von ihren Eltern lernen

1. Kindern zeigen, was sie alleine können

Die ersten beiden erfolgreichen Kinder sind heute Frauen: Susan Wojcicki wurde 1999 Googles erste Marketing Managerin, und seit 2014 ist sie CEO bei YouTube. Ihre Schwester Anne ist ebenfalls CEO, Unternehmerin und Mitgründerin eines Biotechnologie-Unternehmens. Im Interview mit der Mutter der beiden Business-Frauen stellte sich schnell heraus: Als Mädchen wuchsen sie mit dem Wissen auf, dass Mama Esther darauf vertraut, dass sie sich verantwortungsbewusst verhalten.

"Ich habe meinen Kindern ab einem sehr frühen Alter die Möglichkeit gegeben, sehr unabhängig zu sein", so Esther Wojcicki, selbst erfolgreiche Journalistin. "Ich hatte drei Kinder in vier Jahren und keinerlei Hilfe, also war es unvermeidlich, sie Dinge auch selbst in die Hand nehmen zu lassen." Ihre Kinder hätten die Unabhängigkeit geliebt, so die Mutter. "Ich glaube, es hat ihr Selbstbewusstsein stark gefördert", führt sie weiter aus. 

Freiheiten und auch Eigenverantwortung prägen das Leben ihrer Kinder. So habe sie beispielsweise ihre fünfjährige Tochter alleine zu deren Großmutter nach L.A. fliegen lassen, so Esther Wojcicki. Eine Art von Freiheit, die vielleicht nicht für jedes Elternteil etwas sein mag. Deshalb ist der etwas simplere Tipp der Mutter: "Man kann Kindern einfach Dinge im Haus geben, die sie tun können, um etwas zur Familie beizusteuern." Beispielsweise Hausarbeiten, die sie verantwortungsbewusster machen und dabei helfen würden, ihr Selbstbewusstsein bei diesen Aufgaben zu entwickeln, erklärt sie.

2. Kindern beibringen, mit anderen mitzufühlen

Mitgefühl ist eine wichtige Lebensqualität, die Kindern früh beigebracht eine Menge lehren kann. Die Eltern von Scott Harrison haben ihm gezeigt, wie gut es sich anfühlt, anderen Menschen zu helfen. Ob das nun bei jemandem ist, der:die es einfach etwas schwerer hat als die eigene Familie, bei einem rücksichtsvollen Moment am Küchentisch oder bei einer Hilfsaktion in anderen Teilen der Welt – die Situationen können sehr divers sein, und selbst kleine Momente prägen die Kleinen.

Scott Harrison ist Gründer einer Non-Profit-Organisation, die Menschen frisch aufbereitetes und sauberes Wasser zur Verfügung stellt. Fast 60.000 Projekte seiner NGO haben inzwischen etwa zwölf Millionen Menschen geholfen, an gesundheitlich unbedenkliches Wasser zu gelangen. Dabei kamen außerdem bereits rund eine halbe Billion Dollar Spenden für die Sache zusammen.

Bevor Harrisons Mutter starb, sprach sie mit US-Autorin Margot Machel Bisnow über die Erziehung ihres Sohnes. Disziplin und harte Arbeit seien ein Teil davon gewesen, aber auch zu lernen, Dinge zu teilen. So habe sie ihm beispielsweise geholfen, Klamotten, Bücher und Spielzeug auszusortieren, um diese Kindern zu geben, die sie eher brauchten als ihr Sohn.

Früh lernte er so, dass nicht alle Menschen und vor allem Kinder es gleich gut auf der Welt haben, und wurde ermutigt, sich die ersten unternehmerischen Fragen zu stellen, so schreibt die US-Autorin. Fragen wie: Müssen die Dinge wirklich so sein? Und: Wie kann ich es besser machen?

3. Mit Kindern das Scheitern feiern

Wenn etwas nicht funktioniert oder total schief geht, sind wir oft demotiviert und verlieren den Glauben an unser Vorhaben. Anders ist das aber für Unternehmerin und Investorin Nia Batts. Sie hat bereits mehrere Karrierewechsel hinter sich. Freiwillig wie auch unfreiwillig. So war sie Mitgründerin eines Schönheitssalons, der wegen der Pandemie schließen musste, vorher Mitarbeiterin in einem US-Medienkonzern. Ein Job, den sie für ihre eigene Version aufgab, um sich alles ganz neu aufzubauen – was sie nach der Schließung des Salons erneut tun musste. Als Margot Machel Bisnow sie fragte, wie sie den Mut aufbringe und motiviert bleibe, sagte Nia Batts ihr, es liege daran, dass sie schon früh gelernt habe, dass Scheitern zum Erfolg führe.

"Meine Mutter war Anwältin. Oft gewann sie, manchmal verlor sie", so Batts, und das war für sie damals und ist auch heute selbstverständlich. "Ich erinnere mich daran, dass mein Vater oft fragte: 'Worin bist du heute gescheitert?' Das fragte er mich, als ich jung war, er mich zur Schule brachte oder abholte; oder als ich aufs College ging; und er fragte es mich noch öfter, als ich anfing zu arbeiten", so die junge Frau.

Der Effekt: Sie habe früh gelernt, das Scheitern willkommen zu heißen. Ihre Eltern haben eine Umgebung geschaffen, in der es okay war, zu scheitern. "Ich glaube, es war aufregend für meine Eltern, diesen Prozess mit mir wachsen zu sehen und zu sehen, dass ich die Lektion lernte", so die Investorin. "Mein Vater hat mir beigebracht, dass wir in Wunden Talente finden können und im Scheitern die eigenen Möglichkeiten." Anstatt sie vor dem Scheitern schützen zu wollen, zeigten ihre Eltern ihr, dass es auf dem Weg zum Erfolg ein ewiger Begleiter ist, an dem wir wachsen.

4. Kinder alleine Lösungen finden lassen

Es gibt immer mal Momente im Leben, in denen unklar ist, wohin es geht – und auch Kinder brauchen Zeit, um ihren eigenen Weg zu finden. Oft bekommen Eltern allerdings das Gefühl, dass sie ihre Kinder unterstützen oder ihnen einen kleinen Stupser geben sollten. Doch Eltern von Unternehmer:innen gehen davon aus, dass ihr Nachwuchs auch alleine fähig ist, Probleme zu lösen, sich einfach ausprobiert und es irgendwann von selbst herausbekommt.

Die grundlegende Idee: das Kind anleiten, indem man still beobachtet oder einfach folgt – und zwar in die Richtung, in die es gehen will. Das kann schwerer sein, als es klingt. Denn wenn wir uns bei unseren Kindern einschalten, dann meistens mit guten Absichten. Doch Kindern die Zeit zu geben, um selbst Lösungen für Probleme zu entwickeln, kann einen wundervollen Lerneffekt haben und ihnen gleichzeitig zeigen, dass ihre Eltern ihnen und ihren Entscheidungen vertrauen und an sie glauben.

Beobachten und abwarten ist also der erste Schritt. Irgendwann zeigt sich die Leidenschaft für etwas, die Stärken, Schwächen und vor allem das, was unsere Kleinen glücklich macht. Talente entfalten sich oft selbst, wenn Kinder ihren Freiraum bekommen und wenn es so weit ist, sind Eltern natürlich zur Stelle, um zu unterstützen.

US-Autorin Margot Machol Bisnow rät, Kindern immer wieder klar zu sagen, wie stolz man als Elternteil auf sie ist. So lange, bis sie das auch selbst glauben und verinnerlichen. Das unterstütze sie darin, dass sie ihren eigenen Weg gehen. Aber Vorsicht: Das muss natürlich nicht heißen, dass es die Karriere ist, die Eltern für ihre Kinder gerne gesehen hätten. Stattdessen ist es aber eine, die sie hoffentlich glücklich macht und erfüllt.

Verwendete Quelle: CNBC

lkl Brigitte

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