Panini-Bilder - warum Schulen die Alben verbieten

EM-Zeit ist Panini-Zeit. Doch erste Schulen machen mit dem Aufkleber-Handel Schluss. Der Grund: Schüler geben zu viel Geld aus - und passen im Unterricht nicht mehr auf.

Was ist da los?

Na das, was bei jedem großen Fußball-Turnier los ist: Die Kinder sind im Panini-Fieber. Vor allem an den Grundschulen ist es ein verbreitetes Hobby, Aufkleber für die Panini-Alben zu sammeln und mit den anderen Schülern doppelte Bilder zu tauschen oder sie ihnen abzukaufen.

Ja und - das ist doch schön!

Schon. Aber vielen Lehrern geht der Handel mit den Panini-Bildern zu weit. Weshalb die Alben an einigen Schulen laut Spiegel Online inzwischen verboten sind - zum Beispiel in Solingen, Delmenhorst oder Bersenbrück.

Was gefällt den Lehrern denn nicht?

Zum einen sind die Aufkleber teuer. Mathematiker haben ausgerechnet, dass man fast 100 Euro ausgeben muss, um ein ganzes Album zu füllen. Im Idealfall. Wenn man viele doppelte Bilder hat und anderen Kindern (überteuerte) Bilder abkaufen muss, kann es sehr viel mehr werden. In Solingen soll eine Erstklässlerin einem Klassenkameraden 50 Euro für drei Aufkleber gezahlt haben. So würden sozial schwächere Kinder benachteiligt, kritisieren die Pädagogen.

So besessen sind die Kinder davon?

Ja - und das ist der zweite Grund, warum die Panini-Alben den Lehrern missfallen. Selbst im Unterricht werde geklebt und gehandelt. "Die Schüler vergessen am Ende einer Stunde die Hausaufgaben abzuschreiben. Sie sollen am Nachmittag in ihrer Freizeit die Bilder austauschen", so der Lutz Dalkowski, stellvertretender Schulleiter der Overbergschule in Voltlage, gegenüber der Osnabrücker Zeitung.

Also können die Kinder mit dem Thema noch nicht so richtig umgehen?

Jedenfalls nicht alle. Und das werde auch ausgenutzt, so Ursula Gärtner-Hoffmann, die Leiterin der Grundschule Bersenbrück, gegenüber Spiegel Online: "Es ist eine Geldmacherei, wenn die Schüler ständig Sets nachkaufen müssen, weil ihnen ein Bild für ihr Album fehlt." Laut UEFA sind aktuell mehr als 1 Milliarde Panini-Bilder im Umlauf. Da wird mit Kindern ein Riesengeschäft gemacht.

miro
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