Impfen von Kindern - kommt bald die Pflicht-Beratung?

Das Impfen von Kindern ist ein Reizthema, die Skepsis vieler Eltern hoch. Die Bundesregierung denkt nun über eine verpflichtende Beratung für alle Eltern von Kita-Kindern nach.

Der kleine Pieks gehört seit Jahrzehnten zur Kindheit in Deutschland dazu. In den ersten Lebensjahren bekommen Kinder in der Regel gleich ein ganzes Paket an Impfstoffen injiziert, gegen Tetanus, Diphtherie über Masern bis hin zu Mumps. Viele gefährliche Krankheiten konnten durch Impfungen ganz ausgerottet werden, zum Beispiel die Kinderlähmung.

Doch seit einigen Jahren sind die Impfungen bei vielen Eltern in Verruf geraten. Sie befürchten Nebenwirkungen oder glauben, dass es wichtig für die Entwicklung der Kinder sei, Infektionskrankheiten durchzustehen. Eine Umfrage von 2011 ergab, dass 35 Prozent der Mütter in Deutschland Impfungen kritisch gegenübersteht, die Mehrheit kam aus den alten Bundesländern. Das sind 11 Prozent mehr als noch 1994. Je höher der Bildungsgrad der Mütter, desto höher war die Impfskepsis.

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Kinderärzte fordern Impfpflicht

Kinderärzte schlagen darum Alarm und warnen vor Impflücken. So sei bereits jedes fünfte Kind nicht ausreichend geimpft. Krankheiten wie Masern, die tödliche Spätfolgen haben können, könnten sich darum weiter ausbreiten. In Deutschland werden nur 37 Prozent aller Kleinkinder so gegen Masern geimpft, wie es die Ständige Impfkommission empfiehlt.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Masernimpfung zwischen 2000 und 2008 weltweit etwa 13,8 Millionen Menschen das Leben gerettet. Die Organisation hat das Ziel vorgegeben, die Masern bis 2015 auszurotten. Das zu erreichen sei aber nur möglich, wenn man eine Impfpflicht für den Besuch von Schulen und Kindergärten in Deutschland einführe, sagt Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte.

Kommt die Impfberatung per Gesetz?

Die Bundesregierung reagiert nun auf den Appell der Ärzte. Laut einem Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" will die Große Koalition eine verpflichtende Impfberatung für alle Eltern einführen, die ihr Kind in einer Kindertagesstätte anmelden. Eine Impfpflicht soll es aber nicht geben, die Entscheidung läge damit weiter bei den Eltern. Der Gesetzentwurf soll am 17. Dezember 2014 im Kabinett diskutiert werden.

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