September-Kinder sind besser in der Schule - woran liegt das?

Der Grund ist, dass sie später eingeschult werden. Eine Studie zeigt, dass es sich langfristig negativ auf die Leistungen auswirkt, wenn Schüler früh in die Schule gehen. 

Je früher das Kind in die Schule kommt, desto besser seine Leistungen? Lange war das das Credo unter vielen Eltern und Bildungsexperten. Doch inzwischen geht der Trend weg von der Frühförderung. Und das ist gut so: Denn die aktuelle Forschung zeigt, dass eine frühe Kindern eher schaden kann.

US-Studie: September-Kinder sind schlauer als August-Kinder

Eine neue Studie aus den USA hat die Schulleistungen von Kindern verglichen, die im August oder im September geboren wurden. Die beiden Monate wurden gewählt, weil die August-Kinder in den Schulen meist die Jüngsten der Klasse sind (sie sind gerade erst 6 geworden), während September-Kinder die Ältesten in der Gruppe sind. Die Daten von mehr als 1 Million Kinder wurden dafür ausgewertet.

Das Ergebnis zeigt eindeutig, dass die September-Kinder bei der intellektuellen Entwicklung generell besser abschnitten als die August-Kinder. Und erstaunlicherweise war dieser Effekt auch Jahre später noch da – der Startvorteil wirkte sich also lange aus. Für die US-Schüler erhöhte es sogar die Wahrscheinlichkeit, auf ein gutes College zu kommen.

Die jüngeren Schüler werden öfter gehänselt

Eine Studie aus Großbritannien kam zu den gleichen Ergebnissen. Die Briten stellten außerdem fest, dass die August-Geborenen von Lehrern schlechter eingeschätzt, häufiger von Mitschülern gemobbt wurden und sich öfter unglücklich in der Schule fühlten.

Geburtsdatum kann sich aufs ganze Leben auswirken

Die Ergebnisse zeigen, dass Kinder davon profitieren, wenn sie in einer Lerngruppe zu den Ältesten gehören. Das bedeutet auch, dass es statistisch keinen wirklichen Vorteil für Kinder bringt, wenn sie früh eingeschult werden.

Diese Erkenntnis ist inzwischen auch bei den Kulturministerien angekommen. Noch in den 90er Jahren ging der Trend zum späten Einschulungsstichtag, um Kinder möglichst früh an die Schulen zu bringen. Man schaute auf Bildungs-Spitzenreiter wie Singapur, in denen schon Kindergarten-Kinder schreiben und rechnen lernen, – und wollte das auch für Kinder in Deutschland haben. Manche Bundesländer legten den Stichtag sogar in den Dezember.

In Berlin baten viele Eltern um Rückstellung

Inzwischen sind aber die meisten Bundesländer zum 30. Juni als Stichtag zurückgekehrt. Andere haben den 30. August oder 30. September als Stichtag. Seit dem Schuljahr 2017/2018 hat auch Berlin den Dezember-Stichtag aufgegeben und sich für den 30. September entschieden. Grund ist auch, dass dort immer mehr Eltern darum gebeten hatten, ihre Kinder um ein Jahr zurückzustellen. Sie hatten offenbar das richtige Bauchgefühl.

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mio
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Der Grund ist, dass sie später eingeschult werden. Eine Studie zeigt, dass es sich langfristig negativ auf die Leistungen auswirkt, wenn Schüler früh in die Schule gehen. 

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